Geschichte vor Ort

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Geschichte vor Ort. Forschung und Beruf in Westfalen

„Geschichte vor Ort. Forschung und Beruf in Westfalen“ ist eine Initiative von universitären und außeruniversitären Einrichtungen aus Münster. Alle eint die Tätigkeit in den Geisteswissenschaften. Das abwechslungsreiche Veranstaltungsprogramm gibt einen Einblick in die Arbeitsschwerpunkte der einzelnen Institutionen.

 

Arbeitsstelle Forschungstransfer der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

Über die Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) initiiert und fördert die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) Kooperationen zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft. Die AFO betreibt Forschungs-, Technologie-, Wissens- und Personaltransfer aus der Hochschule in die Praxis. Sie berät Existenzgründerinnen und -gründer, stellt das Leistungs- und Forschungspotential der WWU nach außen dar und überwindet dabei disziplinäre und geographische Schranken.

Im Rahmen ihres Projektes „Expedition Münsterland“ macht die AFO seit 2010 einzigartige Wissenschafts-Schauplätze im Münsterland erlebbar und lässt universitäre Forschung in der Region sichtbar werden. Das Projekt versteht sich dabei als Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft: Ausgangspunkte für viele Veranstaltungen sind Hinweise von Bürgern, die sich für ihre Umgebung interessieren und die anschließend oft maßgeblich bei der Umsetzung der gemeinsamen Forschungsveranstaltungen mitwirken. Im Rahmen der „Expedition Münsterland“ forschen so nicht nur Wissenschaftler, sondern es beteiligen sich auch Laien in vielfältiger Weise als Bürgerwissenschaftler vor Ort.

 

Bistumsarchiv Münster

Das 1938 offiziell gegründete Bistumsarchiv Münster befindet sich seit 1950 im altehrwürdigen, 1844 erbauten Galenschen Konvikt an der Georgskommende. Es verwahrt als Zentralarchiv für das Bistum Münster das gesamte Schrift- und Dokumentationsgut der bischöflichen Zentralverwaltungen und der diözesanen Einrichtungen. Zu den zentralen Beständen (die Historischen Archive von Generalvikariat und Domkapitel) als Ausgangspunkt des Archivs traten in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche weitere Bestände (insgesamt etwa 800) unterschiedlichster Einrichtungen und von Personen. Auch fast alle Pfarrgemeinden haben ihre Archive dem Bistumsarchiv als Depositum zur fachgerechten Aufbewahrung übergeben. Die Kirchenbücher sind mittlerweile auch online einsehbar unter: http://www.matricula-online.eu Die Überlieferung in unserem Haus beginnt Mitte des 12. Jahrhunderts. Für den niedersächsischen Teil des Bistums (Bischöflich Münstersches Offizialat) ist das Offizialatsarchiv Vechta zuständig.

 

Die Villa ten Hompel – Geschichtsort der Stadt Münster
Fragen an Gestern – Impulse für Heute

Die Villa ten Hompel ist Münsters Geschichtsort. Die Hausgeschichte – im Nationalsozialismus Kommandozentrale der Ordnungspolizei, nach 1945 Ort der Entnazifizierung und Sitz der Wiedergutmachungsbehörde – spiegelt sich in den wechselvollen Etappen deutscher und europäischer Zeitgeschichte. In der Dauerausstellung werden die enorme Dimension der Beteiligung der uniformierten Polizei am Zweiten Weltkrieg und an den Genoziden gegenüber Juden sowie Sinti und Roma, die öffentliche und personelle Entnazifizierung und Kontinuitäten nach 1945, die juristische Aufarbeitung des NS-Unrechts sowie der bürokratische Versuch einer „Wiedergutmachung“ der Bundesrepublik gegenüber ehemals Verfolgten thematisiert.

 

Historische Kommission für Westfalen

Die Historische Kommission für Westfalen ist heute eine von sechs landeskundlichen Kommissionen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). In den mehr als 100 Jahren seit ihrer Gründung hat sie an die 500 Publikationen vorgelegt.

