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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Sektionen am 3. Okt.

Vortragstitel:
Quellenkritik im Zeitalter des Internet
Tag:
02.10.2008
Epoche:
Geschichtsdidaktik
Sektion:
Historische Erinnerung im Zeitalter des Internet – Ungleichheiten als Methodenproblem

Abstract:

Quellenkritik im Zeitalter des Internet

Referent/in: Vadim Oswalt, Gießen

Durch die Erfindung des Internet sind nun auch die historischen Quellen im „Zeitalter ihrer Reproduzierbarkeit“ angelangt.  Schließlich entstehen im Internet riesige Speichergedächtnisse, deren Nutzung einen Wandel der „Kulturtechniken“ einläutet. Dies beginnt bereits bei Aspekten des „Suchens“ und „Findens“, dem sog. „information retrieval“. So kann jeder im Internet Quellen suchen oder Quellen einstellen, die wieder andere suchen. Quellenkritik ist durch das Internet von einem speziellen Methodenproblem der Historischen Wissenschaften zu einem Prinzip geworden, das auch für jeden anderen fachlichen Kontext relevant ist.
Allerdings stellt sich die Frage, ob die traditionellen Formen der Quellenkritik für das Internet hinreichende Werkzeuge zur Verfügung stellen. Könnte man auf die Unzuverlässigkeit vieler Quellen noch durch eine Stärkung der äußeren Quellenkritik reagieren, so stellen sich in einem medienintegrativen System wie dem Internet eine ganze Reihe weiterer Fragen. Sie legen die Einbindung der Quellenkritik in allgemeine Aspekte einer „electronic literacy“ nahe.  Diese berücksichtigt nicht nur, dass Quellengattungen aller Art (bis auf haptische Quellen) in reicher Zahl verfügbar sind, sondern auch, dass sie einer beständigen Transformation unterworfen werden. So kann es sein, dass die Bildquelle, über deren Fund man besonders glücklich ist, auf einer tertiären Ebene Teil einer Visualisierung – z. B.  einer rechtsradikalen Internetseite – ist. 
Für die zukünftige Ausbildung von Historikern wie für den schulischen Geschichtsunterricht sind diese Fragen von hoher Relevanz.