Opferbilder. Viktimisierung im transepochalen und interkulturellen Vergleich (1400–2000)/ Staging the Victim: Victimization in Transepochal and Cross-Cultural Perspective (1400–2000)

(Harriet Rudolph, Regensburg)

Harriet Rudolph, Regensburg:
Viktimisierung als interdisziplinäres Forschungskonzept

Norman Housley, Leicester:
Opfer der Gewalt als politisches Argument im spätmittelalterlichen Kreuzzugsdiskurs

Margit Kern, Hamburg:
Entangled Histories. Transkulturelle Imaginationen des Opfers in der Antikenrezeption der Frühen Neuzeit

Joanna Simonow, Zürich:
Die mediale Inszenierung indischer Hungersnotleidender in politischen und humanitären Diskursen der 1940er Jahre

Ger Duijzings, Regensburg:
Viktimisierung im Kontext der militärischen Konflikte im ehemaligen Jugoslawien im 20. Jahrhundert

Abstracts (scroll down for English version):

Harriet Rudolph, Regensburg:
Viktimisierung als interdisziplinäres Forschungskonzept
In den medialen Diskursen der Gegenwart sind Opfernarrative und Opferbilder allgegenwärtig: Opfer von Krieg, Hunger, Terror, Kriminalität, sozialer Diskriminierung, politischer und religiöser Verfolgung prägen die Berichterstattung in starkem Maße. Sie können als Elemente von Prozessen der Fremd- und Selbstzuschreibung begriffen werden, die mit Blick auf ihre Eigendynamik, ihre Entstehungskontexte und ihre Rückbezüge auf tradierte Opferimaginationen (sacrificium/victima) bislang unzureichend untersucht worden sind. Im Gegensatz zum Begriff „Opfer“ betont das Konzept der Viktimisierung das Prozesshafte der Vorgänge, durch die Opferschaft im Empfinden der Betroffenen selbst, aber auch von Institutionen und Öffentlichkeit hergestellt wird. Entscheidend für die Analyse von Viktimisierung ist damit weniger ein dem Opfersein – tatsächlich oder vermeintlich – zugrundeliegender Akt der Gewalt als vielmehr dessen Deutung durch die geschädigten Individuen und deren Umwelt. Der Beitrag plädiert zudem dafür, den Opferbegriff im Rahmen der Analyse von Viktimisierungsprozessen seiner aktuell stark moralisierenden Bedeutungsdimensionen zu entledigen: Opfer sind weder per se unschuldig, ohnmächtig, bedauernswert, moralisch überlegen oder benachteiligt. Historiker und Historikerinnen können nicht das Opfersein als eine existentielle, als solche kaum historisierbare Erfahrung untersuchen. Sie können jedoch histories of victimhood (Jensen/Ronsbo 2014) im Sinne des Sprechens über, des Erinnerns an und des sozialen Aushandelns von Opfervorstellungen innerhalb einer oder auch zwischen Generationen, Gesellschaften und Kulturen erarbeiten und dabei gängige Deutungsmuster wie die „Säkularisierung/Resakralisierung“ oder „Nationalisierung/ Globalisierung“ des Opfers in der Neuzeit hinterfragen. Sie können die politics of victimhood (Jeffery/Candea 2006), verstanden als in bestimmten Kontexten präferierte Handlungsmuster politischer Eliten im Umgang mit Opferschaft, analysieren und dies ohne Rücksicht auf politisch gewünschte Deutungen.