Die Arbeit der Kommission ruht auf drei Säulen: Kernaufgabe ist die Herausgabe von Quelleneditionen zur Erschließung westfälischer Landesgeschichte. An Bedeutung gewonnen haben als zweite Säule wissenschaftliche Tagungen und Vortragsveranstaltungen, die die Historische Kommission gemeinsam mit Bündnispartnern ausrichtet und deren Beiträge in der Regel veröffentlicht werden. Ebenfalls wichtig für die Historische Kommission ist als drittes Standbein die Teilnahme an und Betreuung von Kooperationsprojekten. Exemplarisch stehen dafür das noch andauernde Projekt „Westfälischer Städteatlas“ und das kürzlich abgeschlossene „Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinschaften in Westfalen und Lippe“ (beide in Zusammenarbeit mit dem Institut für vergleichende Städtegeschichte der WWU Münster).

 

Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen

Das Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen verwahrt darüber hinaus wichtige Geschichtsquellen – Urkunden, Akten, Karten und Pläne –, die mehr als 12 Jahrhunderte westfälischer Geschichte widerspiegeln. Hier liegt auch die älteste Urkunde Norddeutschlands, ein Diplom Kaiser Karls d. Gr. von 813.

Ein Teil der Archivalien stammt aus den ehemaligen geistlichen und weltlichen Territorien vor 1815 (z. B. Fürstbistum Münster, Fürstbistum Paderborn, Domkapitel Münster, Domkapitel Paderborn, Herzogtum Westfalen), der Stifte und Klöster sowie der preußischen Territorien (Fürstentum Minden, Grafschaft Ravensberg, Grafschaft Mark und Grafschaft Tecklenburg). Für die Zeit ab 1815 verwahrt die Abteilung Westfalen die Unterlagen, die in den staatlichen preußischen Behörden in den heutigen Regierungsbezirken Arnsberg und Münster entstanden sind.

Nachlässe und Sammlungen, Archive von Verbänden, Vereinen, Parteien sowie die Archive einzelner adeliger Häuser, Familien und Höfe ergänzen die staatliche Überlieferung.

 

LWL-Archivamt für Westfalen

Archivberatung und Archivierung sind die Aufgaben des LWL-Archivamtes für Westfalen. Diesen Namen trägt das Amt zwar erst seit 2006, sein Angebot an Kommunal-, Privat- und Wirtschaftsarchive und ihre Träger, sie in archivfachlichen Fragen zu beraten und sie zu fördern, besteht aber schon seit 1927.

Neben der Archivberatung finden sich im LWL-Archivamt drei verschiedene Archive:

  1. Das Archiv LWL

Das Archiv des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe hat die Aufgabe, die Geschichte des LWL und seiner Rechtsvorgänger sowie seiner einzelnen Dienststellen zu dokumentieren.

  1. Vereinigten Westfälische Adelsarchive:

Im Rahmen der nichtstaatlichen Archivpflege betreut das LWL-Archivamt über 100 Adelsarchive der Region und macht sie im Lesesaal interessierten Nutzern zugänglich.

  1. Das Westfälische Literaturarchiv ist eine Kooperationseinrichtung des LWL-Archivamtes für Westfalen und der Literaturkommission für Westfalen.

 

LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte (http://www.lwl-regionalgeschichte.de)

Das LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte ist eine wissenschaftliche Einrichtung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Es betreibt moderne Regionalgeschichtsforschung mit dem Schwerpunkt auf der Neueren und Neuesten Geschichte. Mit seiner Ausrichtung ist das Institut in der historischen Forschungslandschaft eine Besonderheit: Es ist die einzige Einrichtung, die sich in kommunaler Trägerschaft der Erforschung der westfälischen Geschichte des 19., 20. und 21. Jahrhunderts widmet. Neben der eigenen wissenschaftlichen Tätigkeit fördert das Institut externe Arbeiten und bietet Historikerinnen und Historikern sowie der interessierten Öffentlichkeit Veröffentlichungen, Veranstaltungen und Serviceleistungen an.

