Begleitprogramm

Dienstag, 25.9.2018

Ich sehe was, was du nicht siehst. Geschichte(n) vor Ort: das ehemalige Kriegsgefangenlager Haus Spital

Arbeitsstelle Forschungstransfer und Historisches Seminar der WWU Münster, LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte

Führung

12.30 – 16.00 Uhr

Treffpunkt: Foyer des Fürstenberghauses

kostenfrei

Die Expedition Münsterland ist ein Projekt, das die Arbeitsstelle Forschungstransfer (AFO) der Universität Münster 2010 ins Leben gerufen hat. Die Expedition Münsterland präsentiert mit unterschiedlichsten Formaten Wissenschaft und Forschung an „Wissenschaftsorten“ in der Region. Forschende der Universität lernen so das Münsterland kennen und die Universität kann sich einem interessierten Publikum vorstellen. Als sich 2014 der Erste Weltkrieg zum hundertsten Mal jährte, wurde die „Expedition zum Frieden“ gestartet. Als einer der ersten Citizen Science Projekte der WWU Münster fanden sich neben Wissenschaftlerinnen/Wissenschaftlern und Studierenden auch Bürgerinnen und Bürger zusammen, um gemeinsam dieses Abenteuer „Universität und Amateure“ anzugehen. Das frühere Kriegsgefangenlager „Haus Spital“ bildete einen transdisziplinären Schwerpunkt dieser Kooperation: Studierende der FH Münster von der School of Design und der Uni Münster und wissenschaftlich interessiertere Bürger dokumentierten im Rahmen eines „Erinnerungsparcours“ ihr Wissen über Münster im Krieg, Kriegsgefangenschaft und Sterben sowie die Verdrängungskultur bis weit in die 1980er Jahre hinein. Die Führung zeigt die Ergebnisse dieser „Expedition“ und erzählt damit zugleich die Geschichte des Kriegsgefangenenlagers „Haus Spital“ und seines „Ehrenfriedhofs“. Auf ihm wurden auch im Zweiten Weltkrieg verstorbene Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter bestattet. Wie die Behörden mit diesen „letzten Toten“ umgegangen sind, wirft ein interessantes Schlaglicht auf die Erinnerungskultur bis weit in die 1980er Jahre.

Koordination: Wilhelm Bauhus, (Arbeitsstelle Forschungstransfer, WWU Münster) mit Beiträgen von Sabine Kittel (Historisches Seminar, WWU Münster), Marcus Weidner (LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte), Petra Lütke (Institut für Geographie, WWU Münster)(angefragt), Claudia Grönebaum (FH Münster, School of Design)(angefragt), Hermann Dornhege (FH Münster, School of Design)(angefragt)

Bemerkung: Abfahrt mit Buslinie 2 von der nahen Schützenstraße bis zur Endhaltestelle „Alte Sternwarte“. In der Sternwarte Einführung und anschließender Rundgang über das ehemalige Lagergelände. Rückfahrt ca. 16.00 Uhr. Verpflegung aus Rucksack, gutes Schuhwerk, Sonnen- bzw. Regenschutz.

 

Ein fußballerischer Zwischenstopp auf dem Weg zum Historikertag: das Deutsche Fußballmuseum in Dortmund

Führung

Martin Wörner, Ausstellungskurator des Deutschen Fußballmuseums

13.45-16.15 Uhr

Treffpunkt: Haupteingang Fußballmuseum, Platz der Deutschen Einheit 1, 44137 Dortmund

Teilnehmerbegrenzung: 30 Personen

Eintritt: 13 €

Das Deutsche Fußballmuseum präsentiert auf mehr als 3.000 qm Ausstellungsfläche die facettenreiche Geschichte und Gegenwart des deutschen Fußballs. Überraschende Inszenierungen, zahlreiche Mitmachstationen und Medieninstallationen sowie rund 1.600 Exponate beleuchten die Strahlkraft des Fußballs ebenso wie seine vielfältigen sozialen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Bezüge.