Norman Housley, Leicester:
Opfer der Gewalt als politisches Argument im spätmittelalterlichen Kreuzzugsdiskurs
Seit dem ersten Kreuzzug waren die Brutalität der Feinde Christi, und das Leid, das diese über unschuldige Menschen brachten, Themen von zentraler Bedeutung in den Kreuzzugspredigten. Sie harmonierten nicht nur perfekt mit der auf das Martyrium Christie bezogenen Andacht, welche die crucesignati motivieren sollte, sondern auch mit den Werten der christlichen Nächstenliebe sowie mit der feudalen Lehensverpflichtung als weiteren Predigtinhalten, mit welchen die Kreuzzugsprediger erfolgreich auf die Vorstellungskraft einer kämpfenden Elite Europas einwirkten. Das Opfertum, und die hochgradig emotionalen Reaktionen, welche seine Darstellung in Bild und Text bei den Rezipienten zeitigen konnte, förderten nicht nur die Bereitschaft zum Selbstopfer, sondern auch zu Vergeltung und Blutvergießen. Im 15. Jahrhundert war die Bevölkerung Europas keineswegs immun gegenüber solcher Rhetorik der Gewalt. Wie schon ihre Vorfahren konnte auch sie durch anschauliche Berichte über grausame Gewalttaten zu Zorn und Trauer bewegt werden, auch wenn ihre Reaktion auf solche Nachrichten nun meist in Geldspenden und nicht mehr in einer persönlichen Dienstverpflichtung bestand. Dabei waren es vor allem drei Gruppen, die man als Feinde des Glaubensbegriff. Die wichtigste Gruppe verkörperten die osmanischen Türken, deren sprichwörtliche und systematische Grausamkeit eine zentrale Rolle für die Entwicklung des Türkenbildes in Zentral- und Osteuropa spielte. Zweitens wurden die in das Deutschordensgebiet einfallenden Russen durch Vertreter dieses Ordens als nicht weniger brutal dargestellt. Und schließlich wurde das durch die hussitischen „Häretiker“ verursachte Leid der böhmischen und deutschen Katholiken in Texten und Bildern dargestellt, welche den Versuch einer gewaltsamen Unterdrückung der Hussiten durch die Kirche zwischen 1420 und 1431 legitimieren sollte. Das Fortwirken der Kreuzzugsidee im 15. Jahrhundert führte im frühneuzeitlichen Europa zu einem wirkmächtigen Vermächtnis von Opferschaft, auch wenn dessen Bedeutungsgehalte vielfältiger waren als jene früherer Kreuzzüge.

Margit Kern, Hamburg:
Entangled Histories. Transkulturelle Imaginationen des Opfers in der Antikenrezeption der Frühen Neuzeit
Die Berichte von Menschenopfern bei den Mexica erregten von Anfang an große Aufmerksamkeit in Europa. Die im 16. Jahrhundert in diesem Zusammenhang erzeugten Fremdbilder indigener Gewalt erscheinen als eine regelrechte Obsession, die bis heute im kulturellen Gedächtnis nachwirkt. Eine eingehendere Betrachtung der Quellen offenbart jedoch, dass dieses Faszinosum auch deshalb so große Anziehungskraft entwickeln konnte, weil die Bilder aus der „Neuen Welt“ eine Eindeutigkeit in der Unterscheidung zwischen legitimer und illegitimer Gewalt versprachen, die in der Gewalterfahrung der Religionskriege des 16. beziehungsweise 17. Jahrhunderts in Europa nicht immer so leicht herzustellen war, weder im Alltag noch in der medialen Aufbereitung des Tötens in Flugschriften und illustrierten Einblattdrucken. Den Wandel vom religiös legitimierten (sacrificium) und zum illegitimen Opfer (victima) diskutierten bereits antike Quellen, die im 16. Jahrhundert intensiv aufbereitet wurden. Im Zentrum des Vortrags soll ein prominentes Beispiel stehen: das gesteigerte Interesse der Zeit an antiken Gladiatoren als eine Form von antikem Menschenopfer mit religiöser Funktion, wobei ein Verlust an religiöser Sinnstiftung – die Entwicklung hin zum banalen, öffentlichkeitswirksam als Spektakel inszenierten Morden – bereits in der Antike zu beobachten ist. Die eingehende Untersuchung von frühneuzeitlichen Texten sowie Bildquellen dokumentiert, dass die intensive Beschäftigung mit antiken Gladiatoren Teil eines transkulturellen Aushandlungsprozesses war. Die Antike diente als Vergleichsort, um die Erfahrungen in den Kolonien zu reflektieren. Antike Imaginationen ermöglichten die Abgrenzung vom amerikanischen Anderen und offenbarten doch gerade indirekt in ihrer transkulturellen Reformulierung die Existenz einer Verflechtungsgeschichte zwischen Amerika und Europa. Diese Verflechtung rief ein Bewusstsein von Nähe und Vergleichbarkeit der Gewaltkonzepte hervor, das anschließend wieder unterdrückt und marginalisiert werden musste.

