Detlev Siegfried, Professor für Neuere Deutsche und Europäische Geschichte an der Universität Kopenhagen
Dieser zeitgeschichtliche Vortrag diskutiert am Beispiel der Geschlechterverhältnisse in der Bundesrepublik der 1950er und 1960er Jahre Möglichkeiten, über die Geschichte der Popkultur Wandlungsprozesse in der Gesellschaft zu erforschen. Plattenspieler, moderner Jugendtanz und Lippenstift waren im Umfeld der seinerzeit neu aufkommenden Beatmusik bedeutende Artefakte bzw. Praktiken, an denen sich verfolgen lässt, wie insbesondere junge Frauen um die Legitimität ihrer kulturellen Präferenzen kämpften und ihre Aktionsräume in Freizeit und Beruf ausweiteten. Was allerdings nicht bedeutete, dass sich das Geschlechterverhältnis zwischen Männern und Frauen grundsätzlich gewandelt hätte. An diesem Beispiel sollen Erkenntnispotenziale und -grenzen der neuen Popgeschichte ausgelotet werden.