Bemerkung: Die Führung ist ein Angebot für all diejenigen Besucher des Historikertages, die auf dem Weg nach Münster Dortmund passieren. Das Museum befindet sich direkt gegenüber dem Bahnhof; dort gibt es auch Schließfächer für das Gepäck. Auch von Münster ist Dortmund gut zu erreichen: Abfahrt IC 13.02 Uhr, Regionalbahn 12.34 Uhr (Semesterticket!); die Rückfahrt mit dem IC erfolgt um 16.25 Uhr. Dieser erreicht Münster laut Fahrplan um 16.55 Uhr, so dass die Teilnahme an der Eröffnungsveranstaltung des Historikertages gesichert ist.

 

Geschlossene Gesellschaft – Archivführung zur Geschichte der Universität Münster in der NS-Zeit

Universitätsarchiv der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster

15.30–17.30 Uhr

Treffpunkt: Fürstenberghaus, Eingang Pferdegasse

kostenfrei

Während der NS-Zeit wurden Universitäten von politisch missliebigen oder aus rassistischen Gründen unerwünschten Lehrenden, Studierenden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern „gesäubert“. Die Diskriminierung und die Ausgrenzungsmechanismen werden anhand von ausgewählten Dokumenten veranschaulicht. Daneben bietet die Führung Einblick in die Arbeit des Universitätsarchivs Münster, das Archivalien im Umfang von etwa 6.000 laufenden Regalmetern zur Geschichte der Universität Münster verwahrt.

Bemerkung: 15.38 Uhr gemeinsame Abfahrt mit der Linie 13 ab Bushaltestelle Domplatz. 16.00 Uhr Führung durch das Universitätsarchiv, Leonardo-Campus 21. Dauer: ca. 45 Minuten. 16.56 Uhr Rückfahrt ab Bushaltestelle Technologiepark.

 

Königs- und Kaiserurkunden aus 12 Jahrhunderten

Landesarchiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Westfalen

16.30–18.00 Uhr

Treffpunkt: Foyer des Landesarchivs NRW Abteilung Westfalen (Bohlweg 2 Münster)

kostenfrei

Die Abteilung Westfalen des Landesarchivs NRW verwahrt mehrere hundert Königs- und Kaiserurkunden, die in den Territorial- und den Kloster- und Stiftsbeständen auf dem Gebiet der preußischen Provinz Westfalen überliefert sind. Eine Auswahl aus zwölf Jahrhunderten wird im Rahmen der Führung gezeigt und die Entwicklung der Diplome exemplarisch nachvollzogen.

 

Mittwoch, 26.9.2018

Dortmund-Ems-Kanal und Hafen: Eine Schiffsexkursion mit der MS GÜNTHER zur Industriegeschichte Münsters

Olaf Schmidt-Rutsch, LWL-Industriemuseum. Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur, Dortmund; Anja Gussek und Hannes Lambacher, Stadtarchiv Münster

11.00-14.00 Uhr

Treffpunkt: Abfahrt 11.00 Uhr am Schiffsanleger, Hafenweg 31 Münster

Kosten: 24 €

Der 1899 eröffnete Dortmund-Ems-Kanal verband (und verbindet) das östliche Ruhrgebiet mit den Nordseehäfen. Gleichzeitig war er aber auch für Münster ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, da der Kanal die Industrialisierung der Stadt stützte und zugleich den Massenabsatz der Agrarprodukte des Münsterlandes in das Ruhrgebiet ermöglichte. Die Exkursion wird diese Aspekte beleuchten, zugleich den Stellenwert des Kanals im westdeutschen Kanalnetz bestimmen und zudem die Konversion des Hafens zum „Kreativkai“ herausarbeiten. Zu diesem neuen Hafen gehört auch die MS GÜNTHER. Das Passagierschiff ist nicht nur in Münster, sondern auch in ganz Deutschland eine Berühmtheit: Der Psychologiestudent Leon Windscheid kaufte das Schiff von seinem Millionengewinn bei der Sendung „Wer wird Millionär“ und benannte es nach dem Moderator Günther Jauch.

