(Robert Kretzschmar, Stuttgart/Tübingen, Rainer Hering, Kiel)
Robert Kretzschmar, Stuttgart/Tübingen:
Einführung
Gerald Maier und Christina Wolf, Stuttgart:
Das Archivportal-D und die Deutsche Digitale Bibliothek. Neue übergreifende Recherchemöglichkeiten nach Quellen für die historische Forschung
Matthias Razum, Karlsruhe:
Tear down this wall – Offene Schnittstellen für die vernetzte Forschung
Michael Hollmann, Koblenz:
Angebote des Bundesarchivs im Netz
Stefan Kuppe, Udo Schäfer, Hamburg:
Das Transparenzportal Hamburg – Open Government Data als Angebot auch an die historische Forschung
Rainer Hering, Kiel:
Präsenz durch Publikationen. Open-Access-Publishing als Angebot der Archive
Rüdiger Hohls, Berlin:
Statement aus der Sicht der historischen Forschung
Abstracts (scroll down for English version)
Welche Angebote der Archive stehen heute der historischen Forschung im Netz zur Verfügung, um nach Archivgut zu recherchieren? Inwieweit sind Informationen zu Archivgut abrufbar und in welchem Umfang sind die Archivalien selbst digitalisiert? Welche Möglichkeiten bestehen für die Weiterverwendung der Daten und Digitalisate? Welche Strategien verfolgen die Archive bei der online-Stellung von Informationen zu Archivgut und Digitalisaten? Welche Anforderungen sollten dabei aus der Sicht der Forschung Beachtung finden? Diese Fragen stehen im Vordergrund der Sektion, die den Dialog zwischen den Archiven und der historischen Forschung fördern soll. Neben der reinen Information zielt die Sektion vorrangig auf eine wechselseitige Sensibilisierung für Bedarfe und Möglichkeiten.
Im September 2014 wurde das Archivportal-D innerhalb der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) freigeschaltet, das dazu eingerichtet ist, aus allen Archiven Deutschlands Informationen zu Archivgut zusammenzuführen und spartenübergreifend mit Metadaten und Digitalisaten anderer Kulturinstitutionen – insbesondere der Bibliotheken und Museen – zu vernetzen. Die Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder (KLA) hat 2015 ein Positionspapier verabschiedet, demzufolge sich das Archivportal-D zu d e m zentralen Nachweisinstrument für Archivgut in Deutschland und Nukleus einer in der nächsten Zeit konsequent auszugestaltenden Portallandschaft entwickeln soll. Was damit gemeint ist, wird in der Sektion erläutert. Auf dieser Grundlage werden sodann aktuelle Angebote des Bundesarchivs, des Staatsarchivs Hamburg und des online-Publishing vorgestellt.
Die Referate greifen ineinander und werden jeweils unmittelbar im Anschluss diskutiert. Das abschließende Statement erfolgt aus der Sicht der historischen Forschung und soll in eine umfassende Abschlussdiskussion einmünden.
Christina Wolf, Gerald Maier, Stuttgart:
Das Archivportal-D und die Deutsche Digitale Bibliothek. Neue übergreifende Recherchemöglichkeiten nach Quellen für die historische Forschung
Noch vor wenigen Jahren gestaltete sich die Recherche nach Archivgut im Internet als sehr mühsam: Meistens erforderte sie den Besuch individueller Webseiten einzelner Archive; die stellenweise vorhandenen gemeinsamen Angebote mehrerer Einrichtungen waren i.d.R. auf regionale oder themenspezifische Zugänge beschränkt. Die Handhabung der Recherchesysteme erwies sich zudem häufig als wenig intuitiv oder doch zumindest sehr heterogen. Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass wissenschaftliche Nutzer/innen, Fördergremien und die Archivwelt selbst schon seit den frühen 2000er Jahren die Entwicklung eines Archivportals auf nationaler Ebene erwarteten und forderten.
Dieses Vorhaben wurde ab Oktober 2012 mit Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft und in enger Verbindung mit der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) verwirklicht: Das Archivportal-D (www.archivportal-d.de) steht seit Herbst 2014 für die öffentliche und kostenfreie Nutzung zur Verfügung. Damit existiert erstmals ein zentraler, deutschlandweiter Zugangspunkt zu archivischen Erschließungsleistungen und digitalisierten Archivalien. Das deutsche Archivportal bietet historisch Forschenden und allen Interessierten eine Plattform für die Recherche nach fachgerecht aufbereiteten Informationen zu deutschen Archiven, deren Beständen, Findmitteln und Archivgut. Es ist sowohl technisch als auch organisatorisch eng mit der spartenübergreifenden Deutschen Digitalen Bibliothek verknüpft, woraus sich Synergien und Vorteile für Anwender/innen ebenso wie für beteiligte Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen ergeben. Mit derzeit mehr als 11 Millionen Datensätze von über 80 Archiven und Adressangaben von über 600 Institutionen (Stand: Januar 2016) steht im Archivportal-D inzwischen eine wertvolle Datenbasis für Forschung und Wissenschaft bereit, die beständig erweitert wird.