Joanna Simonow, Zürich:
Die mediale Inszenierung indischer Hungersnotleidender in politischen und humanitären Diskursen der 1940er Jahre
Der Vortrag widmet sich der Analyse von Darstellungen des Hungers in Indien in den 1940er Jahren, die unter Gebrauch verschiedener Medienformen und -arten in und ausserhalb Indiens produziert und verbreitet wurden. Der Großteil dieser ‚Zeugnisse‘ entstand im Zusammenhang der bengalischen Hungersnot von 1943, in deren tragischem Verlauf Millionen von Menschen durch Hunger und Krankheit ihr Leben verloren. Anhand einer vergleichenden Analyse zielt der Vortrag darauf ab, Formen und Funktionen der Darstellung von Opferschaft zu erörtern und somit den Gebrauch visueller und verbaler Bilder des ‚indischen Hungers‘ im Nexus politischer und humanitärer Diskurse zu besprechen. In der politisch angespannten Lage der 1940er Jahre avancierte der Hunger in Indien zum Politikum: Durch die Erstarkung der indischen Nationalbewegung und der zunehmenden Ausbreitung des Faschismus befand sich das British Empire an gleich mehreren Fronten ‚im Krieg‘. Obgleich England und die Sowjetunion Alliierte im Kampf gegen das faschistische Deutschland waren, sah sich ersteres weiterhin bedroht durch die wachsende Einflusssphäre des Bolschewismus: Durch ihre offizielle Kriegsunterstützung nach 1941 war es den kommunistischen Parteien Englands (CPGB) und Indiens (CPI) möglich ein grösseres Publikum zu erreichen und, auf diese Weise, das Ziel einer antiimperialen Revolution weiterhin zu verfolgen. Trotz der wirksamen Pressezensur durch die britische Regierung gelang es engagierten Einzelpersonen sowie sozialen und politischen Gruppen, auf die Not in Indien aufmerksam zu machen, Spenden zu akquirieren und das politische Establishment anzuklagen. Der Vortrag richtet seinen Blick auf eine Auswahl dieser Akteure, die an der medialen Inszenierung des Hungers beteiligt waren und diskutiert die öffentliche Ausgestaltung der ‚Opferschaft‘ der von Hunger betroffenen Bevölkerung. Durch Bezugnahme auf visuelle Darstellungen des Hungers in anderen regionalen und historischen Kontexten soll darüber hinaus eine versuchsweise Einordnung der Darstellungsformen und Funktionen indischer Hungersnot in einen überregionalen und transepochalen Kontext erfolgen.

Ger Duijzings, Regensburg:
Viktimisierung im Kontext der militärischen Konflikte im ehemaligen Jugoslawien im 20. Jahrhundert
Der Beitrag diskutiert die starken Traditionen von Viktimisierungsnarrativen im serbischen Nationalismus mit seinen vielfältigen Rückbezügen auf die Schlacht auf dem Amselfeld (1389) und den Völkermord durch die ultranationalistische Ustasha gegen die serbische Bevölkerung im unabhängigen Staat Kroatien im Zweiten Weltkrieg. Opfererzählungen mit Bezug auf das Amselfeld wurden zunächst durch die serbische orthodoxe Kirche kultiviert, welche sich selbst seit dieser Zeit als leidende Kirche begriff. Im 19. Jahrhundert wurde dieses religiös definierte Leiden in einen aufkommenden serbischen Nationalismus integriert, welcher die anhaltende Viktimisierung Serbiens als Nation zu einer Schlüsselidee der eigenen Selbstbeschreibung erhob. Sie bildete die ideologische Grundlage eines Programms der territorialen Expansion und der nationalen „Wiederherstellung“ Serbiens im serbischen Befreiungskampf, der als Vergeltung für den Verlust des Kosovo und als Wiederauferstehung des mittelalterlichen serbischen Reiches verstanden werden sollte. Der Beitrag spürt den ideologischen und politischen Aktualisierungen und Reenactments der Idee der „Serben als ewige Opfer“ während der Kriege des 20. Jahrhunderts (Balkankriege, Erster und Zweiter Weltkrieg) nach. Der Hauptteil beschäftigt sich jedoch mit den neuesten Versionen des Kosovo Mythos während der Kriege im ehemaligen Jugoslawien in den 1990er Jahren. Er analysiert die wirkmächtigen lokalen Versionen des serbischen religiösen Nationalismus, welche in der Serbischen Republik in Bosnien als ideologische Grundlage für Akte der Vergeltung, so beim Massaker von Srebrenica (1995), gegenüber der muslimischen Bevölkerung dienten. In Anlehnung an Michael Fischers Terminologie in Bezug auf den Kerbela Mythos im schiitischen Islam charakterisiere ich General Mladics Appell eine siegreiche Armee zu schaffen, den er in einer Rede einige Tage vor diesem Massaker äußerte, als Beispiel für die Vorstellung eines „Amselfeld in the active mood“: als Aufruf historisches Unrecht zu korrigieren, den degradierenden Status des Opfers abzuschütteln und den Muslimen eine „Endlösung“ aufzuzwingen, die den Serben gleichermaßen „Gerechtigkeit“, „Freiheit“ und „Wiedergutmachung“ bringen sollte.