 

LWL-Medienzentrum für Westfalen (www.lwl-medienzentrum.de)

1928 als „Landesbildstelle“ gegründet, ist das LWL-Medienzentrum für Westfalen – wie es seit 2006 heißt – heute ein moderner Dienstleister für Medien in Bildung und Kultur. Als Kultureinrichtung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat die Einrichtung den dreifachen Auftrag, das audiovisuelle Erbe der Region zu sichern (Bild-, Film- und Tonarchiv), die Geschichte und Gegenwart Westfalens mediengestützt in die Bildungs- und Kulturarbeit zu vermitteln (Medienproduktion) und die westfälischen Kreise und Städte bei der Förderung der Bildung mit und über Medien zu unterstützen (Medienbildung).

Das Bild-, Film- und Tonarchiv des LWL-Medienzentrums sammelt Fotografien, Filme und Tonaufnahmen aus und über Westfalen-Lippe. Über 400.000 Bilder, rund 8.000 Filme und rund 800 Tondokumente veranschaulichen die Vergangenheit und Gegenwart der Region. In der Online-Bilddatenbank www.bildarchiv-westfalen.lwl.org sind inzwischen über 50.000 Bilder von 1850 bis heute zugänglich. Für Unterricht und Bildungszwecke können alle Fotos kostenlos heruntergeladen werden. Themensammlungen erleichtern den Zugriff.

 

Stadtarchiv Münster

Das Stadtarchiv verwahrt als „Gedächtnis der Stadt Münster“ stadt- und personengeschichtlich wichtige Originalunterlagen wie Urkunden, Akten, Protokolle, Fotos, Pläne, Zeitungen und digitale Verwaltungsunterlagen. Die Archivalien können heute von allen Interessierten genutzt werden. Die Archivbestände werden laufend durch Abgaben von städtischen Dienststellen, privaten Institutionen und Personen erweitert. Das Archivgut wird mit Hilfe einer Datenbank einzeln erfasst. Das Suchen und Finden von Dokumenten und Abbildungen erfolgt an Benutzer-PC im Lesesaal des Stadtarchivs und über Online-Findbücher im Portal archive.nrw. Das Stadtarchiv gibt in zwei Reihen stadtgeschichtliche Publikationen heraus und unterstützt Schulen, Studierende, Vereine oder Interessierte durch Führungen oder Vorträge bei stadtgeschichtlichen Studien.

Die Archivalien der Stadt Münster gliedern sich in drei zeitliche Abschnitte. Die Dokumente aus der fürstbischöflichen Zeit reichen von 1184 bis ca. 1800. Sie umfassen die Bestände des ehemaligen Rates der Stadt, des Gerichtswesens und der Stiftungen. Die Akten der preußischen Verwaltung enden ca. 1945. Daran schließt sich der Aktenbestand der heutigen Stadtverwaltung an. Darüber hinaus verwahrt das Schriftgut des ehemaligen Landkreises Münster sowie der Ämter Roxel, Wolbeck und St. Mauritz. Das nichtamtliche Archivgut umfasst Deposita und Nachlässe etwa von Vereinen, Firmen, Privatpersonen. Außerdem gehören umfangreiche Sammlungen zum Archivbestand: Fotos, Plakate, Postkarten, Zeitungen, Stadtpläne oder Porträts.

 

Stadtmuseum Münster

Seit 1989 befindet sich das Stadtmuseum an der Salzstraße in einem Neubau hinter einer historischen Fassade aus dem Jahr 1910/1911. Im Erdgeschoss des Gebäudes befindet sich außer dem Museumsfoyer noch eine Anzahl von Geschäften. Museum und Geschäfte sind hier in einer seltenen und gelungenen Verbindung unter dem Motto „Kunst und Kommerz“ vereint.

Das Stadtmuseum Münster zeigt die Geschichte der Stadt Münster von den Anfängen bis zur Gegenwart. Das Kernstück des Museums ist die Schausammlung im ersten und zweiten Obergeschoss, die einen Überblick über die münsterische Stadtgeschichte bietet. In zahlreichen Sonderausstellungen werden dem Publikum spezielle Themen und Aspekte der münsterischen Kultur- und Kunstgeschichte vorgestellt. Hierfür stehen weitere Ausstellungsbereiche zur Verfügung.

