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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Sektionen am 2. Okt.

Vortragstitel:
Zum Gerichtswesen in den hellenistischen Poleis
Tag:
03.10.2008
Epoche:
Alte Geschichte
Sektion:
Demokratie in der hellenistischen Polis?

Abstract:

Zum Gerichtswesen in den hellenistischen Poleis

Referent/in: Andreas Victor Walser, München

Die Beteiligung an der Rechtssprechung gehörte nach Aristoteles nicht weniger als die Partizipation an der politischen Entscheidungsfindung zu den konstitutiven Rechten des Bürgers einer demokratischen Polis. Für die demokratische Ordnung Athens war gerade die starke Stellung der Volksgerichte wesentlich: „Denn ist der Demos (im Gericht) Herr über den Stimmstein, ist er auch Herr über die staatliche Ordnung.“ In der älteren Forschung wurde in Einklang mit der Vorstellung vom raschen Niedergang der griechischen Poleis und dem Verschwinden der Demokratie in nachklassischer Zeit auch eine Schwächung der Rolle des Bürgers in der Rechtssprechung postuliert. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit der im Quellenmaterial schwer zu fassenden Thematik erfolgte aber nicht. Die Forschung der letzten Jahre hat sich zwar intensiv um ein besseres Verständnis der institutionellen Ordnung der hellenistischen Poleis bemüht, das Gerichtswesen fand bislang jedoch nur wenig Beachtung. Angesichts des Stellenwerts, den Aristoteles dieser Frage zuweist, scheint es indes gerade mit Blick auf eine Diskussion um die Demokratie im Hellenismus lohnend, der Frage nachzugehen, inwieweit die Polisbürger in hellenistischer Zeit gleichberechtigt an der Rechtssprechung partizipieren konnten. Welche Rolle spielten in der hellenistischen Welt große Geschworenengerichte, wie wir sie aus dem klassischen Athen kennen? Lassen sich institutionelle Entwicklungen greifen, die die Beteiligung der Bürger an der Rechtsprechung einschränkten? Gab es Bereiche oder Personengruppen, die sich der richterlichen Kontrolle durch den Durchschnittsbürger entzogen? Diesen Fragen soll nachgegangen werden, um aus dieser Perspektive einen Beitrag zur Diskussion um den politischen Charakter der hellenistischen Poleis zu leisten.