 

Aus Westfalen in die Südsee. Katholische Mission in deutschen Kolonien. Führung durch die Sonderausstellung im Stadtmuseum Münster

Barbara Rommé, Stadtmuseum Münster.

13.00-14.00 Uhr

Treffpunkt: vor dem Eingang des Stadtmuseums (Salzstraße 28 Münster)

Teilnehmerbegrenzung: 25 Personen

kostenfrei

Als Deutschland im späten 19. Jahrhundert Kolonialmacht wurde, zogen von Münster/Westfalen aus katholische Missionare auch nach Ozeanien. Die Präsentation, die in Kooperation mit dem Exzellenzcluster Religion und Politik der Westfälischen-Wilhelms-Universität konzipiert wurde, beleuchtet anhand von Fotografien, Briefen, Schulmaterial, wissenschaftlichen Publikationen und ethnologischen Objekten die Welt der Missionare und Missionsschwestern auf Papua Neuguinea, dem Bismarck Archipel und der Inselwelt Mikronesiens. Das Verhältnis zur kolonialen Verwaltung und die Konkurrenz mit Missionen anderer Konfession prägten dabei das Wirken der Missionare vor Ort; Einflüsse aus Ozeanien zeigten sich auch im Deutschen Reich.

 

Tatort Münster

Fachschaft Münster

Führung

13-15 Uhr

Treffpunkt: Fürstenberg-Statue, Vorplatz Fürstenberghaus

Teilnehmerbegrenzung: 20 Personen

kostenfrei

Was haben ein Stadtplan aus dem 17. Jahrhundert, der Wilsberg-Krimi und der Münster-Tatort gemeinsam? Es geht um Mord! Neben Schauplätzen und Wissenswertem aus dem Münster Tatort und den Wilsberg-Krimis, geht es auf die Spuren eines Adeligen-Mordes aus dem Jahr 1609 mit dem Domplatz als Tatort. Einige ausgewählte Schauplätze dieses Falles liegen, verzeichnet in einem historischen Stadtplan, auf dem Weg.

 

Mimigernaford – Monasterium – Münster. Eine Museums- und Stadtführung zur Frühgeschichte von Münster

Bernd Thier, Stadtmuseum Münster.

13.15-14.45 Uhr

Treffpunkt: Stadtmuseum Münster, Salzstraße 28, vor dem Eingang

Teilnehmerbegrenzung: 25 Personen

kostenfrei

Im Rahmen einer Führung durch die ersten Abteilungen der Schausammlung des Stadtmuseums begeben sich die Teilnehmer auf die Spurensuche nach den Anfängen der Stadt Münster im späten 8. Jahrhundert, die geprägt ist von wenigen Schrift- und vielen archäologischen Quellen und somit ausgestellten Fundstücken aus der Frühzeit. Bei einem anschließenden Stadtrundgang werden die Orte wichtiger ehemaliger Ausgrabungen und topographischer Besonderheiten aufgesucht, die für die ersten Jahrhunderte der Stadtgeschichte von zentraler Bedeutung sind.

 

Die frühneuzeitliche Geschichte Westfalens im LWL-Museum für Kunst und Kultur

Gerd Dethlefs, LWL-Museum für Kunst und Kultur

13.15-14.45 Uhr

Treffpunkt: Foyer des LWL-Museums

Teilnehmerbegrenzung: 25 Personen

Kosten: 5 €

Die Schausammlung des Landesmuseums bietet in chronologischer Folge 47 Säle zu verschiedensten Themen westfälischer Kunst und Kulturgeschichte vom Mittelalter bis heute. Die einstündige Führung durch den Referenten für Landesgeschichte am Haus wird mit dem Schwerpunkt auf den zehn Sälen zur Frühen Neuzeit Bilder und Objekte zu Politik und Kultur zwischen Reformation und der Industrialisierung erschließen.

