- Vortragstitel:
- Blendung als Mittel der Politik im Mittelalter
- Tag:
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01.10.2008
- Epoche:
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Geschichte des Mittelalters
- Sektion:
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Versehrt durch Arbeit, Krieg und Strafe. Ursachen und Folgen körperlicher Beeinträchtigung im MA
Abstract:
Blendung als Mittel der Politik im Mittelalter
Referent/in: Gesine Jordan, Saarbrücken
Blendung, die auf brutale Weise herbeigeführte Zerstörung des Augenlichts, wurde im Frankenreich, aber auch noch bei Normannen und Staufern als Mittel zur Ausschaltung politischer Konkurrenten eingesetzt. Die Praxis der Blendung ist nur als vielschichtiges Phänomen zu begreifen, für das Aspekte von Demütigung, Strafe und Vernichtung von Herrschaftswürdigkeit gleichermaßen eine Rolle spielen. Die durchschlagende Effektivität, durch welche sich das Instrument der Blendung insbesondere im frühen Mittelalter auszeichnete, hat die Forschung an ein „Postulat des unversehrten Herrschers“ (Rudolf Hiestand) denken lassen, welches dafür sorgte, dass Geblendete als Herrschaftsträger nicht mehr in Frage kamen. Für eine umfassende Analyse des Phänomens, die in der Mediävistik noch aussteht, ist jedoch der Akt der Blendung ins Verhältnis zu setzen zu seinen Alternativen: Zu Verstümmelung und Hinrichtung, aber auch zur Zwangstonsur, die im Frühmittelalter noch eine bedeutende Rolle bei der Bekämpfung konkurrierender Herrschaftsanwärter spielte.