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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Sektionen am 2. Okt.

Vortragstitel:
Mailand – eine Stadt im Schatten des Hofes?
Tag:
01.10.2008
Epoche:
Alte Geschichte
Sektion:
Das Leben der Hauptstädter. Spätantike Städte als Herrscherresidenzen

Abstract:

Mailand – eine Stadt im Schatten des Hofes?

Referent/in: Claudia Tiersch, Dresden / München

 

Mailand, mit Unterbrechungen von 293 bis 402 Residenz, war eine eher ungewöhnliche Metropole. Zwar kam es vereinzelt zu Konflikten zwischen Hof und Stadt, wie etwa im Jahre 386 zwischen Bischof Ambrosius und Kaiser Valentinian II. wegen dessen Toleranzedikt für die Arianer. Derartige Zusammenstöße bildeten jedoch die Ausnahme. Generell existierte kein tiefverwurzelter Antagonismus zwischen Stadtbevölkerung und Hof. Im Gegensatz zu anderen Residenzen wie zum Beispiel Antiocheia und Konstantinopel kooperierten die Kurialen in Mailand offenbar bereitwillig. Neil McLynn hat diese Besonderheit mit der geographischen Lage in Verbindung gebracht. Demnach sei Mailand im Gegensatz zu anderen Residenzen nicht weit genug von Rom entfernt gewesen, um eine eigene Identität gegenüber dem Hof zu entwickeln. Vielmehr habe der römische Senat seine Einflußnahme auch hier erfolgreich geltend machen können. Im Rahmen des Vortrags ist deshalb erstens der Frage nachzugehen, ob die These McLynns die Besonderheiten Mailands hinreichend zu erklären vermag. Zweitens ist zu untersuchen, worin der unerwartet heftige Widerstand gegen Valentinian II. wurzelte, wenn das Klima Mailands doch normalerweise eher durch bürgerliche Passivität bzw. Kooperationsbereitschaft geprägt war. Drittens soll es um die Rolle gehen, die Bischof Ambrosius bei der Ausbildung und Festigung einer kollektiven Identität der Bürger Mailands spielte.