 

GESCHICHTE – GEWALT – GEWISSEN

Geschichtsort Villa ten Hompel

13.30–14.30 Uhr

Treffpunkt: Kaiser-Wilhelm-Ring 28 48145 Münster

kostenfrei

Die Dauerausstellung Geschichte – Gewalt – Gewissen des Geschichtsorts Villa ten Hompel erzählt in Anlehnung an die Hausgeschichte von den Verbrechen der Ordnungspolizei im Zweiten Weltkrieg und Versuchen der Aufarbeitung in der Nachkriegszeit: Thematisiert werden die enorme Dimension der Beteiligung der uniformierten Polizei am Zweiten Weltkrieg und an den Genoziden gegenüber Juden sowie Sinti und Roma, die öffentliche und personelle Entnazifizierung und Kontinuitäten nach 1945, die juristische Aufarbeitung des NS-Unrechts sowie der bürokratische Versuch einer „Wiedergutmachung“ der Bundesrepublik gegenüber ehemals Verfolgten.

 

Donnerstag, 27.9.2018

Adel im Oberstift Münster

Antje Diener-Staeckling, Werner Frese und Gunnar Teske, LWL-Archivamt für Westfalen.

9.00 -13.00 Uhr

Abfahrt: 9.00 Uhr, Bushaltestelle Aegidii-Markt Münster

Teilnehmerbegrenzung: 30 Personen

Kosten: 15 €

Im Fürstbistum Münster, dem größten geistlichen Territorium im Alten Reich, spielte der Adel als führender Stand bis zum Ende dieser Periode, teilweise auch darüber hinaus eine maßgebliche Rolle. Noch heute zeugen zahlreiche Schlösser im Münsterland davon. Die Exkursion soll anhand einiger Beispiele abseits der touristischen Ziele Einblicke in die Adelslandschaft des Oberstifts Münster und ihre Geschichte geben.

 

Die Abteilung Mittelalter des LWL-Museums für Kunst und Kultur

Petra Marx, LWL-Museum für Kunst und Kultur

13.15-14.45 Uhr

Treffpunkt: Foyer des LWL-Museums

Teilnehmerbegrenzung: 25 Personen

Kosten: 5 €

Petra Marx, Mittelalter-Kuratorin am LWL-Museum für Kunst und Kultur (Westfälisches Landesmuseum) in Münster, nimmt Sie mit auf eine Reise durch die Kunst- und Kulturgeschichte des hoch- und spätmittelalterlichen Westfalen. Der Schwerpunkt der hochkarätigen Abteilung liegt auf Holz- und Steinbildwerken sowie auf Tafelmalereien des 12. bis 15. Jahrhunderts, darunter das berühmte „Soester Antependium“ (um 1170/80) oder der französisch-höfisch inspirierte Statuenzyklus vom Portal der münsterischen Überwasserkirche (um 1380).

 

Münster – barocke Haupt- und Residenzstadt 1661-1803

Gerd Dethlefs

13.15-14.45 Uhr

Treffpunkt: Haupteingang LWL-Museum für Kunst und Kultur

Teilnehmerbegrenzung: 25 Personen

kostenfrei

Als Hauptstadt des flächenmäßig größten deutschen Fürstbistums hat Münster bis heute einen reichen Bestand an Adelshöfen und Klosterkirchen bis hin zum Residenzschloss im Promenadenring. Wie sehr der Charakter des Stadtzentrums bis heute davon mitbestimmt ist, soll die eineinhalbstündige Führung anschaulich machen. Stationen: Galen- und Plettenberg-Grabmäler im Dom / Domkurien – Dominikanerkirche – Erbdrostenhof und Clemenskirche – Aegidiikirche – Schlossplatz

 

Münster zeitgeschichtlich: Eine Fahrradtour zeigt Spuren der NS-Zeit und der Nachkriegsjahre

Geschichtsort Villa ten Hompel

13.30 Uhr (Start); Die Dauer der Tour wird mit den Interessierten abgesprochen.

Treffpunkt: Markt-Café am Domplatz (Domplatz 6-7 48143 Münster)

Kosten: Für Karteninhaber des Historikertags und für ADFC-Mitglieder ist die Teilnahme kostenfrei. Andere zahlen 3 Euro.

