Die Abstracts der Sektionen wurden aktualisiert |
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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren. |
Erwartungen an die Justiz – Praxis der Justiz (Einführung)
Referent/in: Joachim Eibach, Bern
Nicht erst in der Moderne werden an die Justiz immer wieder Ansprüche auf ein Richten ohne Ansehen der Person herangetragen. Charakteristisch ist das Bild der ‚Justitia’, die ihr Urteil mit verbundenen Augen sprechen soll. Die Definition dessen, was gleich und gerecht sein soll, ist allerdings veränderlich. Schlagwörter wie ‚Gleichheit’ bzw. ‚Ungleichheit’ bedürfen einer Kontextualisierung und Historisierung. Dabei ist zwischen der Ebene der Rechtsnormen und der Rechtserfahrung der Untertanen zu unterscheiden. Was erwarteten außergerichtliche Akteurinnen und Akteure von der Justiz?
Den normativen Ansprüchen der Zeitgenossen soll die Justizpraxis unter Bezug auf die Ergebnisse der neueren Forschung gegenüber gestellt werden. Das Bild vom Handeln der Justiz hat sich in den letzten Jahren durch den Fokus auf die Praxis des Verfahrens stark verändert. Dies gilt insbesondere für das Spätmittelalter und die Frühe Neuzeit, im Ansatz aber auch für die Zeit nach den großen Rechtsreformen ab Beginn des 19. Jahrhunderts.