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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Sektionen am 2. Okt.

Vortragstitel:
Blicke nach drüben. Bevölkerungspolitiken in der nationalen Konkurrenz (BRD 1970 bis heute)
Tag:
03.10.2008
Epoche:
Neuere/Neueste Geschichte
Sektion:
Visualisierungen der Ungleichheit. Repräsentationen und Wandel von demografisch-statistischem Wissen

Abstract:

Blicke nach drüben. Bevölkerungspolitiken in der nationalen Konkurrenz (BRD 1970 bis heute)

Referent/in: Daniel Schmidt / Maximilian Schochow, Leipzig

Demografen in Ost- und Westdeutschland verzeichneten ab Mitte der 1960er Jahre ein kontinuierliches Sinken der Geburtenzahlen. Diese Entwicklung erreichte Anfang der 1970er Jahre ihren Höhepunkt: Die Bevölkerungsreproduktion lag weit unterhalb des jeweiligen „Ersatzniveaus“. Die Reaktionen fielen unterschiedlich aus.
In der DDR wurden existierende bevölkerungspolitische Maßnahmen ausgebaut bzw. durch weitere Regelungen ergänzt sowie die Gründung mehrerer Lehrstühle für Demografie gefördert, die u. a. die Forschung am „Bevölkerungsgesetz des Sozialismus“ intensivierten. Darüber hinaus erschienen zahlreiche Zeitschriftenbeiträge, in denen das Bild der „werktätigen Mutter“ diskutiert, nach den „neuen Vätern“ gefragt und über die bundesdeutsche „Wirklichkeit“ berichtet wurde.
Die Demografie West ihrerseits konstatierte eine gesamtdeutsche Krise: „Keine Kinder – keine Zukunft“. Gleichzeitig nahm sie die bevölkerungspolitischen Regulierungen im Osten wahr, die als negativer aber auch als positiver Referenzpunkt für eigene Überlegungen dienten. Auf der einen Seite verhielt man sich großenteils ablehnend gegenüber der „sozialistischen“ Art von strukturierter Kleinkindbetreuung zur Abschöpfung der Frauenerwerbstätigkeit, andererseits registrierte man aufmerksam die deutlich höhere „Nettoreproduktionsziffer“ im „anderen deutschen Staat“.
Erstaunlicherweise lebt diese Referenz selbst nach dem Ende der DDR weiter fort. Weitere dominierende Bezugsobjekte in der demografischen Nationenkonkurrenz sind Frankreich und Schweden. In welcher Weise „die Anderen“ demografisch repräsentiert und wie die statistischen Schaubilder ikonografisch oder ideologisch aufgeladen werden bzw. weshalb die vermeintlich erfolgreichen Modelle bei genauer Betrachtung angeblich doch nicht als Vorbilder taugen – das zu zeigen, ist das Ziel des Vortrags.