Die Abstracts der Sektionen wurden aktualisiert |
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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren. |
Bürgerliche Gleichheit in der Ständegesellschaft? Die Stadt im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit
Referent/in: Gerd Schwerhoff, Dresden
Vormoderne europäische Stadtkommunen waren, anders als es die liberale Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts wollte, keine bürgerlichen Inseln im Meer der feudalen Ständegesellschaft. Sie waren von einem hohen Maß sozialer Ungleichheit geprägt, die durchaus offen thematisiert und zur Schau gestellt wurde, etwa in den städtischen Kleiderordnungen. Scheinbar in Widerspruch dazu existierte aber ein spezifisch städtisches Gleichheitsdenken, das sich auf rechtliche aequalitas aller Bürger vor dem Recht und vor Gericht zielt oder betont, daß steuerliche Belastungen glich verteilt werden sollten. Dieses Gleichheitsdenken wurde durch die Auswirkungen der sozialen Ungleichheit (etwa in Form von Patronage und Klientelismus) in Frage gestellt und war deswegen zugleich mitunter ein Katalysator politischer Kritik am Stadtregiment und bürgerlicher Unruhen. Der Beitrag fragt nach den institutionellen Mechanismen der Vermittlung und der Spannungsbalance zwischen den beiden Polen, etwa in Gestalt von historischen Geltungsgeschichten oder von rituellen Praktiken (z. B. Ratswahlordnungen).