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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Vortragstitel:
Grenzfiguren und soziale Ordnung in der frühneuzeitlichen Stadt
Tag:
03.10.2008
Epoche:
Epochenübergreifende Sektion
Sektion:
Grenzziehungen und Ausgrenzungen in neuzeitlichen Gesellschaften (16. bis frühes 20. Jahrhundert)

Abstract:

Grenzfiguren und soziale Ordnung in der frühneuzeitlichen Stadt

Referent/in: Patrick Oelze, Konstanz / Philip Hoffmann-Rehnitz, Konstanz

Die Geschichte der frühneuzeitlichen Stadt war geprägt durch eine Vielzahl von sozialen und räumlichen Differenzierungsprozessen. Diese manifestierten sich in der Ausbildung von sichtbaren wie unsichtbaren Grenzen und Grenzräumen, denen unterschiedliche Mechanismen der Ein- und Ausgrenzung entsprachen. Reflektiert wurde dies in Grenzfiguren wie dem Störer oder dem Vaganten. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie Grenzen und Grenzräume über- und durchschreiten und deren Bedingungen für ihr Handeln zu nutzen suchen; indem Grenzfiguren weder eindeutig dem Bereich der Inklusion noch dem der Exklusion zuzuordnen sind, sich vielmehr beide auf paradoxe Weise in ihnen verschränken, markieren sie einen sozialen und kulturellen Bereich des Dazwischen und des Prekären. In den historischen Diskursen über Grenzfiguren, wie sie sich in frühneuzeitlichen Städten beobachten lassen, gerade aber in der - zumeist negativen - Auseinandersetzung der Bürger mit solchen Phänomenen, die schon in deren bloßen Existenz oftmals einen Akt der normativen Transgression sahen, wurden die Grenzen städtischer Gesellschaften und die kulturellen Grundlagen ihrer Ordnungsbildung wie etwa die Differenz zwischen bürgerlich und nicht-bürgerlich oder Stadt und Land sichtbar und zum Thema von politischer, rechtlicher und öffentlicher Kommunikation. Im Mittelpunkt des Vortrags stehen zwei Grenzfiguren, der Störer und der Quacksalber, die sich im Begriff des Pfuschers trafen, jedoch unterschiedlichen Handlungs- und Wissensfeldern zugeordnet wurden; dementsprechend wurden in ihnen auch in unterschiedlicher Weise Grenzziehungen und Ausgrenzungen städtischer Gesellschaften der Frühen Neuzeit beobachtet, diskursiv verdichtet und symbolisch repräsentiert