Der Beitrag stellt zunächst die Genese und Zielsetzungen des Archivportals-D vor. Eingehend werden dann die Portaloberfläche und Recherchefunktionalitäten erläutert. Des Weiteren wird ein Ausblick auf die zukünftigen Herausforderungen und Entwicklungen im Bereich des Archivportals-D und der Deutschen Digitalen Bibliothek gegeben und dargestellt, wie sich beide Angebote in die Landschaft bestehender Online-Portale einfügen und welche Chancen die angestrebte enge Vernetzung eröffnet.
Matthias Razum, Karlsruhe:
Tear down this wall – Offene Schnittstellen für die vernetzte Forschung
Die tiefgreifende Transformation der Wissenschaft durch deren fortschreitende Digitalisierung betrifft auch die Geisteswissenschaften. Der sich etablierende Bereich der „Digital Humanities“ zeigt dies ebenso wie die verstärkte Orientierung von Gedächtniseinrichtungen hin zu Angeboten im Netz. Immer mehr Metadaten, Erschließungsinformationen wie z.B. Findbücher, aber auch Digitalisate sind online verfügbar. Dabei zeigt sich, dass die Stärke des Internets – nämlich die Verteilung – auch ihre Nachteile hat. Das Angebot stellt sich für Nutzende hochgradig fragmentiert dar. Wie kann also das Potenzial der verteilten Informationsinfrastrukturen für die Forschung nutzbar gemacht werden?
Gedächtniseinrichtungen haben (glücklicherweise) feste Häuser mit Mauern – im Digitalen aber sind Mauern als tragende Strukturelemente nicht mehr notwendig. Ganz im Gegenteil: hier verhindern sie den freien Fluss der Daten und damit auch, den vollen Nutzen aus den mit intellektuellem und finanziellen Aufwand erschlossenen und digitalisierten bzw. digitalen Quellen zu ziehen. Diese Daten können in vielfachen Nutzungskontexten relevant sein. Dem stehen aber Einrichtungen gegenüber, die aufgrund beschränkter Ressourcen nur Zugriffswege für wenige dieser Kontexte ermöglichen können, etwa in Form ihrer Zugangs- und Rechercheportale. Offene Schnittstellen erlauben es Dritten, weitere Nutzungskontexte zu eröffnen, etwa in Form von virtuellen Forschungsumgebungen. In diesen können Forschende Daten aus unterschiedlichsten Quellen zusammenführen, tiefer erschließen, miteinander in Beziehung setzen und publizieren. Zentrale Portale wie die Deutsche Digitale Bibliothek oder Archivportal-D ermöglichen eine übergreifende Vernetzung und Recherche der Daten und überwinden so die Mauern der vielen Einzelsysteme in einer verteilten Informationsinfrastruktur.
Die Vernetzung setzt aber einige Bedingungen voraus: die Daten müssen eindeutig und persistent identifiziert sein, sie müssen unter einer möglichst offenen Lizenz nutzbar, umfänglich mit Normdaten erschlossen und über dokumentierte und standardisierte Schnittstellen zugreifbar sein – etwa über Programmierschnittstellen (API: Application Programming Interface). Erst die konsequente Erfüllung dieser Bedingungen hebt den digitalen Schatz vollständig, der in den vielfältigen digitalen Angeboten der Gedächtnisorganisationen zu finden ist.
Matthias Razum ist Leiter des Teilbereichs eScience, IT, Development & Applied Research beim FIZ Karlsruhe – Leibniz Institut für Informationsinfrastruktur.
Michael Hollmann, Koblenz:
Angebote des Bundesarchivs im Netz
Seit Jahren ist das Bundesarchiv bemüht, seine Erschließungsdaten – soweit rechtlich möglich – über das Internet allgemein zugänglich zu machen. Nach der Freischaltung seiner Suchmaschine invenio und dem Aufbau der Basisfunktionen eines Digitalen Archivs wird das Bundesarchiv in der Zukunft bemüht sein, verstärkt auch digitalen Content über das Internet für die Online-Benutzung bereitzustellen. Da es seine Erschließungsdaten samt digitalem Content auch an das Archivportal D weitergibt, leistet das Bundesarchiv so gleichzeitig einen Beitrag zum Auf- und Ausbau vernetzter historischer Informationssysteme.
