(Olaf Blaschke, Münster)
Olaf Blaschke, Münster:
Einführung: Glaubenssache Globalgeschichte?
Margrit Pernau, Berlin:
Religion in der Globalgeschichtsschreibung:
Die Emotionen der kolonialen Moderne in Indien
Volkhard Krech, Bochum:
Globalgeschichte in der Religionswissenschaft
Rebekka Habermas, Göttingen:
Kommentar
Abstract (scroll down for English version):
Mehr und mehr Themenfelder werden von der Globalgeschichtsschreibung erfaßt, allein die Religionen wurden bislang kaum von ihr berührt. Dabei wirken gerade Glaubensfragen grenzüberschreitend, mithin sollte die Überwindung des “methodologischen Nationalismus” Religions- und Kirchenhistorikern besonders leicht fallen. Tatsächlich jedoch bleiben den meisten transnationale, global- und verflechtungshistorische Ansätze fremd. Im Gegenzug ignoriert die Mehrzahl der für das 19. und 20. Jahrhundert zuständigen Globalhistoriker auch die Religionsgeschichte.
Ziel der Sektion ist, eine doppelte Sensibilisierung zu fördern: für globalgeschichtliche Fragen in der Religionsgeschichte einerseits wie für religiöse Themen in der aufstrebenden Globalgeschichtsschreibung andererseits. Überzeugt die bisherige Leistungsbilanz? Wo liegen Zugewinne, Ertragschancen und Grenzen der Globalgeschichte für Glaubensfragen? Dieser Diskussion widmet sich die Sektion in drei Grundsatzbeiträgen: Zunächst wird aus Sicht der etablierten Katholizismus- und Protestantismusforschung sondiert, welcher Mehrgewinn von einer globalgeschichtlichen Öffnung zu erwarten wäre. In einem interdisziplinären Tandem wird sodann zum einen von Seiten der Globalgeschichtsschreibung aus gezeigt, was gewonnen wird, wenn sie sich dem religiösen Feld widmet, zum anderen von Seiten der Religionswissenschaft aus diskutiert, welche Chancen sich für die Disziplin ergeben, wenn sie sich der Globalgeschichte öffnet.
Abstract (English version):
While global history touches on ever more historical fields of investigation, religion has so far been largely neglected. And yet, because matters of religious faith are essentially cross border phenomenon, historians of religion, and church historians, should find it easy to overcome the ‘methodological nationalism’ of their fields. But, most of these scholars shy away from transnational, global or entangled history. In turn, global historians of the 19th and 20th centuries tend to ignore the history of religion.
The aim of the session is to foster a reciprocal sensitivity. On the one hand, among historians of religion for the questions posed by global history, and, on the other hand, for religious issues in the emerging field of global history. How does the history of religion stand to profit and widen its perspective by embracing a global perspective? This discussion is dedicated to three essential themes. What would the well-established history of Catholicism and Protestantism gain from adopting a global perspective? What gains would global history make by integrating religious history? And, conversely, how would the field of religious studies benefit from adopting a global perspective?



