Die Abstracts der Sektionen wurden aktualisiert |
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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren. |
Stadt-Landbeziehungen und „Weißrussifizierung“ am Beispiel der sowjetischen Stadt Hrodna nach 1944
Referent/in: Felix Ackermann, Frankfurt an der Oder
Gegenstand des Vortrages sind die interethnischen Beziehungen in der Region rund um die weißrussische Stadt Hrodna, die noch bis in die 1950er Jahre als Zentrum einer weitgehend agrarisch geprägten Region im äußersten Westen der Sowjetunion fungierte. Infolge sowjetischer Modernisierungsprojekte in den 1960er und 1970er Jahren wurde die Arbeitsmigration vom Dorf in die Stadt zur bestimmenden Kraft bei der Veränderung der Region. Dabei entstanden mit dem Kontrast zwischen einer weiterhin stark agrarisch geprägten Peripherie und dem einer forcierten Industrialisierung unterzogenen Zentrum innerhalb von zwei Jahrzehnten starke raumkulturelle Disparitäten. Durch die Kollektivierung der Landwirtschaft erfolgte die Zerstörung der traditionellen dörflichen Gemeinschaft im Kontext der sowjetischen Transformation Grodnos. Dadurch wurde die Dynamik der zunehmenden Landflucht noch erhöht, mit der das starke Gefälle zwischen den Lebensperspektiven auf dem Dorf und in der nahen Stadt weiter anstieg. Der Vortrag wird die lokalen Vorgänge in einen weiteren Rahmen stellen und dabei die so genannte „Ruralisierung“ osteuropäischer Städte und deren „Modernisierung“ in der sozialistischen Periode kritisch reflektieren.