Die Abstracts der Sektionen wurden aktualisiert |
|
|
Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren. |
Literatur zu Flucht und Vertreibung im Spannungsfeld des kollektiven Gedächtnisses
Referent/in: Bill Niven, Nottingham
In seinem Beitrag geht Bill Niven (Nottingham Trent University) der Frage nach, inwiefern das kollektive Gedächtnis an die ehemaligen deutschen Ostgebiete, wie auch an Vertreibung und Flucht der Deutschen durch bestimmte Bücher oder Individuen geprägt wurden. Kann zum Beispiel Christa Wolfs Kindheitsmuster (1979) als "Wendepunkt" in der Darstellung und Rezeption der Vertreibungsthematik in Ostdeutschland angesehen werden? Wie wichtig ist Marion Gräfin Dönhoff für das Bild von Ostpreußen in Westdeutschland? Gleichzeitig wird im Vortrag gefragt, ob gerade diejenigen, die die Flucht erlebt haben, es oft als schwierig empfunden haben, über ihre Erfahrungen zu reden oder zu schreiben. Sind es vielmehr die Kinder oder gar Enkelkinder der Geflüchteten und Vertriebenen, die durch Bücher und Filme aktiv in die Gestaltung der kollektiven Erinnerung eingreifen? Man denkt hier, zum Beispiel, an den Schriftsteller Reinhard Jirgl, oder die Journalistin Helga Hirsch – deren Bild der Vertreibung auch stark durch ihre eigenen Erfahrungen bestimmt wird, sowohl innerhalb als auch außerhalb der Familie. Der Beitrag fragt schließlich auch nach dem spezifischen Ineinanderwirken von generationsbedingten, familiengeschichtlichen und gesellschaftlichen Einflüssen bei der Gestaltung der (mittelbaren und unmittelbaren) individuellen Erinnerung.