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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Vortragstitel:
„Mongolismus“ – „Down-Syndrom“ – „Trisomie 21.“ Aspekte der Konstruktion eines Krankheitsbefundes...
Tag:
01.10.2008
Epoche:
Epochenübergreifende Sektion
Sektion:
Dis/ability in History – Behinderung in der Geschichte: Soziale Ungleichheit revisited

Abstract:

„Mongolismus“ – „Down-Syndrom“ – „Trisomie 21.“ Aspekte der Konstruktion eines Krankheitsbefundes im 20. Jahrhundert.

Referent/in: Susanne Pohl-Zucker, Tübingen

Mit der Beschreibung eines „mongolischen Idiotietypus“ durch den britischen Arzt John Langdon Down begann 1866 ein bis in die Gegenwart in medizinischen Expertendiskursen anhaltender Definitionsprozess über Ätiologie und Symptomatik des Down-Syndroms. Der Beitrag hinterfragt, welche Parameter und soziokulturellen Bedingungen diesen historischen Konstruktionen einer geistigen und körperlichen „Abnormalität“ zu Grunde lagen. Der Schwerpunkt liegt auf der Analyse des deutschen Fachdiskurses in medizinischen Zeitschriften, Lehrbüchern, Dissertationen u.a., wobei der Einfluss internationaler Forschungsergebnisse und die Bedeutung von heilpädagogischen und psychologischen Ansätzen berücksichtigt werden. Nach der Darstellung der Wurzeln von medizinischen Erklärungsmodellen des frühen 20. Jahrhunderts in Degenerationskonzepten und eugenischen Theorien werden die Nachwirkungen solcher Denkmuster in Behandlungsmethoden und Deutungen in Westdeutschland nach 1945 diskutiert. In diesen Diskursen findet sich eine Spannung zwischen genetischem Determinismus und zukunftsoffenen Modellen in Bezug auf Symptomatik und Entwicklungspotential; dabei lassen sich „Experten-Reden“ über das Down-Syndrom nicht immer eindeutig dem einen oder anderen Ansatz zuordnen. Auf der Grundlage von Interviews, Schriften von Selbsthilfegruppen u.a. werden einzelne Begegnungen zwischen „Experten“ und Menschen mit Down-Syndrom und ihren Angehörigen auf die Frage hin analysiert, in welchem Maße diese Spannung zwischen deterministischen und zukunftsoffenen Ansätzen situative Neudefinitionen körperlicher und geistiger Zuschreibungen eröffnen und auch verstellen kann.