(Dorothea Weltecke, Konstanz)
Sina Rauschenbach, Potsdam:
Narratives of Violence: Jewish Chronicles in the Aftermath of the Expulsion from Spain (1492)
Nora Berend, Cambridge:
Triggers of Violence: Disrupted Equilibrium in Medieval Hungary
Zara Pogossian, Rom:
Rhetoric of Violence vs. Accommodation and Competition for Territory Control: The Case of IX c. Vaspurakan (Armenia)
Alexandra Cuffel, Bochum:
Violence by Pen and Rumor: Muslim Accusations of Dhimmi Oppression and Alliance and their Use by Christians and Jews, 12th–14th centuries
Dorothea Weltecke, Konstanz:
Comparing Acts of Religious Violence between Medieval Christian and Muslim societies
Abstracts (scroll down for English version):
Glaubensfragen sind unter anderem Fragen nach religiöser Gewalt. Welche Faktoren befördern das Zusammenleben unterschiedlicher Religionen und welche führen zur religiösen Gewalt? Die Gegenwart hat diese Frage in ungeahnter Härte wieder aufgeworfen. Diese Sektion möchte historische Tiefenschärfe bieten, indem sie den Blick auf unterschiedliche religionsplurale Regionen des Mittelalters und ihre Formen von Koexistenz und religiöser Gewalt im inneren und äußeren lenkt.
In den vergangenen Jahren hat sich die transreligiöse Forschung im Bereich des europäischen und des asiatischen Mittelalters sehr lebhaft entwickelt. Es geht nicht mehr um den Nachweis, dass religiöse Pluralität diese Regionen im Mittelalter geprägt hat. Auch ist inzwischen unbestreitbar, dass überall ein Wechsel zwischen relativer Balance im Zusammenleben der religiösen Gruppen und wiederkehrenden Wellen von Gewalt bestand. Diese Konjunkturen sind ein Aspekt der für die mittelalterlichen Jahrhunderte typischen Konstellationen religiöser Pluralität. Diese waren intern durch Machtkonfigurationen strukturiert, in denen Religion Herrschaft begründete und, neben anderen, eine Kategorie rechtlicher, sozialer und ökonomischer Ungleichheit war. Nach außen begründete Religion spezifische Formen von Kriegshandlungen. Die interreligiösen Beziehungen haben die religiösen Traditionen des eurasischen Raums miteinander verflochten und sie deshalb auch diachron gemeinsamen Dynamiken unterworfen.
Die Sektion verfolgt in diesem Rahmen zwei Ziele: Zum einen werden in Detailstudien bedeutender religionspluraler Regionen von der Iberischen Halbinsel bis zum Vorderen Orient und zum Kaukasus die Mechanismen in ihren je spezifischen Formen untersucht. Auf der anderen Seite werden regionale Ergebnisse miteinander verbunden und auf ihre Verallgemeinerbarkeit überprüft, um die übergreifende Modellbildung für die diachron typischen Formen religiöser Pluralität im Mittelalter voranzutreiben.
Die Arbeitsgebiete der fünf Rednerinnen sind wissenschaftsorganisatorisch in unterschiedlichen Disziplinen (Mediävistik, Orientalistik, Judaistik, Armenologie etc.) angesiedelt.
Sina Rauschenbach, Potsdam:
Narrative der Gewalt: Jüdische Chroniken nach den Vertreibungen und Zwangstaufen der iberischen Juden (1492-98)
Seit der Veröffentlichung von Yosef Hayim Yerushalmis „Zahkhor“ (1982) diskutieren Historikerinnen und Historiker über Zäsuren in der jüdischen Historiographiegeschichte und den Stellenwert jüdischer Chroniken, die nach den Vertreibungen und Zwangstaufen der iberischen Juden (1492-1498) verfasst wurden. Meinungsverschiedenheiten bestehen vor allem darüber, wie und ab wann zwischen ‚mittelalterlichen‘ und ‚modernen‘ Formen jüdischer Erinnerung zu unterscheiden sei. Darstellungen wie Salomon ibn Vergas „Shevet Yehuda“ (Das Zepter von Jehuda, 16. Jh.) fanden zusätzlich wegen ihrer ‚säkularen‘ Perspektiven und ihrer Tendenz, jüdische Verfolgungsgeschichte weniger mit religiösen, denn mit politischen und sozialen Argumenten zu erklären, Beachtung. Dennoch fehlen selbst im Falle von „Shevet Yehuda“ Studien, die sich allgemein den Narrativen von Gewalt und den erzählerischen Nuancen widmen, mit denen im selben Buch Verfolgungen in unterschiedlichen historischen und geographischen Kontexten beschrieben werden. In meinem Vortrag nutze ich „Shevet Yehuda“ und ähnliche Chroniken, um zu analysieren, wie sich Juden im 16. Jahrhundert an Konstellationen, Täter, Opfer und Folgen von Gewaltausbrüchen in der jüdischen Diaspora zwischen Antike und dem Mittelalter erinnerten und wie in diesem Zusammenhang Koexistenz und Verfolgung, soziale Brüche und Gewaltspiralen interpretiert wurden. Dabei geht es im Falle Ibn Vergas auch um die schwierige Frage jüdischer Mitschuld an anti-jüdischen Vorurteilen und Gewaltausbrüchen. Autoren, die neben Ibn Verga in den Blick genommen werden, sind Elijah Capsali, Joseph ha-Cohen, David Gans und Samuel Usque.
