Schülervortrag: Frauenpower im Königreich von Kusch. Herrschaft und Geschlecht in Nubien (8. Jh. v.Chr. – 4. Jh. n. Chr.)

Angelika Lohwasser, Professorin für Ägyptologie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Anders als in vielen Kulturen der Alten Welt war es für die Untertanen des Reiches von Kusch (Nubien, heute Südägypten und Nordsudan) nicht ungewöhnlich, dass eine Königin auf dem Thron saß.Erst langsam enträtseln Forscher die Geschichte dieser Königinnen. Die Funde zeigen: Schon ab dem 8. Jh. v. Chr. hatten Frauen im Niltal eine gesellschaftlich bedeutende Stellung, begleiteten den König und agierten selbständig vor Göttern. Später bestiegen sie dann auch als regierende Herrscherinnen den Thron.

Der Vortrag geht auf die Mechanismen von Macht und Herrschaft am Beispiel antiker Gesellschaften ein. Dem kuschitischen Königtum lag das Prinzip der Einheit von männlichen und weiblichen Aspekten zu Grunde. So wie der König von seiner Gemahlin oder Mutter begleitet werden musste, brauchte auch die Königin eine männliche Ergänzung, um ihre Herrschaft zu legitimieren und zu sichern.

Der Vortrag ist verlegt in den Philosophenturm, Hörsaal G, Von-Melle-Park 6.