Die Abstracts der Sektionen wurden aktualisiert |
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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren. |
Bleibt im Vatikanischen Geheimarchiv vieles zu geheim? Historische Grundlagenforschung im Mittelalter und in der Neuzeit,
Leitung: Michael Matheus, Rom / Hubert Wolf, Münster
Abstract zur Sektion
Seit seiner Gründung als „Königlich Preußische Historische Station“ im Jahre 1888 ist das Deutsche Historische Institut (DHI) in Rom, das älteste der Deutschen Historischen Institute im Ausland, auch ein Ort der historischen Grundlagenforschung. Seitdem das in weiten Teilen der Öffentlichkeit immer noch als geheimnisumwittert geltende Vatikanische Geheimarchiv 1880/81 der Wissenschaft zugänglich wurde, zählt die Erschließung von zentralen Beständen der vatikanischen Archive zu den wichtigen Aufgaben des Instituts. Etliche der Vorhaben profitieren von einer teilweise seit langer Zeit praktizierten internationalen Arbeitsteilung zwischen wissenschaftlichen Einrichtungen verschiedener Nationen sowie von der Zusammenarbeit mit Universitäten. Die Beiträge der Sektion sollen deutlich machen, wie sehr historische Grundlagenforschung im Bereich von Mittelalter und Neuzeit auf langen Atem angewiesen ist, wie vielfältig und oftmals überraschend aber auch die Erträge dieser Arbeit für zahlreiche, nicht zuletzt neuere kulturgeschichtliche Fragestellungen sind. Diskutiert werden auch Chancen und Grenzen digitaler Editionsprojekte.
Etliche fürchten derzeit, historische Forschung und insbesondere historische Grundlagenforschung werde künftig immer stärker aus den Universitäten verbannt und bleibe den Akademien und spezialisierten Forschungsinstituten vorbehalten. Es kommt darauf an, solchen sich abzeichnenden „Ungleichheiten“ entgegen zu arbeiten. Historische Forschungseinrichtungen bleiben auf die Vernetzung mit den Universitäten angewiesen, auch weil sie hier ihren Nachwuchs rekrutieren. Das DHI in Rom und das Seminar für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Universität Münster werden im Rahmen der Sektion konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen Universität und Forschungsinstitut demonstrieren.