Friedens- und Fahrradstadt, Krimikult, Körbe, Käfige und die Kauflust bei den Weihnachtsmärkten: Münsters bekannte Facetten in der Außenwahrnehmung humorvoll zu spiegeln und ernste Aspekte der regionalen Zeitgeschichte hinzu zu fügen, das sind die Ziele einer geführten Gruppentour mittags durch die Innenstadt. Formvollendet per Fahrrad, wie es sich für Einheimische alltags auch versteht, wobei auswärtige Gäste die Möglichkeit der Rad-Ausleihe zum Selbstkostenpreis bekommen zu Tourenbeginn am Treffpunkt. In den Blick genommen wird vorwiegend das 20. Jahrhundert, die Rolle Münsters in der Weimarer Republik oder als Gau-Hauptstadt im Nationalsozialismus ebenso wie der Wiederaufbau in den Nachkriegsjahren und die Denkmal-Symbolik zur Zeit des Kalten Kriegs. Aber auch Protestbewegungen der Gegenwart gegen Rechtspopulismus, Hass, Holocaust-Leugnung und antisemitische Übergriffe werden an ausgewählten Orten näher zur Diskussion gestellt. Teil des Angebots ist zudem ein Rundgang durch den Geschichtsort Villa ten Hompel, der in einer Ausstellung zur Auseinandersetzung mit NS-Täterschaft, Verfolgten, Opfern und Überlebenden des Gewalt-Regimes anregt.

 

Das Erbe der Niederlande in Münster. Von der Herrschaft der Täufer im Reformationszeitalter bis zum Westfälischen Frieden 1648

Hans Peterse

13.30-15.00

Treffpunkt: Haus der Niederlande, Alter Steinweg 6/7

Teilnehmerbegrenzung: 15 Personen

Kosten: 10 €

Der Startpunkt der Führung ist das Haus der Niederlande. Diese akademische Einrichtung befindet sich im alten Krameramtshaus, das im Gegensatz zum größten Teil der Innenstadt die Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs unversehrt überstanden hat. Im Haus der Niederlande besuchen wir die Bibliothek und das Kaminzimmer, wo 1648 niederländische und spanische Diplomaten ein Friedensabkommen erreichten. Anschließend gehen wir zum Lambertikirche. Am Turm befinden sich die Käfige aus der Zeit der Täufer. Hierin wurden die Leichname der Anführer der Täufer nach der Hinrichtung zur Schau gestellt. Das nächste Ziel ist der Dom; der Besuch ist mit einer Führung durch das Gotteshaus verbunden. Vom Dom gehen wir zum Rathaus und besuchen den Friedenssaal. In diesem Saal fand 1648 die Unterzeichnung des Westfälischen Friedens statt. Letzte Station der Stadtführung ist das Stadtmuseum; von dort kehren wir zum Haus der Niederlande zurück.

 

Dorfkirchen, Kapellen und Wegebilder im Münsterland: Spätmittelalterliche Frömmigkeit, tridentinische Reform und neogotische Inszenierung

Werner Freitag, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

14.00-18.00 Uhr

Treffpunkt: Bushaltestelle Aegidii-Markt Münster. Abfahrt 14.00 Uhr!

Teilnehmerbegrenzung: 30 Personen

Kosten: 15 €

Die Exkursion zeigt, dass sich die Epochen der Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte in Dorf und Flur des Münsterlandes spiegeln: Wir besichtigen gedrungene romanische Dorfkirchen und ausdrucksstarke spätmittelalterliche Retabelwerke. Sodann geht es um das Heiligenlob und die Eucharistiezentrierung des Tridentinums. Abschließend wird am Beispiel eines um 1900 errichteten „Dorfdomes“ das Selbstbewusstsein des katholischen Milieus nach dem überstandenen Kulturkampf thematisiert.

