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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Vortragstitel:
Grundlagenforschung aus Leidenschaft. Oder: Vom bleibenden Wert kritischer Editionen: Einleitung
Tag:
03.10.2008
Epoche:
Epochenübergreifende Sektion
Sektion:
Bleibt im Vatikanischen Geheimarchiv vieles zu geheim? Historische Grundlagenforschung

Abstract:

Grundlagenforschung aus Leidenschaft. Oder: Vom bleibenden Wert kritischer Editionen: Einleitung

Referent/in: Michael Matheus

Niemand vertritt heute ernsthaft mehr die lange Zeit einflussreiche Aufassung, durch die Aufbereitung von Quellen und deren Bearbeitung mit der im 19. Jahrhundert entwickelten historisch-kritischen Methode könne ein Geschichtsbild „objektiviert“ oder gar die Wahrheit geschichtlicher Entwicklungen zutage gefördert werden. Seit den siebziger Jahren des 20. Jahrhunderts haben Historikerinnen und Historiker weltweit und intensiviert die Grundlagen ihrer Arbeit und ihres Faches reflektiert; theoretische und methodische Begründungen haben kulturalistische Wenden, labels und turns hervorgebracht oder sie doch begünstigt und eine sich öffnende, pluraler werdende Geschichtswissenschaft bereichert. Neue Quellengattungen kamen über die Texte hinaus in den Blick. Schriftquellen bleiben dennoch zentraler Gegenstand geschichtswissenschaftlicher Arbeit, deren kritische Aufbereitung zählt weiterhin zu den unverzichtbaren Aufgabenbereichen des Faches. Dies gilt nicht zuletzt für das Zugänglichmachen umfangreicher Quellenkorpora, welche die Möglichkeiten Einzelner übersteigen. Wer auf ihre Erschließung verzichtet, verhindert Erkenntnismöglichkeiten, die auch für Monographien und Einzeluntersuchungen unverzichtbar sind. Da solche Unternehmen Ressourcen binden und ihre Auswahl durchaus spezifischen Perspektiven und Traditionen verpflichtet ist, sollten deren Zuschnitt immer neu erörtert werden. Zu den dabei zu berücksichtigenden Kriterien zählen die Bedeutung der jeweiligen Quellenkorpora für zentrale Themen der internationalen Geschichtswissenschaft sowie die Anschlussfähigkeit im Rahmen geschichtswissenschaftlicher Diskurse. Erhebliche Chancen bieten die Anwendung elektronischer Erschließungs- und Darstellungsmöglichkeiten und die sich daraus ergebenden Möglichkeiten der Vermittlung, nicht zuletzt in der universitären Lehre und bei der Formierung wissenschaftlichen Nachwuchses. Auf die Schulung in Fragen von Textkritik und –überlieferung kann eine kritische Geschichtswissenschaft nicht verzichten. Länderübergreifende Koporationen zwischen verschiedenen Einrichtungen der Forschung und Lehre sind bei Großprojekten unverzichtbar.