Das Stadtmuseum Münster wendet sich an alle, die sich für die Geschichte und Kultur der westfälischen Metropole interessieren. Der große Zuspruch, den das Museum erfährt, zeigt sich an den zahlreichen Schenkungen, Stiftungen und Leihgaben. Durch diese Unterstützung und die vielen Neuerwerbungen gibt es in der Schausammlung stets Neues zu entdecken, was den Besuch im Stadtmuseum immer wieder zu einem lohnenden Erlebnis macht.

 

Universitätsarchiv Münster

Das Universitätsarchiv Münster wurde 1912 gegründet und befindet sich auf dem Leonardo-Campus, einem ehemaligen Kasernengelände, das seit Mitte der 1990er-Jahre von Universität, Fachhochschule und Kunstakademie Münster gemeinsam genutzt wird. Das Archiv ist für die historische Überlieferung der Universität verantwortlich, die auch ihre Vorgängereinrichtungen umfasst. Hierzu gehören die erste Universität (1780-1818), die Philosophisch-Theologische Lehranstalt (1818-1832), die Akademie (1832-1902) und die Pädagogische Hochschule Westfalen-Lippe Abteilung Münster (1980 in die Universität eingegliedert). Der Schwerpunkt liegt dabei auf Akten des 19. und 20. Jahrhunderts. Ergänzt wird das amtliche Schriftgut durch verschiedene Sammlungen, wie Fotografien, Karten und Pläne, Druckschriften und Plakate. Hinzu kommen Nachlässe von Professorinnen und Professoren sowie Material aus der Studentenschaft, beispielsweise des AStA, einiger Fachschaften oder auch Studienunterlagen einzelner Studierender.

 

Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abt. Münster, e. V.

Der Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster, ist mit seiner Schwesterabteilung in Paderborn einer der ältesten Geschichtsvereine Deutschlands. Er hat die Aufgabe, die Geschichte und Kultur Westfalens zu erforschen und zu vermitteln. Dazu gibt er zwei wissenschaftliche Zeitschriften (Westfälische Zeitschrift, Westfalen. Hefte für Geschichte, Kunst und Volkskunde) heraus, veranstaltet Vortragsreihen und einmal pro Jahr den „Tag der Westfälischen Geschichte“, führt Tagesfahrten, historische Spaziergänge und Angebote speziell für Kinder durch. Darüber hinaus ediert der Verein in Kooperation mit der Historischen Kommission für Westfalen und dem Landesarchiv NRW die Tagebücher des ersten Oberpräsidenten von Westfalen, Ludwig Freiherr Vincke (1774-1844).

Schülerinnen und Schüler können Facharbeiten und Arbeiten, die im Rahmen des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten entstanden sind und sich mit Aspekten westfälischer Geschichte befassen, auf der Vereinshomepage veröffentlichen

  

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Westfalen-Lippe

Der 1919 gegründete Verein errichtet und pflegt im Auftrag der Bundesregierung deutsche Kriegsgräberstätten im Ausland. Die Grundlagen dieser Arbeit bilden das Gräbergesetz und bilaterale Abkommen, die die Bundesrepublik mit über 45 Staaten abgeschlossen hat. Mit der „Gräbersuche Online“ (www.volksbund.de/graebersuche) bietet der Volksbund die Möglichkeit, nach Kriegstoten zu suchen. In der Datenbank, die laufend ergänzt wird, befinden sich derzeit die Namen von über 4,7 Millionen Kriegstoten, die im In- und Ausland bestattet sind. Bis heute suchen wir nach den noch nicht geborgenen deutschen Kriegstoten, bestatten sie würdig und versuchen, ihnen ihre Namen zurückzugeben. Außerdem informieren und begleiten wir ihre Angehörigen. Kriegsgräberfürsorge umfasst die Sorge um die Gräber aller Toten von Krieg und Gewaltherrschaft, Soldaten wie Zivilisten, aber auch das öffentliche Erinnern, Gedenken und Mahnen für den Frieden sowie die auf Friedensfähigkeit und Verständigungsbereitschaft zielende Jugend-, Schul- und Bildungsarbeit mit lokalhistorischen Bezügen.