Die Abstracts der Sektionen wurden aktualisiert |
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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren. |
Kontakt und Wissenstransfer im atlantischen Raum im 18. Jahrhundert: Religiöse Belehrung, Erziehung und Widerstand in einer kolonialen Welt
Referent/in: Aaron Fogleman, Illinois/USA
Kolonialismus ist durch extreme Formen von Ungleichheit, Ausbeutung und rassistischen oder ethnischen Vorurteilen gekennzeichnet. Geht es um Wissenstransfer im kolonialen Kontext, so entstehen oft sehr komplexe und sich ständig verändernde Interessen zwischen den verschiedenen involvierten Gruppen. Ein Blick auf die Unternehmungen frühmoderner christlicher Missionare kann viele dieser komplexen und widersprüchlichen Aspekte enthüllen. Missionare waren oft direkt mit der Kolonialisierung verbunden, d.h. sie waren Teil der erobernden und unterdrückenden Methoden kolonialer Kräfte. Andererseits befanden sich Missionare durch ihre Sorge um das Seelenheil und ihre Verpflichtung zu christlicher Bekehrung, auch häufig im Konflikt mit den politischen und wirtschaftlichen Interessen der kolonialen Region. Darüber hinaus hatten einheimische oder versklavte Gruppen in den europäischen kolonialen Regionen ebenfalls sich ständig verändernde Interessen an dem Wissenstransfer, der in diesen Missionen mit religiöser Konvertierung und Erziehung verbunden war. Am Beispiel der protestantischen Herrnhuter, einer Gruppe die im achtzehnten Jahrhundert eine groß angelegte Mission unter Afrikanern und Indianern in der gesamten atlantischen Welt entwickelte, untersucht dieser Vortrag den fehlgeschlagenen Versuch, Sklaven in South Carolina zu konvertieren und zu unterrichten und enthüllt damit wichtige Aspekte des triangulären Konflikts zwischen Pflanzern, Sklaven und Missionaren zu dieser Zeit.