Die Abstracts der Sektionen wurden aktualisiert |
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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren. |
Die Organisation Todt zwischen Zwangsmaßnahmen und französischer Kollaboration
Referent/in: Fabian Lemmes, Florenz
Wie gelang es der deutschen Besatzungsmacht, große Teile der einheimischen Arbeitskräfte und Unternehmen in den besetzten Gebieten für ihre Zwecke einzuspannen? Dieser Frage geht der Vortrag am Beispiel der Tätigkeit der Organisation Todt im besetzten Frankreich nach.
Die Organisation Todt (OT) war eine „der bedeutendsten Sonderorganisationen des Hitler-Staates“ (M. Broszat) und dessen zentrales Instrument zur Durchführung kriegswichtiger Bauprojekte. 1938 als Leitstelle für den Westwallbau geschaffen, verlagerte sie nach Kriegsbeginn ihre Aktivitäten in die besetzten Gebiete, wo sie Tausende deutscher und ausländischer Baufirmen und mehr als 1,5 Millionen Menschen, oftmals Zwangsarbeiter, beschäftigte. Besonders umfangreich war ihre Tätigkeit in Frankreich.
Die Durchführung der Bauvorhaben in Frankreich erforderte zum einen die Rekrutierung großer Massen von Arbeitskräften und zum anderen – in dem Maße, in dem die Kapazitäten der deutschen Unternehmen nicht mehr ausreichten – die Kooperation der französischen Bauwirtschaft. Beides erreichten OT und Militärverwaltung durch eine Kombination von Lock- und Zwangsmitteln und unter Mithilfe der Vichy-Regierung und der französischen Verwaltung.
Der Vortrag stellt die Kooperation/Kollaboration der französischen Bauunternehmen in den Mittelpunkt. Ziel ist es, die ihr zugrunde liegenden Mechanismen und Logiken aufzuzeigen und ihre Reichweite und Grenzen zu bestimmen. Dabei wird nach Elementen der Steuerung und des Zwangs ebenso gefragt wie nach Handlungsspielräumen und Zukunftsperspektiven der Unternehmen und nach den deutsch-französischen Unternehmensbeziehungen unter dem Dach der OT.