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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Vortragstitel:
Kunstgeschichte – erfolgreiche Emigration und Grenzen der Remigration
Tag:
03.10.2008
Epoche:
Geschichtsmethodik/-theorie
Sektion:
Chancen und Grenzen von Remigration und Fach-Transfer in deutschen Geistes- und Sozialwissenschaften

Abstract:

Kunstgeschichte – erfolgreiche Emigration und Grenzen der Remigration

Referent/in: Karen Michels, Hamburg

Für die deutschsprachige Kunstgeschichte haben Emigration und Remigration von einem Viertel aller Fachvertreter eine innovationsfördernde Wirkung gehabt. Ansätze, die in Deutschland an der wissenschaftlichen Peripherie entwickelt worden waren und wohl dort auch verblieben wären, sind im - vor allem amerikanischen - Exil auf eine wesentlich offenere Rezeptionsstruktur getroffen. Die Tätigkeit der Emigranten in den USA hat eine Differenzierung des kunstgeschichtlichen Gegenstandsbereiches insgesamt, aber vor allem eine neue Methodenvielfalt hervorgebracht: Grenzüberschreitungen, Gebietserweiterungen, Fragen nach dem geistesgeschichtlichen Kontext und den sozialen Bedingungen der Kunstproduktion, Berührung mit der Kunst des 20. Jh., Berücksichtigung außerkünstlerischer Faktoren, und eine größere Offenheit gegenüber nichteuropäischen Kulturen - auch gegenüber der des Aufnahmelandes selbst - haben die Kunstgeschichte zu einem globale Perspektiven berücksichtigenden Fach gemacht. Mit der Durchführung des Internationalen Kunsthistorikertages in Bonn 1963/64 konnte auch die konservative deutsche Kunstgeschichte die Leistungen der Emigranten nicht mehr übersehen. Der Rücktransfer ihrer Innovationen (vor allem der Ikonologie) geschah weniger über die verschwindend geringe Zahl der Dauerrückkehrer, über wenige Ehrungen und persönliche Begegnungen als über Publikationen, die erst in den 70er und 80er Jahren in großer Breite rezipiert wurden.