(Michael Kiss, VGD LV Schleswig-Holstein)
Podiumsdiskussion
-Lale Akgün, MdB
-Benjamin Stello, CAU, IQSH
-G. Schlaber, Deutsches Gymnasium Apenrade, Dänemark
-Rabeya Müller, Imamin, Schulbuchautorin
-Daniel Mourkojannis, ev.-luth. Kirche Norddeutschland, Leiter der Arbeitsstelle Reformationsjubiläum 2017
Leitung: Michael Kiss, VGD
Abstract
Die Reformation leitete nicht nur die Spaltung der christlichen Religion ein, sondern stieß in der Folge eine Reihe von Entwicklungen im politischen und gesellschaftlichen Leben Europas an. Mit Podiumsteilnehmern soll unter verschiedenen Aspekten erörtert werden, welche grundlegenden Veränderungen bis heute nachwirken und das politische und gesellschaftliche Leben des modernen Europas beeinflussen. Glaubensfragen sind nach und vor der Reformation Machtfragen, die in religiösen und politischen Konflikten münden. In der Folge entstehen Konzepte für einen modernen Rechts- und Verfassungsstaat, die bis heute unser tägliches Leben bestimmen. Neu ist zudem, dass die Gewissensfreiheit und das Toleranzprinzip als Prinzipien des Zusammenlebens formuliert werden. Der Reformation und den Reformatoren wird vorgeworfen, sie hätten eine Zivilreligion entstehen lassen, die die Glaubensinhalte bei Mitgliedern der christlichen Religionen zu einer sehr persönlichen Entscheidung werden ließen. Dies könnte sich aktuell auch an dem modernen (gewalttätigen) Islamismus nachweisen lassen.
Welche gegenseitigen Anregungen gehen von unterschiedlichen Religionen aus, die dann u. U. zu interkonfessionellen Angleichungen führen? Wie gehen wir mit den Wertvorstellungen und den religiösen Praktiken um, die auf unsere grundgesetzliche Ordnung treffen? Die Neugestaltung der Lehrpläne für Geschichte gibt die Möglichkeit, auch die Folgen der Reformation unter dem Aspekt der Kompetenzorientierung neu und anders für und im Unterricht zu untersuchen. Es gilt also, das didaktische Potenzial zu diskutieren, das sich aus christlicher und islamischer Sicht nutzen lässt. Die thematische Klammer der Reformation und der Glaubens- und Machtfragen trägt durch verschiedene Epochen. Es kann Fremdverstehen ebenso gefördert werden wie das Nachdenken über die eigenen Werte und Standpunkte. Ebenso kann nachgewiesen werden, inwieweit in unterschiedlichen Epochen geschichtliche Abläufe eingesetzt worden sind, um Macht zu sichern und damit zweck- und perspektivgebunden verwendet wurden, was Dekonstruktion durch die Lernenden fördert und fordert.



