Die Abstracts der Sektionen wurden aktualisiert

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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Sektionen am 2. Okt.

Vortragstitel:
Der Begriff der Erinnerung
Tag:
02.10.2008
Epoche:
Geschichtsdidaktik
Sektion:
Historische Erinnerung im Zeitalter des Internet – Ungleichheiten als Methodenproblem

Abstract:

Der Begriff der Erinnerung

Referent/in: Martin Sabrow, Potsdam

 

„Erinnerung“ ist einer der zentralen Verständigungsbegriffe unserer Zeit. Google, unser unbestechlicher Bedeutungsanzeiger für das gegenwärtig Gefragte, meldete im September 2007 für „Erinnerung“ 52 Millionen Einträge – mehr als doppelt so viele wie für „Freiheit“ (21 Mio.), sieben Mal mehr als für das Stichwort „Gerechtigkeit“ (7 Mio.), zwanzig Mal mehr als für „Gleichheit“ (2,5 Mio.) und fast vierzig Mal so viel wie für „Menschenwürde“(1,4 Mio.). Der Wille zur Erinnerung prägt die öffentliche Gedenkkultur der Bundesrepublik, und dies bemerkenswerterweise auch und gerade dort, wo diese Erinnerung schmerzlich ist, wo sie Trauer wachruft und Beschämung erzeugt.
Der Vortrag geht der Rolle der Pathosformel „Erinnerung“ in der heutigen Geschichtskultur nach. Er  stellt ihr die historische Bedeutung des organisierten Vergessens gegenüber und diskutiert einzelne Gründe für die Konjunktur des biographischen Zeugnisses in der Bewältigung der genozidalen Lasten der Diktatursysteme des 20. Jahrhunderts der Extreme. Im weiteren erörtert er einzelne Spannungsfelder und Konfliktfelder des „memorial turn“, und widmet sich der Frage, inwieweit die Geschichtswissenschaft und besonders die Zeitgeschichte als Teil oder Korrektiv der Erinnerungskultur zu verorten ist.