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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Sektionen am 2. Okt.

Vortragstitel:
Sport, Körper und Subjekt: Sportgeschichte als Kultur- und Gesellschaftsgeschichte der Moderne
Tag:
02.10.2008
Epoche:
Zeitgeschichte
Sektion:
Arenen der Ungleichheit. Sport, Ethnizität und Geschlecht in modernen Gesellschaften

Abstract:

Sport, Körper und Subjekt: Sportgeschichte als Kultur- und Gesellschaftsgeschichte der Moderne

Referent/in: Olaf Stieglitz, Universität zu Köln

Während vor allem die deutschsprachige Sportgeschichtsschreibung nach wie vor stark sozialhistorisch geprägt ist, erweist sich die Körpergeschichte als besonders dynamischer Teilbereich der so genannten „Neuen Kulturgeschichte“, ohne sich allerdings dem Phänomen Sport bislang eingehender gewidmet zu haben. Dieser Beitrag will ein Forschungsdesign entwerfen, das einen Brückenschlag zwischen Sport-, Körper- und Kulturgeschichte darstellt, indem es Sport als trefflichen Zugang zu einer Kulturgeschichte der Moderne begreift.
Moderne Gesellschaftsordnungen und Regulierungen mit all ihren Ungleichheiten funktionierten wesentlich über physische Zuschreibungen und Identitätsbildungen, die vor allem an die Kategorien „Geschlecht“ und „Ethnizität“ gekoppelt sind. Dem Sport kommt in diesen biopolitischen Ordnungen eine zentrale Bedeutung zu, war und ist er doch – in all seinen Erscheinungsformen – ein zentrales Medium und eine wesentliche Arena von Subjektivierungsprozessen und soziokulturellen Differenzierungen, die wesentlich an Körperlichkeiten (wie „race“ und „gender“) gekoppelt sind.
Dieses Programm wird in drei Schritten entwickelt werden. In einem ersten Schritt gilt es, den Stand der gegenwärtigen Sportgeschichtsschreibung zu skizzieren sowie bereits formulierte Vorschläge zu ihrer kulturhistorischen Erweiterung zu diskutieren. Ein zweiter Abschnitt enthält die konzeptionellen, theoretischen wie methodischen Grundannahmen einer Kulturgeschichte moderner Körper im Sport. Darin, so die These, werden Körper zur weithin sichtbaren und gesellschaftlich vermittelten Schnittstelle von Ethnizitäts- und Geschlechterentwürfen, von individuellen wie kollektiven Selbst- und Fremdbildern. Ein dritter Teil wird diesen Programmentwurf schließlich an einem Beispiel aus der afroamerikanischen Sportgeschichte ausführen.