 

Abstracts (English Version):

Harriet Rudolph, Regensburg:
Victimization as a Research Concept in Historiography
In current mass media, the victim is omnipresent. We are confronted by narratives and images of victims of war, starvation, terror, crime, social discrimination, and political as well as religious persecution. They represent elements of victimization processes that historians have so far not sufficiently investigated with regard to their media-related dynamics, their historical context and their references to older imaginations of the victim (sacrificium/victima). In contrast to the term ‘victim’, the concept of ‘victimization’ emphasizes that victimhood might be considered the result of complex attribution processes in which victims, institutions or else the public in general participate in various ways. If we analyse processes of victimization, we should not only look at violent acts which may have been understood as the origin of victimization but also concentrate on perceptions and interpretations of the respective individuals and their surroundings. In my lecture, I argue that we should discard moral and emotional semantics of the term ‘victim’ while researching victimization. We should not consider victims innocent, powerless, pitiable, or else morally superior human beings. In addition, they do not necessarily belong to underprivileged minorities. Historians are hardly able to investigate victimhood as an existential experience. However, they may trace and compare histories of victimhood (Jensen/Ronsbo 2014). They may examine how people spoke about victims, how people remembered experiences of victimhood, and how generations and societies tried to negotiate imaginations and roles of the victim in the past. At the same time historians should question interpretive patterns such as the secularization/resacralization or else the nationalization/globalization of the victim in modern times. Historians should also explore the politics of victimhood (Jeffery/Candea 2006): the preferred strategies of political elites in dealing with victimhood at a certain time. In doing so, they should certainly not make allowances for any interpretation which may either be favoured or considered inexpressible by representatives of mass media and politics.

Norman Housley, Leicester:
Victims of violence in the discourse of crusading, c. 1400-1500
From the First Crusade onwards the brutality of the enemies of Christ, and the suffering which they inflicted on the innocent and vulnerable, were themes of central significance in the preaching of crusades. They harmonized perfectly with the Christological devotion which motivated crucesignati, as well as with the values of Christian charity (caritas) and feudal obligation which enabled crusade preachers to capture the imagination of Europe’s fighting elite. Victimhood, and the heightened emotional response which its depiction could generate, gave rise not just to self-sacrifice but also to darker expressions including vengeance and blood lust. The inhabitants of fifteenth-century Europe were not immune to such rhetoric. Like their ancestors they could be moved to anger and sorrow by accounts of atrocities, even if their response more often took the shape of financial donations than of personal service. The enemies of the faith fell principally into three groups. The main group was of course the Ottoman Turks, and their proverbial and systematic cruelty played a substantial part in the formation of their image in Central and Eastern Europe. Secondly, the invading Russians were depicted by the Teutonic Order in Prussia and Livonia as no less brutal than the Turks. Lastly, the sufferings of Czech and German Catholics at the hands of the Hussite heretics were depicted in graphic terms in the course of the Church’s attempt to suppress the Hussites by force between 1420 and 1431. The prolongation of crusading into the fifteenth century bequeathed to early modern Europe a potent legacy in terms of victimhood, albeit one that was more diverse than that of the earlier period of crusading.

