(Martin Lücke, Berlin)
Martin Lücke, Berlin:
Einführung in die Sektion: Shoah und Geschichtsunterricht – Bisherige empirische Befunde
Bernd Körte-Braun, Berlin:
Konzept und Setting digitaler Lernumgebungen am Beispiel einer tabletbasierten Anwendung
Irmgard Bibermann, Innsbruck:
Historisches Lernen mit tablet-basierten Videointerviews – Beschreibung und Analyse von Geschichtsunterricht
Peter Gautschi, Luzern:
Guter Geschichtsunterricht?
Sebastian Telschow, Berlin:
‚Weil ich mich frage wieso?‘ – Alteritätserfahrung und historische Sinnbildung
Felicitas Macgilchrist, Braunschweig:
Kommentar: Perspektiven für die Bildungsmedienforschung
Juliane Brauer, Berlin:
Kommentar: Perspektiven für die geschichtsdidaktische Forschung
Abstract
Dass der Übergang von kommunikativen zum kulturellen Gedächtnis beim Erinnern an die Shoah eine besondere Herausforderung für die Didaktik der Geschichte und für die Konzeption von Lernprozessen darstellt, kann mittlerweile als ein Allgemeinplatz gelten. Auf das bevorstehende endgültige Fehlen von noch lebenden ZeitzeugInnen beim Erinnern an die Shoah wurde unter anderem reagiert, indem umfangreiche Video- und Audioarchive mit lebensgeschichtlichen Interviews von Überlebenden erstellt wurden.
Durch Erfahrungsberichte ist belegt, dass solche videographierten ZeitzeugInneninterviews auch tatsächlich in den (Geschichts-)Unterricht eingebracht werden. Wie ein solches Angebot ausgestaltet werden soll, damit die Lernenden einen möglichst großen Nutzen daraus ziehen und mit ihnen kompetenzorientiert historisch lernen können, ist zwar theoretisch reflektiert, aber kaum systematisch erforscht.
Die Universität Innsbruck, die PH Luzern und die Freie Universität Berlin haben durch Koordinierung des österreichischen Bildungsträgers „erinnern.at (Nationalsozialismus und Holocaust: Gedächtnis und Gegenwart)“ mit dem Projekt „Die Shoah im schulischen Alltag“ ein Unterrichtssetting entwickelt, das Möglichkeiten einer solchen systematischen Erforschung von Geschichtsunterricht mit videographierten Zeitzeugeninterviews ermöglicht.
In der Sektion soll anhand der Ergebnisse des Forschungsprojektes grundlegend über die pragmatische und empirische Dimension von historischem Lernen mit videographierten Interviews zur Shoah diskutiert werden. Die empirisch gestützten Ergebnisse sollen daraufhin befragt werden, wie sie sich zur bisherigen empirischen Forschung zum Thema „Shoah in der Schule“ verhalten und welche zukünftigen Forschungsfragen sich aus diesen Ergebnissen ableiten lassen.



