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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Vortragstitel:
Ordnungen der Ungleichheit in europäisch-afrikanischen Debatten des 19. Jahrhunderts
Tag:
03.10.2008
Epoche:
Neuere/Neueste Geschichte
Sektion:
Wissenstransfer und Mission vom 17. bis zum 19. Jahrhundert

Abstract:

Ordnungen der Ungleichheit in europäisch-afrikanischen Debatten des 19. Jahrhunderts

Referent/in: Rebekka Habermas, Göttingen

Die protestantischen wie die katholischen Missionen haben, verstärkt im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts, die so genannte Sklavenfrage in die deutsche Öffentlichkeit getragen. Sei es mittels Reiseberichten, sei es in Romanen oder auch mittels der einschlägigen Artikel in den Missionszeitschriften entstand in Hunderten von Beiträgen die Vorstellung, dass afrikanische Gesellschaften durch eine spezifische Gesellschaftsordnung der Sklaverei gekennzeichnet seien. Besonders dramatisch wurde die Situation der Sklavinnen beschrieben. Diese Vorstellung von durch Ausbeutung und Unterjochung vor allem von Frauen gekennzeichneten afrikanischen Gesellschaften rückte nicht nur die christlichen Gesellschaften Europas in ein besonders positives Licht. Diese Darstellung trug darüber hinaus auch zur Diskreditierung des Islam bei, weil behauptet wurde, die meisten Sklavenhändler seien Muslime. Kurzum, im Rahmen der Debatte um die Sklavenfrage wurde ein spezifisches „Wissen“ über afrikanische Gesellschaftsordnungen, die diesen inhärenten Geschlechterordnungen wie über die Struktur des Islams transportiert. Im Gegenzug formulierten sich in dieser Debatte auch genuin deutsche bzw. spezifisch europäische Vorstellungen von auf Gleichheit und Freiheit basierenden Gesellschaftssystemen sowie von der Rolle christlicher Konfessionen für diese Vorstellungen, die vor dem Hintergrund der „afrikanischen Sklaverei“ mit besonderer moralischer Kraft aufgeladen waren. Wie genau das in dieser Debatte generierte „Wissen“ über afrikanische Gesellschaftsordnungen produziert wurde, welche Gestalt dieses hier erstellte „Wissen“ über Sklaverei einerseits und über den Islam andererseits hatte und inwiefern es die Vorstellungen über die eigene Ordnung strukturierte, soll im Mittelpunkt des Vortrages stehen.