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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Sektionen am 2. Okt.

Vortragstitel:
Die Peripherie der Peripherie – das Salzburger Eigenbistum Gurk zwischen Papst, König und Erzbischof
Tag:
03.10.2008
Epoche:
Geschichte des Mittelalters
Sektion:
Zentrum und Peripherie? Das universale Papsttum und die europäischen Regionen im Hochmittelalter

Abstract:

Die Peripherie der Peripherie – das Salzburger Eigenbistum Gurk zwischen Papst, König und Erzbischof

Referent/in: Rainer Murauer, Rom/Wien

Das Teile des heutigen österreichischen Bundeslandes Kärnten umfassende Bistum Gurk wurde auf Initiative des Salzburger Erzbischofs Gebhard (1060–1088) gegründet (1070/1072). Zwischen 1216 und 1225 kamen drei weitere Eigenbistümer, Seckau, Lavant und Chiemsee, hinzu.
Dort stand dem Salzburger Erzbischof jeweils das Besetzungsrecht zu. Darunter verstand man das Recht, die Bischöfe ohne Mitwirkung des Papstes, des Königs oder des lokalen Klerus und Volks auszuwählen, einzusetzen, mit den Spiritualien und Regalien zu versehen und sie gegebenenfalls auch abzusetzen. Der Erzbischof fungierte ferner als päpstlicher Vikar für die gesamte Kirchenprovinz und war mit der Würde eines „Primas Germaniae“ ausgezeichnet.
Die Abhängigkeit des Eigenbistums vom Metropoliten wurde noch dadurch unterstrichen, dass der König die Investitur mit Ring und Stab nicht beanspruchte. Trotz päpstlicher Mahnung bekam Gurk erst 1144 von Erzbischof Konrad I. (1106–1147) einen Zehentanteil, nachdem es 1123 ein Domkapitel und 1131 einen kleinen Diözesansprengel erhalten hatte. Die im 13. Jahrhundert errichteten Eigenbistümer erhielten durchwegs ein größeres Territorium, an Bedeutung konnten sie den Gurker Sitz aber nicht übertreffen.
Die sich zwischen Zweitem (1139) und Viertem Laterankonzil (1215) ausbildende Beschränkung des Rechts zur Wahl des Bischofs auf die Domkapitel führte zu massiven Konflikten zwischen Salzburg und Gurk. Gleichzeitig erstrebte der Gurker Bischof die Gleichstellung mit den anderen Salzburger Suffraganen. Diese sich überschneidenden Entwicklungen sollen anhand des reichlich überlieferten Urkundenmaterials nachgezeichnet werden.