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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Vortragstitel:
Gleichheit durch Ungleichheit? Deutungen der Sozialstruktur von DDR und Bundesrepublik im Vergleich
Tag:
01.10.2008
Epoche:
Epochenübergreifende Sektion
Sektion:
Manche sind gleicher. Institutionelle Stabilisierung von Ungleichheit von der Antike zur Moderne

Abstract:

Gleichheit durch Ungleichheit? Deutungen der Sozialstruktur von DDR und Bundesrepublik im Vergleich

Referent/in: Karl-Siegbert Rehberg, Dresden

In der DDR verschwand die Klassenbegrifflichkeit als Kategorie für die inneren Verhältnisse nicht ganz. Allerdings wähnte sich das „bessere Deutschland“ auf dem Wege zu einer durch Gleichheitsfortschritte erreichbaren Klassenlosigkeit. Mit dem Begriff “Klassengesellschaft“ wurden die kapitalistischen Ausbeutungssysteme angeprangert, während in staatssozialistischen Gesellschaften die antagonistischen Wirkungen der Klassendifferenzierung bereits überwunden seien. Ungleichheiten entwickelten sich dort vor allem über die Anhäufung „politischen Kapitals“ (eine Kategorie, die Pierre Bourdieu analytisch nicht entwickelt hat, die aber zum Verständnis von – nicht nur sozialistischen – Gesellschaften von größter Bedeutung ist). Auch in der Bundesrepublik hatte man sich im wirtschaftlichen Nachkriegsaufstieg und seiner Verbindung mit staatlichen Sozialsicherungen, dem Mitbestimmungsmodell für die Montanindustrie u.ä. („Rheinischer Kapitalismus“) daran gewöhnt zu glauben, daß die Klassenstrukturen sich aufgelöst hätten. Obwohl die Ungleichheitssysteme in Ost und West sehr unterschiedlich waren und in der DDR zweifelsfrei weniger soziale Ungleichheit existierte, entwickelten beide deutschen Teilstaaten als einen Aspekt ihrer Flucht aus der deutschen Verhängnisgeschichte Modelle der Angleichung der sozialen Lagen – im Westen durch Begriffe wie „nivellierte Mittelstandsgesellschaft“ (Helmut Schelsky) oder Sozialstruktur „jenseits von Klasse und Schicht“ (Ulrich Beck), im Osten durch die (auch statistische) Aufhebung aller Lagen jenseits der Arbeiterklasse in Verbindung mit der Klasse der Genossenschaftsbauern und der „sozialen Schicht der Intelligenz“.