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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Sektionen am 3. Okt.

Vortragstitel:
Druck und Überdruck. Gewerkschaften in Westdeutschland und Großbritannien...
Tag:
03.10.2008
Epoche:
Zeitgeschichte
Sektion:
Die Krise der Arbeitsgesellschaft 1973 bis 1989

Abstract:

Druck und Überdruck. Gewerkschaften in Westdeutschland und Großbritannien zwischen Krisenmanagement, Anpassung und Absturz

Referent/in: Kim Christian Priemel

Die ebenso vielbeschworenen wie unscharfen Phänomene „Strukturwandel“ und „Krise der Arbeitsgesellschaft“ waren keineswegs für alle Betroffenen nur negativ besetzt. Unternehmen waren herausgefordert, zugleich aber eröffneten sich vielfältige Chancen, ihre Stellung am Markt zu verbessern und die Kräfteverhältnisse zwischen Kapital und Arbeit neu zu justieren. An den Stellschrauben des Wohlfahrtsstaats ließ sich die Zahlungsbilanzkrise nutzen, um unpopuläre gesellschaftspolitische Konzeptionen mit Aussicht auf Erfolg umzusetzen. Einzig aus gewerkschaftlicher Perspektive scheint angesichts von Mitglieder- und Einflußeinbußen die Verlusterfahrung allzu dominant, um ihr Chancen gegenüberzustellen. In der Zwangslage, bei schrumpfenden Verteilungs- und Verhandlungsspielräumen sowohl die Arbeitsplätze der eigenen Mitglieder sichern als auch glaubhafte Strategien zum Abbau bestehender Arbeitslosigkeit entwickeln zu müssen, spiegelte sich die Doppelfunktion der Gewerkschaften als Interessengruppen und Solidar- oder Sinndeutungsgemeinschaften. Die eingeschlagenen Strategien lassen sich entsprechend als (oft inkohärente) Suchbewegungen zwischen diesen Polen interpretieren. Während der sozioökonomische Rahmen, in dem westdeutsche und britische Gewerkschaften operierten, weitgehende Gemeinsamkeiten aufwies, unterschieden sich organisatorische Traditionen, rechtliche und politische Konstellationen erheblich. Ähnlichkeiten und Unterschiede in Reaktionsmustern, Taktiken, Strategien und Verhandlungsergebnissen werden im Beitrag anhand des Druckgewerbes dargestellt. Im Mittelpunkt stehen die gewerkschaftlichen Versuche, zugunsten ihrer Mitglieder Zuständigkeitsmonopole, Qualifizierungsmaßnahmen und tarifliche Flexibilisierung auszuhandeln sowie durch die Umverteilung von Arbeitszeit und konstruktive makroökonomische Mitarbeit breiteren gesellschaftlichen Ansprüchen gerecht zu werden.