Die Abstracts der Sektionen wurden aktualisiert |
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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren. |
Wachstum, Globalisierung und Ungleichheit in historischer Perspektive
Referent/in: Peer Vries, Wien
Das reale Pro-Kopf-Einkommen der USA ist heute etwa siebzig Mal so hoch wie das von Somalia. Solche gewaltigen internationalen Einkommensunterschiede gibt es erst seit einigen Dezennien. Vor der Industrialisierung existierten überhaupt keine substantiellen Einkommensdivergenzen zwischen einzelnen Ländern und Regionen. Das Wirtschaftswachstum war damals sehr niedrig und brachte für die Menschen meist nur geringe Einkommenssteigerungen, da es durch den Bevölkerungsanstieg aufgezehrt wurde. Die tiefe Kluft zwischen armen und reichen Ländern war eine Folge der Industrialisierung und der durch sie ausgelösten Wachstumsdynamik. Industrialisierung ist ein komplexer und umstrittener Begriff. Es besteht jedoch weitgehende Übereinstimmung, dass ohne fundamentale Innovationen auf dem Gebiet der Energieversorgung und im Bereich der Technik der vorindustrielle „Malthusianische Plafond“ nicht durchbrochen worden wäre und das nach diesem Durchbruch Wachstum nur dort von Dauer war, wo Innovationen „normal“ wurden.
Im Mittelpunkt des Vortrages steht die Frage nach den Ursachen der „Great Divergence“. Wieso entkamen einige Länder der „Malthusianischen Falle“, während dies anderen nicht gelang? Welche Voraussetzungen waren notwendig, um das Wachstum nach dem industriellen „take-off“ zu verstetigen? Wie lässt es sich erklären, dass einige arme Länder es schafften, diesen Prozess später nachzuholen, während vielen ein aufholendes Wachstum versagt blieb?