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Vortragstitel:
Strukturwandel in der Fotoindustrie 1970-2000
Tag:
30.09.2010
Epoche:
Neuere/Neueste Geschichte
Sektion:
Abschied von der Industrie? Die Bundesrepublik im wirtschaftlichen Strukturwandel der 1970er Jahre

Abstract:

"...von der Bildfläche verschwunden" - Strukturwandel in der Fotoindustrie 1970-2000

Referent/in: Silke Fengler, Wien


Abstract

Bis in die 1960er Jahre galten die Produkte der Fotoindustrie in beiden Teilen Deutschlands als Paradebeispiel ‘deutscher Wertarbeit’. Kameras und Filme von Agfa, Leitz oder Zeiss-Ikon, die im Rahmen eines überkommenen Industrie- und Technologieprofils hergestellt wurden, fanden in aller Welt reißenden Absatz. In den 1970er Jahren geriet die Branche in eine strukturell bedingte Krise, von der sie sich nicht mehr erholen sollte. Der Boom der digitalen Fotografie verpasste ihr schließlich den Todesstoß: Heute ist die Fotoindustrie aus Deutschland fast vollständig verschwunden.
Der Beitrag fragt nach den Ursachen für die nachlassende Wettbewerbsfähigkeit dieser traditionsreichen Branche, die in vieler Hinsicht exemplarisch ist für die ost- und westdeutsche Industrieentwicklung im 20. Jahrhundert. Er skizziert zunächst in vergleichender deutsch-deutscher Perspektive das branchentypische Innovationsmuster, das durch das Auftreten neuer Konkurrenten und Technologien, die Dynamik der Absatzmärkte und die Erosion des fordistischen Wachstumsmodells einem wachsenden Veränderungsdruck ausgesetzt war. Der Beitrag untersucht Anpassungsstrategien ausgewählter Unternehmen/Betriebe und diskutiert schließlich mögliche Gründe für deren verzögerte Reaktion auf säkulare Marktveränderungen.