Die Abstracts der Sektionen wurden aktualisiert |
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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren. |
Gleichheit vor dem Senat? Der römische Senat als Versammlung der Patrone und Hüter der Regeln
Referent/in: Martin Jehne, Dresden
Im Senat waren die mächtigsten Römer versammelt, die sich einerseits nach den anerkannten Normen des Patronagesystems für die Interessen ihrer Freunde und Clienten einzusetzen hatten, die aber andererseits als Senat für die Belange des Gemeinwesens zuständig waren. Ein zentrales Element der Stabilisierung der res publica waren die egalitär angelegten Freiheitsrechte aller Bürger, die Herrschaft über das Reich war als verläßliche Verwirklichung von Verträgen und faire Behandlung aller Reichsangehörigen konzeptualisiert. Die sich daraus ergebenden Verpflichtungen des Senats rieben sich zwangsläufig immer wieder an den patronalen Aufgaben von Senatoren, die darauf orientiert waren, ihren Freunden zu helfen, ohne nach der rechtlichen Angemessenheit ihrer Wünsche in Relation zu anderen zu fragen. In dem Beitrag soll analysiert werden, wie diese Spannungszustände wahrgenommen und institutionell überbrückt wurden, etwa über die Institutionalisierung von Verfahren zum Umgang mit Gesandtschaften (und deren Petitionen), über Symbolisierungsakte zur Überhöhung der Senatsautorität, über Versuche zur Heraushebung des Gemeinsinns gegenüber konkurrierenden Normen, über Betonungen egalitärer Strukturen in der Bürgerschaft in bestimmten Ritualen.