Nora Berend, Cambridge:
Auslöser von Gewalt: Gestörtes Gleichgewicht im mittelalterlichen Ungarn
Dieser Beitrag soll die Auslöser, die die Koexistenz von verschiedenen religiösen Gruppen störten, untersuchen. Gemeinschaften, die für einige Zeit friedlich nebeneinander gelebt hatten, waren plötzlich nicht mehr dazu in der Lage. Was löste die zunehmende Gewalt einer Gruppe gegen die andere aus? Was waren die Umstände und Einflüsse, die diese Feindseligkeit erzeugten? Der Beitrag behandelt unterschiedliche Fälle, die religiöse Minderheiten aus dem Königreich Ungarn vom elften bis zum fünfzehnten Jahrhundert betrafen. Die Mehrheit der Bevölkerung im Königreich war katholisch während orthodoxe Christen, Juden, Muslime und Steppennomaden zu der numerischen Minderheit gehörten. Ziele der von Katholiken ausgeübten Gewalt waren nicht nur abweichende religiöse Gemeinschaften, sondern auch Gruppen, die sich durch Sprache und Herkunft unterschieden, wie beispielsweise deutsche Immigranten. Die Akteure, die sich an den Gewaltakten beteiligten, konnten aus unterschiedlichen Gruppen wie der einfachen Bevölkerung oder dem Adel entstammen. Dieser Beitrag konzentriert sich auf die Frage der in den Quellen dargestellten agency und der Motivation.
Zara Pogossian, Rom:
Rhetoriken der Gewalt oder der Annäherung und der Konkurrenzkampf um territoriale Herrschaft. Das Beispiel Vaspurakans (Armenien) im neunten Jahrhundert
Dieser Beitrag soll die Lage in der Provinz Vaspurakan im armenischen Großraum in der zweiten Hälfte des neunten Jahrhunderts untersuchen. Ich werde zunächst die jeweiligen Rhetoriken der Gewalt beziehungsweise der Annäherung, wie sie in den Quellen des neunten Jahrhunderts aus dieser Region belegt sind, aufzeigen und zwar gegenüber islamischen Herrschern unterschiedlicher politischer Bedeutung, d.h. lokalen Emiren oder dem abbasidisches Kalif. Die zu analysierenden Quellen schließen Historiographie, Hagiographie und Kolophone ein und ermöglichen somit unterschiedliche Blickrichtungen auf dieselben Probleme. Ich werde versuchen ein Bild davon zu zeichnen, wie Gewalt gegen Muslime in Fällen lokaler politischer Konkurrenz und dem Kampf um territoriale Herrschaft auftrat. Die Autoren der Quellen sind versöhnlicher, wenn sie die Herrscher im Zentrum des abbasidischen Kalifats – Samarra – behandeln. Meine Hypothese ist, dass wir hier anstatt „religiöser Polemiken“ um ihrer selbst Willen Beispiele politischen Wettkampfes beobachten, in dem Entscheidungen zwischen Gewalt oder Annäherung nach politische Interessen gefällt werden.
