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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Vortragstitel:
Die Gespielen der Infantin. Darstellung kleinwüchsiger Menschen in der bildenden Kunst
Tag:
01.10.2008
Epoche:
Epochenübergreifende Sektion
Sektion:
Dis/ability in History – Behinderung in der Geschichte: Soziale Ungleichheit revisited

Abstract:

Die Gespielen der Infantin. Darstellung kleinwüchsiger Menschen in der bildenden Kunst

Referent/in: Maaike van Rijn, Tübingen

Ausgehend von der These, dass künstlerische Darstellungsweisen einen erheblichen Beitrag zur Konstruktion von „Anderssein“ und „Behinderung“ leisten, soll in diesem Beitrag ein Blick auf die Darstellung von kleinwüchsigen Menschen in der bildenden Kunst vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart geworfen werden. Anhand mehrerer Bildbeispiele quer durch die verschiedenen Epochen der abendländischen Kunstgeschichte wird der Frage nachgegangen, welche Rollen und Funktionen den kleinwüchsigen Menschen durch die Jahrhunderte in der Kunst zugewiesen wurden. So hat sich die Darstellung von kleinwüchsigen Menschen im Laufe der Kunstgeschichte immer wieder verändert und war als Produkt kultureller Werte, Erwartungen und Praktiken ständig wechselnden Konstruktionen von Andersartigkeit, Behinderung oder Besonderheit unterworfen. Wurden kleinwüchsige Menschen zunächst vor allem in der Rolle von Dienern und Narren als unerlässliches Personal einer höfischen Gesellschaft und besonders häufig im 17. Jahrhundert als Teil des höfischen Lebens dargestellt, finden sich im 19. Jahrhundert nur noch vereinzelte Darstellungen kleinwüchsiger Menschen. Im 20. Jahrhundert fungierten sie nur noch als Symbol, das auf längst vergangene Traditionen und Lebensformen (Zirkus etc.) verweist. Somit bleibt zu fragen, wie es zu diesem Abbruch einer Darstellungstradition kam und welche machtpolitischen, medien- und gesellschaftsspezifischen Gründe und Bedeutungen dies hatte. So wird anhand einer historischen Entwicklung einer Statusrepräsentation herausgearbeitet, welche bildsprachlichen Codes dem kleinwüchsigen Menschen in der Kunstgeschichte zugeschrieben wurden und wie die Kunst für sich innerbildliche Diskurse um Andersartigkeit verhandelt.