Aufbauend auf seinen bisherigen Erfahrungen wird das Bundesarchiv bei der Digitalisierung und Onlinepräsentation von Archivgut im Internet künftig doppelgleisig verfahren. Zum einen werden Digitalisate, die im Kontext konkreter Benutzungen on demand erstellt werden, künftig auch über das Internet allgemein und dauerhaft verfügbar gemacht. Auf diese Weise entsteht im Laufe der Zeit ein neuartiges Referenzsystem für die historische Forschung, das über die traditionellen Verweise auf die Fundorte archivischer Bezugsquellen hinaus diese Quellen selbst als Digitalisat verfügbar macht und so den fachlichen Diskurs befördert.
Daneben wird das Bundesarchiv sein Onlineangebot konzeptionell ausbauen. Den Einstieg in das umfassende Projekt der Online-Präsentation seines Archivguts nimmt das Bundesarchiv über ein Projekt mit dem Arbeitstitel „Deutschland in zwei Nachkriegszeiten“. Ziel wird es sein, Archivgut zu identifizieren, zu digitalisieren und online zu präsentieren, das – gleich ob es sich um Schriftgut, Fotos, Filme oder Töne handelt – für eine Vielzahl von Themen und Forschungsansätzen als Leitquelle relevant ist. Dabei sollen immer vollständige Akten oder sogar Aktengruppen digitalisiert werden, damit dem archivischen Kontext-Gebot entsprochen wird.
Von entscheidender Bedeutung wird es sein, Archivgut auszuwählen, das tatsächlich eine offene Auseinandersetzung und Deutung der Geschichte der Weimarer Republik bzw. der Nachkriegsgeschichte anregen soll und dessen Auswahl nicht bereits ein eigenes Narrativ enthält. „Weimar“ etwa soll nicht von vorneherein aus der Perspektive des Scheiterns dokumentiert werden, sondern als zwar immer gefährdeter, zumindest zeitweise aber durchaus erfolgversprechender Versuch der Errichtung einer parlamentarischen Demokratie in Deutschland erkennbar werden – die Zwischenkriegszeit soll als offen und gewissermaßen „in Fahrtrichtung“ nachvollzogen werden können.
Stefan Kuppe, Udo Schäfer, Hamburg:
Das Transparenzportal Hamburg – Open Government Data als Angebot auch an die historische Forschung
Das Hamburgische Transparenzgesetz (HmbTG) legt eine umfassende Veröffentlichungspflicht für Informationen des öffentlichen Sektors fest, durch die die Transparenz staatlichen Handelns und die demokratische Meinungs- und Willensbildung gefördert werden soll. Unter den Informationen, die unter Beachtung des Schutzes personenbezogener Daten öffentlich zugänglich gemacht werden, finden sich zum Beispiel Geodaten, Statistiken, Verträge und Beschlüsse des Senats. Der Zugriff erfolgt seit dem 1. Oktober 2014 über das Transparenzportal Hamburg. Der Fachliche Betrieb des Portals liegt in der Zuständigkeit der Fachlichen Leitstelle Transparenzportal Hamburg des Staatsarchivs.
Der Vortrag wird das Transparenzportal Hamburg in den verwaltungswissenschaftlichen Diskurs über Open Government Data einordnen und die Frage aufwerfen, ob nicht auch die historische Forschung als Adressat dieses Angebots in den Blick zu nehmen ist. Darüber hinaus wird er aus archivwissenschaftlicher Perspektive Aspekte erörtern, die von Seiten der Geschichtswissenschaften zu bedenken sind, wenn sie aus Aufzeichnungen Informationen erheben, die bisher nicht als Archivgut übernommen worden sind und deren Erhaltung auf Dauer die historische Forschung deshalb nicht voraussetzen darf.
Rainer Hering, Kiel:
Präsenz durch Publikationen. Open-Access-Publishing als Perspektive für Archive
Für Archive ist die Präsenz im Internet – wie für alle anderen gesellschaftlichen Institutionen – notwendig, um adäquat wahrgenommen zu werden. Neben Portalen bietet das Open-Access-Publizieren eine zusätzliche Möglichkeit, die Sichtbarkeit von Archiven durch eigene Publikationen zu vergrößern. Dabei werden Bücher zugleich als klassische, hochwertige Printpublikationen, aber auch als ansprechend aufbereitete Online-Publikationen, die kostenfrei im Internet zur Ansicht und zum Herunterladen angeboten werden, bereitgestellt. Ergänzungen und Neuauflagen können schnell und kostengünstig realisiert werden; durch das Print-on-Demand-Verfahren werden Lagerkosten gespart. Innovative Publikationsverfahren bieten zudem die Chance, das vielfältige archivische Spektrum von Text, Bild, Ton und Film geschickt zu verbinden.
