Die Abstracts der Sektionen wurden aktualisiert

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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Sektionen am 2. Okt.

Vortragstitel:
Der Orient in Rom: Das Fremde im Zentrum der Macht
Tag:
02.10.2008
Epoche:
Alte Geschichte
Sektion:
Politisch-kulturelle Ungleichheiten im Spannungsverhältnis zwischen ‚Orient’ und ‚Okzident’

Abstract:

Der Orient in Rom: Das Fremde im Zentrum der Macht

Referent/in: Rolf Michael Schneider

Der Import orientalischer Traditionen nach Rom reicht weit in die Republik zurück, ebenso der damit einhergehende Prozeß ihrer nachhaltigen Romanisierung. Maßnahmen wie die nationale Vereinnahmung des Trojamythos und die unerhörte Überführung des fremden Kults der Kybele als Mater Magna auf den römischen Palatin bezeichnen den Prozeß einer Orientalisierung, der Rom seit dem 2. Jahrhundert v.Chr. grundsätzlich zu prägen begann. Grundsätzlicher jedenfalls, als es uns ein immer noch klassizistisch getrübter Blick in der Regel wahrzunehmen erlaubt. Spätestens seit Augustus kommt es hier zu einem weiteren Schub: etwa durch die römischen Bilder des schönen Orientalen, die in einer gemeinsamen Ikonographie Freund und Feind, Römer und Nicht-Römer neu aufeinander beziehen, und durch die Umdeutung der aus Ägypten abtransportierten Obelisken als spektakuläre Wahrzeichen römischer Kaisermacht. Diese Phänomene reflektieren unterschiedliche Formen der Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Kulturen des Orients in Rom. Sie weisen auf Konzepte kultureller Ungleichheit, die uns irritieren. Dadurch eröffnet sich ein spannendes historisches Versuchsfeld für Fragen, denen der Vortrag nachgehen wird: Wie ist (wer in) Rom mit kultureller Ungleichheit umgegangen, in welchen Kontexten und Zeithorizonten und schließlich, warum?