Margit Kern, Hamburg:
Entangled Histories: Transcultural Imaginations of Ssacrifice and Victimhood in the Early Modern Reception of Antiquity
From the outset, reports of human sacrifice among the Mexica were a source of fascination in Europe. The images of the “other” that were produced in this connection during the 16th century appear to be a veritable obsession that has survived to this day in Europe’s cultural memory. Yet closer perusal of the sources reveals that the topic owed part of its appeal to the fact that the images from the ‘New World’ offered a clear distinction between legitimate and illegitimate violence – one not so readily found in perceptions of violence during the religious wars in 16th- and 17th-century Europe, whether in everyday life or in the images of killing published in pamphlets and illustrated broadsheets. The shift from religiously legitimised sacrifice to illegitimate victimhood had been debated in ancient sources that were closely studied in the 16th century. The lecture will focus on one prominent example: the increased interest at the time in ancient gladiators as a form of ancient human sacrifice with a religious function, in which a loss of religious meaning and a shift towards killing staged as crude public spectacle could already be observed in antiquity. Careful study of early modern texts and pictorial sources shows that this close interest in ancient gladiators was part of a transcultural negotiation process. Antiquity provided a point of comparison for reflecting on experiences in the colonies. Ancient imaginations allowed a demarcation with the American ‘other’; and yet, indirectly, their transcultural reformulation revealed the existence of historical entanglements between America and Europe. These entanglements created an awareness of closeness and similarity between the concepts of violence – which then had to be suppressed and marginalised once more.

Joanna Simonow, Zürich:
Framing the ‘Indian victim of hunger and starvation’ in political and humanitarian discourses of the 1940s
The paper explores verbal and visual images of hunger and starvation in India in the 1940s, which were produced and disseminated in different media types in- and outside of India. Most of these depictions were created during and after the Bengal famine of 1943 which induced severe human suffering and, ultimately, led to the death of millions. Comparing the varying forms and functions attached to depictions of victimhood in this particular context, the paper sheds light on the extent to which images of famine-affected populations were embedded into political and humanitarian discourses. In the politically charged context of the 1940s, famine in India evolved as an issue of political contention and as a palpable instrument in the hands of the Raj’s enemies. With the acceleration of Indian demands of national self-determination and the global expansion of fascism, the British Empire saw itself ‘at war’ on multiple fronts. Although Britain and the Soviet Union were allied in the battle against fascist Germany, the perceived threat of an expanding Bolshevist sphere of influence remained: Declaring their support of the British war effort after 1941, the Communist Party of Great Britain (CPBG) and India (CPI) could reach out to a wider audience and, hence, continue to aim for an anti-imperialist revolution. Notwithstanding British press censorship that severely limited the reach and form of information about the crisis, a diverse set of social and political groups exploited verbal and visual accounts of the ravaging famine to solicit donations and to incriminate the government. The paper will highlight the contribution of a selected number of these actors who participated in the staging of famine in India and, thereby, in the construction of notions of victimhood. Building upon visual depictions of hunger in other regional and historical contexts, the paper will further attempt to place the forms and functions evident in the depictions of Indian famine within a larger transregional and trans-epochal perspective.

Ger Duijzings, Regensburg:
Victimization Narratives in the Context of Military Conflicts in the Former Yugoslavia in the Twentieth Century
This paper will discuss the strong tradition of victimization narratives in Serbian nationalism, with its references to the Kosovo Battle (which Serb forces lost against the Ottoman armies in 1389) and the genocide committed by the ultranationalist (Croatian) Ustashe against the Serbian population in the Independent State of Croatia during World War Two. The victimization narratives related to the lost Kosovo Battle were initially cultivated in the Serbian Orthodox Church, which saw itself ever since as a suffering church. In the nineteenth century, this religiously defined suffering was integrated into an emerging Serbian nationalism, which proclaimed the continuous victimization of the Serbs as a nation into a key ideological premise. It was harnessed to a program of territorial expansion and recovery, providing the ideological underpinnings of Serbia’s liberation struggle, that is, the revenge for Kosovo’s loss and the resurrection of the medieval Serbian empire. The paper will trace the ideological and political reactivations and re-enactments of the ‘Serbs-as-eternal-victims’ idea during the wars of the twentieth century (the Balkan Wars, and the First and Second World War). The main part of the paper, however, will focus on the recent permutations of the Kosovo Myth during the Wars of Yugoslav Succession, analyzing particularly the powerful ‘local’ version of Serbian religious nationalism that emerged in the Republika Srpska (the Serbian Republic in Bosnia) which offered fertile ideological ground, moral justification and (church) legitimacy to acts of revenge against the Muslim population, such as in the case of the Srebrenica massacre (1995). Borrowing from M. Fischer’s terminology in respect of Shi’ite Islam, I characterize general Mladić’s plea to create a ‘winning army’, uttered in a speech to his troops days before the attack on Srebrenica, as an example of Kosovo in the active mood, a call to undo historical injustices, throw off the negative and degrading status of ‘the victim’, and impose a ‘final solution’, bringing ‘justice’, ‘liberation’, and ‘redemption’.