„Quellen lesen – aber im Original!“ Methodischer Workshop zu mittelalterlichen Quellen
Der Workshop soll einen ersten praktischen Einblick in das Lesen mittelalterlicher Schriften und ihre historische Einordnung vermitteln. Hierbei liegt der Fokus auf mittelalterlichen Buchschriften, welche sich zum Einstieg gut eignen. Methodisch soll der Workshop hierbei sowohl praktisch in der Gruppe als auch im Plenum gestaltet werden. Dies soll in drei Schritten erfolgen: In einer ersten Gruppenphase sollen die Schüler:innen ausgedruckte Schriftbeispiele (karolingische Minuskel, verschiedene Formen der Textualis und gotische Kursive) selbständig chronologisch einordnen und dabei miteinander diskutieren. Lernziel hierbei ist das selbständige Erkennen von Entwicklungslinien der Schriftgeschichte und die Konfrontation mit dem für viele vermutlich unerwarteten Fakt, dass gerade die älteste Schrift der modernen Antiqua am ähnlichsten sieht. Damit werden Fragen angeregt, die im zweiten Schritt beantwortet werden können. Dieser besteht darin, den Schüler:innen im Plenum darzulegen, wer im Mittelalter wozu, wann, wo und womit geschrieben hat. Dabei soll im Rückgriff auf die vorher gezeigten Schriftbeispiele verdeutlicht werden, dass Schrift auch in ihren Formen von geschichtlichen Entwicklungen (Veränderungen von Materialität, zunehmende Literarität und Schriftlichkeit etc.) geprägt wurde und diese widerspiegelt. Im dritten Schritt wird mit einer Leseübung abgeschlossen, in der sich die Schüler:innen reihum am Lesen einer karolingischen Minuskel versuchen können.
Der Workshop richtet sich an Schüler:innen ab Klasse 7. Er wird außerdem am Donnerstag, den 18.9., von 11:50 bis 12:35 Uhr angeboten. Eine Anmeldung per E-Mail an bonn@historikertag.de ist erforderlich.