Alexandra Cuffel, Bochum:
Gewalt durch Feder und Gerücht: Muslimische Vorwürfe der Unterdrückung und Verbündung der Dhimmis mit Feinden sowie deren Nutzung durch Christen und Juden, 12.-14. Jahrhundert
Schon in der Zeit der Abbassiden hatten Muslimen einige christliche Gemeinschaften, die nahe der Grenze oder in umstrittenen Gebieten wohnten, umgesiedelt oder strenge Maßnahmen gegen sie initiiert, weil sie vorgeblich die Bereitschaft der Christen fürchteten, sich mit anderen Christen oder nicht-muslimischen Mächten zu verbünden. Durch die Kreuzzüge wurde diese Furcht ausgeprägter und spiegelte teilweise die tatsächliche Hoffnung einiger lateinischer Christen auf eine Allianz mit „östlichen“ Christen wider, seien sie koptisch, äthiopisch oder Angehörigen anderer Konfessionen. Dieser Beitrag analysiert die Auswirkungen dieser Hoffnungen und Gerüchte auf muslimische Polemik und Politik. Diese war häufig mit der Kritik verbunden, dass Dhimmis (oft Kopten), zuviel Regierungsmacht innehätten und diese Macht benutzten, um Muslimen zu unterdrücken und zu verfolgen. Zahlreiche polemische Traktate, Fatwas oder ganze Bücher, wie zum Beispiel Ibn Qayyim al-Jawziyas Akham ahl al-Dhimmah, wurden der Beschreibung des angemessenen Status und des korrekten Verhaltens religiöser Minderheiten unter islamischer Herrschaft im Kontrast zur Gegenwart gewidmet. Juden und Christen, die sich dieser muslimischen Ängste bewusst waren, versuchten diese zu nutzen, um die muslimischen Autoritäten dazu zu bewegen gegen Mitglieder anderer Dhimmi-Gemeinschaften Maßnahmen zu ergreifen. Dies taten sie entweder, weil bestimmte Personen Probleme für eine oder mehrere konkurrierende Dhimmi-Gemeinschaften verursachten, oder weil sie hofften, aus dem Machtvakuum, welches aus dem Untergang eines mächtigen Nicht-Muslims resultierte, zu profitieren. Die Aktivitäten bezog sich auch auf Christen oder Juden außerhalb des eigentlichen muslimischen Herrschaftsgebietes. Im zwölften Jahrhundert nutzte der koptische Patriarch Gabriel die muslimische Angst vor der Macht der Äthiopier um den fatimidischen Kalif zu überzeugen, die von Gabriel befürwortete Kirchenpolitik und nicht die Forderungen der Äthiopier umzusetzen. Später jedoch verursachte die wachsende Angst der Muslime und ihre Kenntnis der Bestrebungen der lateinischen Christen, sich mit den Äthiopiern zu verbünden, zunehmende Belastungen für die Kopten. Manipulation der muslimischen Ängste gegen andere Christen oder andere Dhimmis führte manchmal dazu, dass die betrefffende Gruppe bevorzugt wurde. Auf der anderen Seite befeuerte diese Aktionen auch Pogrome, Hinrichtungen und den Verdacht der Muslime, dass Dhimmis, obwohl sie keine direkte Gewalt gegen Muslime ausübten, ihre Ziele als Beamte und geheime Verbündete der Feinde der Muslime verfolgten. Das Ziel des Beitrags ist die Untersuchung der Verbindung zwischen echter und imaginierter Gewalt zwischen Muslimen und Dhimmis, und deren Auswirkungen auf die Beziehungen der verschiedenen Gemeinschaften der Dhimmis.
Dorothea Weltecke, Konstanz:
Religiöse Gewaltakte von mittelalterlichen christlichen und muslimischen Gesellschaften vergleichen
Religiöse Gewalt ist heutzutage in den öffentlichen Debatten sehr präsent. In den Geisteswissenschaften ist Gewalt in unterschiedlichen Disziplinen bereits intensiv untersucht worden. Die von den Religionswissenschaften entwickelten Großtheorien betrachten Religion als Ursache für Gewalt, während sozialwissenschaftliche Theorien dies häufig nicht tun. Historiker haben religiöse Gewaltakte detailliert untersucht, aber diskutieren gewöhnlich die soziologischen Gewalttheorien nicht. Deshalb gibt es überraschenderweise keine systematische Geschichte religiöser Gewalt. Doch wäre ein genuin historischen Beitrag zu der Debatte über religiöse Gewalt möglich und wie würde dieser aussehen?
