Die Abstracts der Sektionen wurden aktualisiert |
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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren. |
Wege nach Rom? Das hochmittelalterliche Papsttum im Licht der Kommunikationsgeschichte
Referent/in: Thomas Wetzstein, Heidelberg
Der Beitrag untersucht die kommunikationsgeschichtlichen Voraussetzungen, die der Ausrichtung eines immer größeren Teils der lateinischen Christenheit auf den Sitz des Papstes zugrunde lagen. Sie werden als Basis eines raumgreifenden Homogenisierungsprozesses betrachtet, der während des 13. Jahrhunderts weitgehend zum Abschluss kam und sich zu jenem Zeitpunkt nicht selten bis auf die Ebene der einzelnen Pfarrei auswirkte. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche Instrumente die Inhaber des Papstamtes zum Einsatz brachten, um dem seit der Kirchenreform immer deutlicher artikulierten Anspruch auf universelle Zuständigkeit zur Durchsetzung zu verhelfen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei dem komplexen Wechselspiel einer dauerhaften Raumdurchdringung durch den Papst und einer spezifischen Romorientierung auf Seiten der Regionen, die im übrigen keineswegs immer den geographischen Ort am Tiber zum Zielpunkt hatte. Unter Berücksichtigung der besonderen Bedeutung räumlicher Mobilität für die Fernkommunikation des Hochmittelalters kommen neben spezifischen Techniken der Raumüberwindung wie den Prokurationsleistungen der Teilkirchen, dem extensiven Einsatz der Schriftlichkeit oder der Anbindung an bereits existierende personelle Netze auch Faktoren wie die Pallienreisen, die ad limina-Besuche, die Konzilsteilnahme oder die päpstliche Jurisdiktionstätigkeit zur Sprache, welche die Wege nach Rom immer dichter bevölkerten und die Bedeutung Roms als Pilgerziel bald hinter der administrativen Funktion zurücktreten ließen.