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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Vortragstitel:
Die Irren sind immer die Anderen. Selbstthematisierungen von psychischer Krankheit und Gesundheit...
Tag:
01.10.2008
Epoche:
Epochenübergreifende Sektion
Sektion:
Dis/ability in History – Behinderung in der Geschichte: Soziale Ungleichheit revisited

Abstract:

Die Irren sind immer die Anderen. Selbstthematisierungen von psychischer Krankheit und Gesundheit in gesellschaftlichen Umbruchzeiten (Deutschland 1900/1970)

Referent/in: Cornelia Brink, Freiburg

Um 1900 und erneut in den 1960/70er Jahren sah sich die Psychiatrie in Deutschland mit heftiger Kritik konfrontiert. Öffentliche Kontroversen erschütterten die Institution in Zeiten, als sich die Versorgung von Menschen mit psychischen Krankheiten zu transformieren begann; in den 1970er Jahren beschleunigten die öffentlichen Debatten diesen Prozess. In beiden Debatten haben sich neben Medizinern, Juristen und anderen Experten auch Patientinnen und Patienten öffentlich zu Wort gemeldet. Auf der Grundlage von „Irrenbroschüren“ (1900), grauer Literatur und Radiobeiträgen (1970er Jahre) lässt sich zeigen, wie sie ihr „Anderssein“ bestimmten. Wie zogen Patientinnen und Patienten die Grenzen zwischen „normal“ und „anormal“? Welche Vorannahmen lagen den Grenzziehungen zugrunde? Wie floss medizinisches Wissen in die Selbstdeutungen ein? In welchem Bezug standen die Selbstbeschreibungen und der gesellschaftliche Kontext, in dem sie gehört wurden? Der historische Vergleich der Äußerungen von Patientinnen und Patienten im Kontext psychiatrischer Reformdebatten und gesellschaftlicher Umbrüche zielt auf eine Geschichtsschreibung der Psychiatrie, die über die Medizingeschichte hinaus Fragen und Methoden einer Gesellschafts-, Kultur- und Kommunikationsgeschichte integriert.