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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Sektionen am 3. Okt.

Vortragstitel:
Masse und Eliten. Ungleiche Ziele im Transitionsprozess
Tag:
01.10.2008
Epoche:
Zeitgeschichte
Sektion:
Ungleichheiten im ostdeutschen Transitionsprozess 1989/90

Abstract:

Masse und Eliten. Ungleiche Ziele im Transitionsprozess

Referent/in: Michael Richter, Dresden

Ein wesentliches Charakteristikum der friedlichen Revolution in der DDR 1989/90 waren unterschiedliche Ziele von Eliten und Bevölkerung. Im revolutionären Prozess setzte sich die Bevölkerung mit ihren Zielen gegenüber tatsächlichen oder potentiellen Führungsgruppen aus der DDR durch.
Während die SED und ihre Nachfolger noch 1990 für einen demokratisierten Sozialismus in einer eigenständigen DDR kämpften, gab es in den Bürgerbewegungen starke Kräfte, die eine basisdemokratisch erneuerte DDR anstrebten. Die Blockparteien entwickelten ihr Profil erst unter dem Einfluss bundesdeutscher Partner.
Die Hauptforderungen der Bevölkerung waren hingegen bis zum November Demokratie, Freiheit und mehr Lebensqualität. Seit dem Fall der Berliner Mauer gingen diese in die Sammelforderung nach deutscher Einheit über. Von potentiellen Führungseliten in der DDR wurden diese Forderungen nur teilweise aufgegriffen.
In dieser Situation orientierte sich die DDR-Bevölkerung am programmatischen Angebot der Bundesregierung, sich für die staatliche Einheit einzusetzen. In Bonn stellte man sich der Aufgabe. Die Bundesregierung avancierte bereits während der Transition zur entscheidenden Schaltstelle eines auf staatliche Einheit ausgerichteten Transformationsprozesses. Ab diesem Zeitpunkt waren bundesdeutsche Funktionseliten maßgebliche Orientierungsgrößen der DDR-Bevölkerung. Die DDR-Führungsgruppen spielten von nun an nur noch als Partner bundesdeutscher Akteure eine Rolle.