Als einen ersten Versuch die Frage zu beantworten, soll mittelalterliche religiöse Gewalt mit Blick auf neuere Studien diskutiert werden. Obwohl das Mittelalter emblematisch für religiöse Gewalt geworden ist und viele Ereignisse bereits seit über einem Jahrhundert intensiv untersucht werden, wurden nur wenige Versuche unternommen diese vergleichend und im Bezug zu aktuellen methodologischen Entwicklungen zu betrachten. Allgemeine Begrifflichkeiten wie „das Christentum“ oder „der Islam“ dominieren die Forschung, in der häufig das lateinische Christentum einer diachronisch und geographisch undifferenzierten Vorstellung von „Islam“ gegenübergestellt wird. Der Stand der Forschung über religiöse Gewaltakte gegen Minderheiten in christlichen und islamischen Gebieten ist sehr disparat. Mit Blick auf die aktuellen Herausforderungen wird der Beitrag neue Wege für die vergleichende Erforschung der religiösen Gewalt zwischen Osten und Westen aufzeigen.
Abstracts (English version):
Religious Violence and Precarious Equilibrium: Transcultural Studies from the Iberian Peninsula to the Caucasus
Questions of faith are also questions of religious violence. Which factors benefit the coexistence of different religions and which lead to religious violence? The present has brought these questions back into the fore with previously unimagined force. The section offers depth regarding historical answers by shedding light on different multireligious regions in the Middle Ages and the types of coexistence and religious violence encountered both in and outside of these communities.
Transreligious research regarding the Middle Ages in Europe and Asia has experienced a fairly vivacious development in recent years. Proving that religious plurality shaped these areas in the Middle Ages is no longer the point. The pervasive alternation of comparatively balanced coexistence of different religious communities and reoccuring surges of violence is also indisputable now. These developments are an element of the typical configurations of religious plurality in the Middle Ages. These were internally shaped by structures of power, in which rule was based on religion and in which religion served as a factor of legal, social and economical inequality. In relation to other communities religion could justify specific types of war. Interreligious relations intertwined the religious traditions of the Eurasian region, which were therefore diachronically subjected to the same dynamics.
In this context, the section aims has two objectives: On the one hand, detailed studies of the specific configurations of these mechanisms in important, mulitreligious regions from the Iberian peninsula to the Caucasus will be presented. On the other hand, the outcome of these regional studies will be combined on a more abstract level and tested in order to develop generic models of the diachronically specific forms of religious diversity in the Middle Ages.
The fields of study of the five speakers belong to different disciplines such as medieval, Middle Easter, Jewish or Armenian studies.
Sina Rauschenbach, Potsdam:
„Narratives of Violence: Jewish Chronicles in the Aftermath of the Expulsion from Spain (1492)“
Since the publication of Yosef Hayim Yerushalmi’s “Zakhor” (1982), scholars have been in intense discussions over the status of Jewish post-expulsion chronicles within the history of Jewish memory and historiography. One of these scholars’ main goals has been to distinguish between “medieval” and “modern” forms of Jewish memory and thought. Chronicles such as Salomon ibn Verga’s “Shevet Yehuda” (The Sceptre of Judah, 16th century) have also been in the spotlight for their supposed secularizing tendencies as well as their obvious shift from religious to social and political interpretations of the history of the Jews. However, even in the case of “Shevet Yehuda,” little effort has been made to analyze narratives of violence and what their manner of portrayal might reveal about contemporary attitudes towards the different historical and geographical contexts they describe. In my paper, I will refer to “Shevet Yehuda” and similar chronicles to reveal sixteenth-century ways of remembering situations, actors, victims and outcomes of violent outbreaks in the course of Jewish Diaspora history in both Antiquity and in the Middle Ages. Special attention will be paid to descriptions of co-existence and persecution, social ruptures and spirals of violence. I will also explore the difficult question of supposed Jewish contributions to anti-Jewish prejudice and victimisation. Apart from Ibn Verga, the authors to be discussed will be Elijah Capsali, Joseph ha-Cohen, David Gans, and Samuel Usque.
Nora Berend, Cambridge:
Triggers of Violence: Disrupted Equilibrium in Medieval Hungary
This paper will investigate the triggers that disrupted the coexistence of divergent religious groups. Communities that lived side by side for some time were suddenly no longer able to continue their peaceful coexistence. What led to escalating violence by one community against the other? What were the conditions and factors that created hostility? The paper will consider a range of cases affecting religious minorities from the kingdom of Hungary, from the eleventh to the fifteenth century. The majority population in the kingdom was Catholic, while minorities included Orthodox Christians, Jews, Muslims, and steppe nomads. Targets of violence by Catholics included not only divergent religious communities, but others defined by language and origin, such as German immigrants. Actors who participated in violence varied from commoners to high-ranking nobles. The paper will focus closely on questions of agency and motivation as depicted in the medieval sources.