Der Beitrag erläutert grundsätzlich das Open-Access-Publizieren und dessen Bedeutung für die wissenschaftliche Forschung. Am Beispiel des Staatsarchivs Hamburg und des Landesarchivs Schleswig-Holstein wird dieses neue Publikationsmodell konkret vorgestellt, das die Vorteile von Internetpräsenz mit hoher weltweiter Sichtbarkeit und solider Buchveröffentlichung kombiniert.
Abstracts (English version)
Which services do archives offer historical researchers today to access their holdings on the internet? In what degree do they provide information on archival material and digitized documents? How can the data and digital facsimiles be further processed and reused? Which strategies do archives pursue when providing information online? Which requirements of researchers have to be considered? These are the main topics of this session that aims at promoting the dialogue between archivists and historical researchers. It’s objective is not only information sharing, but creating a mutual understanding for needs and opportunities.
The German Archives Portal, Archivportal-D, was launched in September 2014 and acts as the central platform for archival information in Germany. It gathers metadata and digital reproductions from all kinds of archives and links them with the content of other cultural heritage institutions, especially libraries and museums.
The purpose of Archivportal-D as the central access point to archival material within a growing network of cultural portals has also been outlined in a position paper published by the conference of heads of state archives in Germany in 2015. This will be described further in the session. The following talks will cover current services of the Bundesarchiv, the Staatsarchiv Hamburg and of online-publishing.
The interlocking presentations will be discussed subsequently. A concluding position statement from the angle of historical research will lead into a wide-ranging closing discussion.
Christina Wolf, Gerald Maier, Stuttgart:
Archivportal-D and Deutsche Digitale Bibliothek. New Comprehensive Services for Historical Research
Only a few years ago, the research for archival material on the internet proved to be very troublesome: Generally, users had to visit each and every archives’ website separately. Online search systems spanning more than one institution in this field were scarce, often limited to specific regions or topics and inconvenient. Knowing this, it is no surprise that more and more voices were raised that deemed a nationwide archives portal necessary.
This German Archives Portal, Archivportal-D, was finally realized thanks to funding by the German Research Foundation and a close connection with the German Digital Library (Deutsche Digitale Bibliothek). It is publicly and freely available since autumn 2014 and offers for the first time central and comprehensive access to records of all kinds of German archives. Researchers are able to find information on archival institutions, to look through finding aids provided by participating archives, to view search results and to study digital copies of archival records – all by browsing one single website.
Archivportal-D forms part of the Deutsche Digitale Bibliothek, the overall German Digital Library, and is embedded in its structure in terms of organization and technical background which guarantees sustainability beyond the project’s lifetime. At the same time, the interconnectedness creates positive outcomes for both users and cultural heritage institutions. With currently more than 11 million records from over 80 archives and address details of over 600 institutions (as of January 2016), Archivportal-D has already become a valuable information resource for research and science that is continually being extended.
The lecture will first introduce the beginnings and objectives of the German Archives Portal. The portal interface and search functionalities will then be presented in depth. After that, explanations on future challenges and developments in the field of Archivportal-D and Deutsche Digitale Bibliothek will follow. Finally, it will be shown which position both services take in the network of other online portals and what opportunities arise from the close cross-linkage.
Mathias Razum, Karlsruhe:
Tear Down This Wall – Open Interfaces for Networked Research
The profound transformation of research triggered by the progressing digitization affects both science and humanities. This is illustrated by the establishing field of Digital Humanities and the increase in web-based offerings by memory institutions. More and more metadata, indexing information like finding aids, and digitized materials are available online. It becomes apparent that the strength of the Internet – distributed resources – also has its downsides. For users, the offering turns out to be highly fragmented. Thus, the question is how to leverage the potential of distributed information infrastructures?
