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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Sektionen am 2. Okt.

Vortragstitel:
Politikgeschichte aus kommunikationsgeschichtlicher Perspektive
Tag:
02.10.2008
Epoche:
Geschichtsmethodik/-theorie
Sektion:
Die „neue Politikgeschichte“ in der Diskussion

Abstract:

Politikgeschichte aus kommunikationsgeschichtlicher Perspektive

Referent/in: Willibald Steinmetz, Bielefeld

Es dürfte unstrittig sein, dass Politik auf Kommunikation beruht und Politikgeschichte insofern nicht umhin kommt, sich mit Kommunikation, ihren sprachlichen und nicht-sprachlichen Erscheinungsformen und ihren sich wandelnden Bedingungen zu beschäftigen. Strittiger ist hingegen die Frage, wo die Grenzen zwischen politischer und nicht-politischer Kommunikation verlaufen, was mithin den Gegenstandsbereich der Politikgeschichte bilden sollte. Antworten, die auf einen institutionellen Kern (z.B. den Staat), eine gleichbleibende Funktion (z.B. Entscheidung) oder ‚Essenz' des Politischen (z.B. Freund-Feind-Unterscheidung) abheben, geraten erfahrungsgemäß in Beweisnöte, sobald man Epochen- und Kulturgrenzen überschreitet. Eine Politikgeschichte aus kommunikationsgeschichtlicher Perspektive thematisiert daher gerade die sich wandelnden, kommunikativ immer neu hergestellten Grenzziehungen des Politischen in der Geschichte. Nimmt man die Perspektive historischer Akteure ein, erscheinen diese sich wandelnden Grenzziehungen als Prozesse der Politisierung bzw. Entpolitisierung. Themen, Institutionen, Abläufe, Akteure werden im Laufe der Geschichte in den Kommunikationsraum des Politischen hineingezogen, sie werden politisiert; sie können aber auch wieder herausfallen, sie werden entpolitisiert. Die Verlagerung der Aufmerksamkeit auf lang- und kurzfristige Prozesse von Politisierung und Entpolitisierung bietet den Vorteil, den Blick auf Politisches in vermeintlich nicht-politischen Handlungsfeldern zu lenken. So wird der Raum des Politischen als eine dynamische Variable erfasst. Manches scheint dabei dafür zu sprechen, die Moderne insgesamt als einen Prozess zu begreifen, der durch die zunehmende Politisierbarkeit von Phänomen gekennzeichnet ist: Durch die globale Verdichtung der Kommunikation, die massenmedial bedingte Zunahme der Reichweite und Adressatenvielfalt, die geringer werdende Chance, Kommunikationskanäle zu monopolisieren, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Depolitisierungsversuche auf Dauer erfolgreich sind.