Zara Pogossian, Rom:
Rhetoric of Violence vs Accommodation and Competition for Territory Control: the Case of IX c. Vaspurakan (Armenia)
This paper will explore the situation in the Province of Vaspurakan in Greater Armenia in the second half of the IX c. I will first present the rhetoric of violence or accommodation that appears in IX century sources from the region with respect to Islamic rulers of various political importance, i.e. local emirs vs the Abbasid Caliph.
The sources to be treated include historiography, hagiography and colophons, thus, allowing a diverse view on the same issues. I will attempt to sketch a picture of how violence against Muslims appears in cases when we are dealing with local power politics and competition for territory control. Often, however, when discussing the rulers at the center of the Abbasid Caliphate — Samarra — the sources are more accommodating. My hypothesis is that rather than „religious polemic“ for its own sake we are here witnessing an example of political competition where violence vs accommodation seem to follow general political concerns.
Alexandra Cuffel, Bochum:
Violence by Pen and Rumor: Muslim Accusations of Dhimmi Oppression and Alliance and their Use by Christians and Jews, 12th -14th Centuries
Already in the Abbasid period, Muslims occasionally relocated or instigated harsh policies against Christian communities living near border or disputed areas, seemingly for fear of Christians’ potential willingness to ally with Christian or other non-Muslim powers. With the crusades, this fear became more pronounced, and reflected in part, the very real hope on the part of some Latin Christians of an alliance with Eastern Christians, whether Coptic, Ethiopian or other. What this paper will examine is the impact of these hopes and rumors on Muslim anti-Christian polemic and policies, coupled with increasing criticism by Muslims that dhimmis, most often, though not always, Coptic Christians, wielded too much governmental power and used their positions to oppress or do “violence” to Muslims. Numerous polemical tractates, fatwas, or entire books, such as Ibn Qayyim al-Jawziya’s Akham ahl al-Dhimmah, were dedicated to describing the proper status and behavior of religious minorities under Muslim rule in contrast to the current state of affairs, in addition to comments in Muslim chronicles. Jewish and Christian communities, aware of these Muslim concerns, used them in their attempts to manipulate Muslim authorities to act against members of other dhimmi communities to displace them, either because the individuals in question were causing problems for one or more competing dhimmi communities, or simply in hopes of benefiting from the power vacuum which would ensue if the powerful non-Muslim who was in power, were cast down. This strategy extended to Christians and Jews outside the direct rule of Muslims. In the twelfth century, the Coptic patriarch Gabriel used Muslim fears of Ethiopian power over Muslims to convince the Fatimid caliph to favor the church policy Gabriel preferred over the requests of the Ethiopians. Later however, increased Muslim fears and awareness of Latin aspirations for an alliance with the Ethiopians caused increase pressure on the Coptic community. Inter-dhimmi or inter-Christian manipulations of Muslim fears sometimes resulted in policies favoring those who engaged in this strategy, however, it also fueled outbreaks of mob-violence, executions, and Muslim suspicion that dhimmi, while not engaging in direct violence against Muslims, achieved the same ends by their pens as governmental officials and secret allies of Muslim enemies. Part of the aim of this paper will be to explore the relationship between real and imagined violence between dhimmis and Muslims, and the impact of both on relations between different dhimmi communities.
Dorothea Weltecke, Konstanz:
„Comparing Acts of Religious Violence between Medieval Christian and Muslim societies
Religious violence is very present in today’s public debates. In the humanities, violence has been studied intensively in different disciplines. The megatheories developed by the religious studies often assume religion as a cause of violence, while sociological theories in general do not. Historians have studied acts of religious violence in various ways, but do not usually discuss the contradicting theoretical strands or develop their own methodological approach. Surprisingly, therefore, there is no proper history of religious violence. Could there be a genuine historical contribution to the debate on religious violence and what would it look like?
In a first attempt to answer this question, medieval religious violence will be discussed in the light of recent sociological studies. While the Middle Ages are emblematic for their religious violence and many events have been studied at great depth for over a century, few attempts have been made to study it in a comparative manner or taking account current methodological developments. Generic terms like “Christianity” or “Islam” dominate the research, mostly designating “Latin Christianity” as opposed to some diachronically and geographically undifferentiated notion of “Islam”. The state of research on violent acts against minorities is very uneven regarding Christian versus Muslim ruled areas. Regarding the discussion of present challenges, the paper will present some avenues for future research in comparing religious violence between East and West.