Memory institutions (fortunately) own buildings with sound walls – in the digitized world, however, walls are not needed any longer as supporting structures. Quite the opposite: walls block the free flow of data and thereby circumvent realising the full benefit of digitized materials that have been indexed with substantial intellectual and financial resources. This data may be relevant in multiple application contexts. Memory institutions with their typically limited resources can only address the most important application contexts, e.g. by means of search and dissemination portals. Open interfaces enable third parties to address the remaining application contexts, e.g. in the form of virtual research environments. These environments facilitate merging data from various sources, index it, create relations, and finally publish it. Central access portals like the German Digital Library (Deutsche Digitale Bibliothek) and the German Archives Portal (Archivportal-D) allow for comprehensive referrals and searches across the many data sources of a distributed information infrastructure, thus tearing down institutional walls.
The interconnectedness requires several preconditions to be met: all data is uniquely and persistently identified, it is reusable under an open license, authority data is used where appropriate, and the data is accessible via standardized and well-documented application programming interfaces. Only if all the preconditions are fulfilled, the true value of the digital treasure hidden in the manifold web-based offerings of memory institutions can be uncovered.
Michael Hollmann, Koblenz:
Content Offers on the Internet: The Federal Archives‘ Strategy
For the past years, the Federal Archives (Bundesarchiv) made considerable efforts to enable online access to all its description information – as far as legally possible. Following the launch of its research database “invenio” and the establishment of basic functionalities of a digital repository, the Federal Archives henceforth will also focus on the online presentation of ever more digital content. In addition to that, all description information and digital content is transmitted to the national archives portal (Archivportal-D). Thus the Federal Archives contributes to the creation and expansion of linked historical information systems.
Based on the experience gained so far, the Federal Archives will follow a double strategy of digitization and online presentation of archival material. First, documents digitized “on demand” – i.e. by order of users being interested in digital copies of specific sources – will also be presented on the internet and permanently made accessible. Thus, as time goes by, a new kind of reference system for historical research could be established: When in future not only locations and reference numbers of archival sources are indicated, but the sources themselves made available in digital form, discussions among professionals might well be fostered.
Furthermore, the Federal Archives is going to amend its web concept. A project preliminary titled “Germany in two post-war eras” (“Deutschland in zwei Nachkriegszeiten”) marks the starting point of the long process of significantly extending the amount of archival material presented online. The project aims at identifying, digitizing and presenting online archival material of high relevance for a number of topics and research approaches – no matter whether we talk about files, pictures, films or sounds. In order to be in line with the tradition of presenting archival sources within their context, files or record groups shall always be digitized as a whole.
A crucial point is the selection of archival material to be digitized. It is highly important to choose sources that stimulate an open research in and analysis of the history of the Weimar Republic and the years after 1945. The selection has to be made without any prejudgment – the Weimar Republic, for example, shall not be presented from the perspective of failure, but recognized as an – even if permanently threatened – at least partially successful attempt to establish a parliamentary democracy in Germany. The chosen sources shall thus help to understand the inter-war period “in the direction of travel”.
Stefan Kuppe, Udo Schäfer, Hamburg:
The Transparency Portal Hamburg – Open Government Data as an Offer as well for Historical Scientific Research
According to the Hamburg Transparency Law the public authorities of the Free and Hanseatic City of Hamburg are obliged to publish certain categories of public sector information in order to enhance transparency and democratic participation. The categories of public sector information which are made accessible within the limitations set up by the protection of privacy include geographic and statistical information as well as contracts and decisions of the senate. Since 2014, October 1 the access is provided via the Transparency Portal Hamburg. A special unit of the State Archives of the Federal State of Hamburg is responsible for the portal.
The presentation will connect the Transparency Portal Hamburg with the discourse concerning open government data within the administrative science and will raise up the question if the historical scientific research should be addressed as well by this offer. Besides the presentation will discuss several aspects from the perspective of archival science which should be taken into account by the historical sciences in case they make use of records which have so far not been transferred to public archives and whose preservation is therefore uncertain.
Rainer Hering, Kiel:
Open Access Publishing for Archives
Archives as any other organizations have to be visible in the internet. Besides their own websites one or more archival gateways as Archivportal D or Europeana are important to be visible in our modern world. Another opportunity is open access-publishing. Archives will be more visible if their publications are distributed in the classical way as printed books with high quality but as E-books or internet publications as well.
Open access means that the internet publications are free of charge. Open access publications are visible all over the world 24 hours a day. Revised editions are very fast and easy to be produced at a very low price. Especially finding aids or inventories could be published and revised very quickly. The paper books are published as prints on demand, so that there are no storage costs. Open access-publishing offers the opportunity to mingle different media in one publication, e.g. photos, sound- and film-sequences with are directly combined with the text. The paper will show the opportunities of open access-publishing which is practiced at the State Archives of Hamburg and Schleswig-Holstein.