 

Vortrag in der Stiftskirche in Selm-Cappenberg: Die arrangierte Ehe. Heirat als Mittel der Politik in der Zeit Friedrich I. Barbarossa

Hedwig Röckelein (Göttingen)

19.00-20.30 Uhr

Treffpunkt: Haltestelle Ägidiimarkt, 17 Uhr

Teilnehmerbegrenzung: mind. 8 Personen bzw. 16 Personen

Eintritt: 25 Euro incl. Beförderung

Arrangierte Ehen gehörten im Adel der Stauferzeit selbstverständlich zu den Mitteln der Politik. Sie boten Männern des Niederadels Aufstiegsmöglichkeiten: Die Ehe mit einer höherrangigen Alleinerbin versprach gesteigertes Ansehen sowie ökonomischen und territorialen Zugewinn. Friedens- und Freundschaftsverträge wurden zur Langzeitgarantie mit Eheschließungen besiegelt. Und schließlich konnte man damit politische Allianzen und Netzwerke knüpfen. Friedrich Barbarossa war ein Meister der Politik mit Hilfe arrangierter Ehen. Während seine erste Ehe mit Adela von Vohburg noch durch seinen Onkel, König Konrad III., arrangiert wurde, wählte er seine zweite Gemahlin, Beatrix von Burgund, selbst. Die elf Kinder aus dieser Verbindung boten ihm eine unerschöpfliche Ressource für Heiratsarrangements. Dieses Instrumentarium nutzte er systematisch für seine Politik und baute es zu einem juristischen Vertragswerk aus. Der Vortrag macht aber auch deutlich, wann und weshalb eine solche Heiratspolitik scheitern konnte.

Bemerkung: Der Transport zur Stiftskirche in Selm-Cappenberg wird organisiert. Start ist 17 Uhr an der Haltestelle Ägidiimarkt. Die Rückfahrt ist für 21.30 Uhr geplant.

 

Alle Jahre wieder – Ein filmisches Milieuporträt über Münster am Vorabend der 68er

Markus Köster, LWL-Medienzentrum.

18.00-20.00 Uhr

Treffpunkt: Filmtheater Cinema, Warendorfer Str. 45

kostenfrei

Ulrich Schamonis „Alle Jahre wieder“ gilt längst als ein Klassiker des neuen deutschen Films. In Münster ist der Streifen Kult. Doch der Spielfilm aus dem Jahr 1967 zeigt nicht nur viel Lokalkolorit, sondern zeichnet ein scharfsinniges Milieuporträt des bürgerlich-katholischen Münster am Ausgang der sechziger Jahre. In satirischer Überzeichnung spiegelt er die gesellschaftlichen Umbrüche, die am Vorabend von 1968 auch die beschauliche westfälische Provinzialhauptstadt erreichten. Markus Köster führt in den Film und seinen sozialhistorischen Quellenwert ein.

 

Freitag, 28.9.2018

Kirchturmspolitik und Platzgestaltung. Machträume im spätmittelalterlichen Osnabrück

Karsten Igel, Westfälische Wilhelms-Universität

9.00-14.00 Uhr

Treffpunkt: Münster Hauptbahnhof, Abfahrt 8.57 Uhr, voraussichtlich Gleis 12; Rückfahrt 13.37 Uhr (IC-Verbindungen). Fahrkarten sind individuell zu erwerben. Zu weiteren Anschlussmöglichkeiten ab Osnabrück siehe den aktuellen Fahrplan der Deutschen Bahn.

Mit Dom, Marienkirche, Altstädter Rathaus und Markt besteht in Osnabrück ein bauliches Ensemble, an dessen Zusammenspiel noch gut die Herrschaftsansprüche des ausgehenden Mittelalters ablesbar sind. Rat und Domkapitel rangen um ihre Position im Hochstift; zugleich beanspruchte der Rat eine faktisch reichsunmittelbare Stellung der Stadt. Der Stadtrundgang durch Osnabrück folgt den Spuren dieser symbolischen Machtkämpfe.

