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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Vortragstitel:
Soziale Ungleichheit vor dem Tod und der gender gap im 20. Jahrhundert....
Tag:
03.10.2008
Epoche:
Neuere/Neueste Geschichte
Sektion:
Geschlechtsspezifische Ungleichheit bei Gesundheit und Krankheit im 19. und 20. Jahrhundert

Abstract:

Soziale Ungleichheit vor dem Tod und der gender gap im 20. Jahrhundert: Die Bedeutung des Wandels der Arbeitswelt für geschlechtsspezifische Sterblichkeitsdifferentiale am Beispiel Wiens

Referent/in: Andreas Weigl, Wien

Die soziale Ungleichheit vor dem Tod und der „gender gap“, die unterschiedliche Lebenserwartung von Frauen und Männern, sind in den (historischen) Sozialwissenschaften mittlerweile jeweils für sich als intensiv erforschte Gebiete zu bezeichnen. Interkorrelationen dieser beiden Phänomene fanden jedoch bisher kaum Beachtung. Bekannt ist lediglich, dass in Angehörige der Oberschicht in der Regel mit einer deutlichen höheren Lebenserwartung rechnen konnten und können als jene der Unterschichten. Ebenso unbestritten hat sich in den entwickelten Industrieländern der „gender gap“ im Lauf des 20. Jahrhunderts bis 1980 markant ausgeweitet. Hingegen hat die durch rezente Studien belegte Tatsache, dass akademisch gebildete Männer gerade einmal die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen ohne oder lediglich mit einem Grundschulabschluss besitzen, bisher kaum Beachtung gefunden. Der Beitrag wird anhand von Stichproben aus den im Wiener Stadtarchiv verwahrten Totenscheinen diese beiden spezifische Formen von Mortalitätsdifferentialen am Beispiel der berufs-/bildungsspezifischen und geschlechtsspezifischen Mortalität in ihrer wechselseitigen Bedingtheit und in ihrer Bedeutung für den „gender gap“ untersuchen. Dabei sollen nicht zuletzt neuere soziologische und psychologische Arbeiten zum „gender gap“, die diesen im wesentlichen auf defizitäres männliches Gesundheitsverhalten zurückführen, einer kritischen historischen Revision unterzogen werden. Abgesehen von der kursorischen Behandlung oder gar der Ausblendung der „langen Linien“ dieses angeblichen „Fehlverhaltens“ greifen diese Erklärungen zu kurz. Jedenfalls bleibt zu erklären, dass der „gender gap“ sich gerade in der Zwischenkriegszeit und im dritten Viertel des 20. Jahrhunderts in einer Phase des säkularen Anstiegs der Lebenserwartung besonders ausweitete, in der tradierte Männlichkeitsbilder einem massiven Wandel unterlagen und zudem die Bedeutung von berufsbedingter männlicher Übersterblichkeit deutlich abnahm.