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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Sektionen am 3. Okt.

Vortragstitel:
Herrscher- und Dynastiekult in griechisch-makedonischer Perspektive
Tag:
02.10.2008
Epoche:
Alte Geschichte
Sektion:
Politisch-kulturelle Ungleichheiten im Spannungsverhältnis zwischen ‚Orient’ und ‚Okzident’

Abstract:

Herrscher- und Dynastiekult in griechisch-makedonischer Perspektive

Referent/in: Gregor Weber

Die ptolemäischen Könige als Spitze der nun Ägypten beherrschenden Kultur befanden sich von Beginn an in der Situation, eine „monarchie bicéphale“ (W. Peremans) zu sein, nämlich für die Makedonen und Griechen basileus sowie für die Ägypter Pharao zu sein. Mit dem Herrscher- und Dynastiekult griffen bereits die ersten Vertreter der Dynastie auf ein Phänomen zurück, das in beiden Kulturen seine Fundierung hatte bzw. fand: Die kultische Verehrung lebender und verstorbener Könige etablierte sich seit Alexander dem Großen in etlichen griechischen Städten, während der Pharao im Rahmen seiner Rollenerwartung Verehrung in den ägyptischen Tempeln erfuhr. Dennoch gingen beide Formen sowohl in der Konzeption als auch in der kultischen Praxis nicht in einander auf, wenngleich eine Interaktion griechischer und ägyptischer Formen punktuell offenkundig vorhanden war. Der Vortrag nimmt die griechisch-makedonische Perspektive ein, wenn er mit Blick auf den Herrscher- und Dynastiekult nach Harmonisierung und Konstituierung der grundlegenden politischen Ungleichheiten fragt. Von Interesse ist dabei zum einen, welche ägyptischen Elemente der kultischen Verehrung des Herrschers – sowohl in der theologischen Konzeption als auch in der kultischen Praxis – in das griechisch-makdonische Milieu integriert wurden und in welcher Form dies geschah; besonders wird hierbei auf Herrschaftszeichen, Mythologeme, Königsnamen und Beinamen zu achten sein, außerdem auf den dekretierten Verbreitungsgrad bzw. den ‚Sitz im Leben’ dieser Kulte und des Sprechens über jene. Zum anderen sind die ‚Trägerschichten’, d.h. die personellen Konstellationen innerhalb der Elite der beiden Kulturkreise, in den Blick zu nehmen, die an den entsprechenden Diskursen beteiligt waren, was zentrale Fragen nach der Sprache, nach dem Verständnis der jeweiligen kulturellen Eigenarten sowie nach möglichen Reaktionsweisen (nur Zustimmung?) impliziert. Die Wahrnehmung der kultischen Verehrung von basileus und Pharao muß schließlich in den Kontext der beiden Religionen eingebettet sein. Deshalb ist auch zu fragen, wie sich die beobachteten Phänomene und Praktiken generell in den Horizont des Umgangs mit ägyptischer und griechischer Religion, mit der Förderung bzw. Isolierung bestimmter Tempel und Kulte stellen lassen.