Die Freiheit der Geschichtswissenschaft. Bedrohungen zu Beginn des 21. Jahrhunderts
Die Wissenschaftsfreiheit wird weltweit bedroht. Die Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde (DGO) etwa wurde von der Russischen Regierung als „extremistische Organisation“ eingestuft. Auf die Zusammenarbeit mit der DGO stehen Haftstrafen in Russland und in mit Russland verbündeten Staaten. In Deutschland wurden die Server der Organisation durch Hackerangriffe lahmgelegt und ausgespäht, mit bisher ungewissen Folgen für die Mitglieder. Doch die Gefahr geht nicht allein von Russland aus. Die Auswirkungen, die etwa Donald Trumps Feldzug gegen Kultur, Zivilgesellschaft, freie Medien und eben auch die Wissenschaftsfreiheit in den USA haben werden, sind im Moment noch in keiner Weise abzusehen. Zu befürchten ist das Schlimmste.
Und wie sieht es in Deutschland aus? Welche Folgen haben solche Entwicklungen für Wissenschaftler:innen, die international vernetzt arbeiten? Mit einer Reihe von Vertreter:innen von Wissenschaftsorganisationen, Historiker:innen und anderen Wissenschaftler:innen wollen wir u.a. diese und folgende Fragen diskutieren: Was ist Wissenschaftsfreiheit überhaupt und warum ist sie wichtig? Wo und wie wird sie bedroht? Und was können bzw. müssen wir tun, um Wissenschaftsfreiheit dauerhaft zu sichern?