Erbpacht, Fastnachthuhn und Gugel: Grundherrschaft und bäuerliche Lebensbedingungen im Mittelalter (Vortrag für Schüler)
Referent/in: Arnd Reitemeier, Kiel
Wie war der Alltag eines Bauern im Mittelalter? Wie kleideten sich Bauern, was kam auf den Tisch und wie entwickelten sich die Dörfer? Unter welchen wirtschaftlichen und rechtlichen Bedingungen musste ein Bauer arbeiten? Wie war das Verhältnis zu seinem (Grund-)Herrn? Und vorallem: Was veränderte sich hierbei im Verlauf des Mittelalters?
Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum des Vortrags, der den aktuellen Stand der Forschung dieses zentralen Themas der Geschichte des Mittelalters aufarbeitet. Schwerpunkte werden auf das Villikationssystem, auf die von den Bauern zu leistenden Abgaben, auf die Entwicklung der Ministerialität und auf die Entstehung der Dörfer gelegt. Zentrale technische Entwicklungen werden ebenso erläutert wie die rechtlichen Bedingungen der Bauern anhand von Bestimmungen des Sachsenspiegels dargestellt werden. Zudem wird aufgezeigt, in welchem Maß Personen- und Ortsnamen als Quelle dienen können. Viele dieser und weiterer Aspekte (beispielsweise der Ernährung) werden im Schulunterricht höchstens am Rande und nur verstreut unter Themen wie „Entstehung des Dorfes“ oder „Lehnsherrschaft“ abgehandelt. Im Schülervortrag werden die wichtigsten Entwicklungen zusammenhängend und anschaulich vermittelt.