 

Stadtstrukturen und historische Bauten als Spiegel gesellschaftlicher Strukturen. Warendorf und das „dezentrale Stadtmuseum

Fred Kaspar, LWL-Denkpflege, Landschafts- und Baukultur in Westfalen

9.00-14.00 Uhr

Treffpunkt: Abfahrt Hauptbahnhof Münster, 9.17 Uhr, Gleis 17; Rückfahrt von Warendorf 13.13 Uhr. Fahrt in Richtung IC/ICE-Halt-Gütersloh/Bielefeld ist ab Warendorf stündlich möglich (12.53 Uhr). Fahrkarten sind im Zug zu lösen (Automat)

Die Altstadt von Warendorf hat Kriegszerstörung und Stadtsanierung in wesentlichen Teilen überstanden. Bei einem ausführlichen Rundgang werden ihre baulichen Strukturen nicht als Zeugen der Architekturgeschichte, sondern als Spuren ihrer Entwicklungs- und Wirtschaftsgeschichte sowie der hierbei ausgebildeten, sich immer wieder verändernden sozialen Strukturen analysiert. Hohe Anschauung erhält dies insbesondere durch Besuch der in der Stadt verteilten musealen Bauten unterschiedlicher zeitlicher und sozialer Millieus. Der Rundgang beginnt um 9.50 Uhr und endet am zentral gelegenen Bahnhof Warendorf. Ein Mittagsimbiss und Verlängerung ist bei Bedarf möglich. Gepäckaufbewahrung in Warendorf kann organisiert werden.

 

Visuelles Gedächtnis der Region – Eine Führung durch das Bild-, Film- und Tonarchiv des LWL-Medienzentrums für Westfalen

LWL-Medienzentrums für Westfalen

11.00–12.00 Uhr

Treffpunkt: Fürstenbergstraße 14, Eingangsbereich Gebäude C

Teilnehmerbegrenzung: 12 Personen

kostenfrei

Das Bild-, Film- und Tonarchiv des LWL-Medienzentrums sammelt und bewahrt das audiovisuelle Erbe der Region Westfalen-Lippe. Über 400.000 Fotos ab den 1850er Jahren und mehr als 8.000 Filme ab den 1920er Jahren veranschaulichen die Vergangenheit und Gegenwart Westfalens und geben Einblicke in die Lebenswelt und Alltagskultur der Menschen im Wandel der Zeit. Neben der Sicherung der originalen Medienträger liegt die Hauptaufgabe des Archivs in der Nutzbarmachung der historischen Formate. Das Scannen von Glasplatten und Schmalfilmen gehört darum ebenso zum Aufgabenspektrum wie die Dokumentation und datenbankgestützte Präsentation der Inhalte. Die Führung durch das Archiv gewährt Einblicke in die Sammlungen und Arbeitsweise des Medienarchivs und schildert die Herausforderungen im Umgang mit Bild- und Filmquellen.

 

Reformation und Täufer in Münster

Christian Peters, Westfälische Wilhelms-Universität Münster

13.15-14.45 Uhr

Treffpunkt: Die Gruppe trifft sich vor dem Paradies des Doms.

Teilnehmerbegrenzung: 25 Personen

kostenfrei

Die westfälische Bischofsstadt Münster war eine wichtige Stätte der Reformation in Nordwestdeutschland. Dies gilt nicht nur im Blick auf das spektakuläre Täuferreich von 1534/1535. Der Rundgang erschließt die Topographie der frühneuzeitlichen Stadt und führt an die wichtigsten Orte des Geschehens.

 

Führung durch das Bistumsarchiv Münster

Heinz Mestrup, Bistumsarchiv Münster

14.00-15.30 Uhr
Treffpunkt: Bistumsarchiv Münster, Georgskommende 19
kostenfrei, barrierefrei
Vermittelt werden Informationen zu den Aufgaben und Zuständigkeiten eines Bistumsarchivs, zur Vielfalt der etwa 800 Archivbestände und zu den Quellen selbst, deren Überlieferung Mitte des 12. Jahrhunderts beginnt. Ausgewählte Schauobjekte werfen interessante Schlaglichter auf die Geschichte des Bistums Münster. Die Führung vermittelt auch einen Eindruck von unserem altehrwürdigen Gebäude, dem Galenschen Konvikt, das 1844 errichtet wurde.