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Der Berichtsband erscheint voraussichtlich im Sommer 2009. Wir werden Sie an dieser Stelle weiterhin informieren.
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Vortragstitel:
Populationen des Homo sapiens. Demografische Visualisierungen in den Biowissenschaften
Tag:
03.10.2008
Epoche:
Neuere/Neueste Geschichte
Sektion:
Visualisierungen der Ungleichheit. Repräsentationen und Wandel von demografisch-statistischem Wissen

Abstract:

Populationen des Homo sapiens. Demografische Visualisierungen in den Biowissenschaften

Referent/in: Veronika Lipphardt, Leipzig

Seit den Fünfziger Jahren beschäftigen sich Biowissenschaftler verschiedener Subdisziplinen mit der Entwicklung der Weltbevölkerung und mit der „Populationsstruktur“ der Spezies Mensch. Dass das Konzept der Population im Rahmen biologischer Wissensbestände interessant wurde, hing mit der Pluralisierung biologischer Ansätze, insbesondere der neuen Fachrichtungen Populationsgenetik, Humangenetik und Ökologie, zusammen. Stets interessierte dabei nicht nur die Biologie von Populationen aus dem Tierreich, sondern auch die der Menschen, auf die die Beobachtungen an ersteren oftmals übertragen wurden. Grafiken, die die Populationsstrukturen bestimmter Tierarten darstellen, wurden z.B. neben der Grafik der Populationsstruktur des Homo sapiens abgebildet – ein Darstellungsverfahren, das „Wissenseffekte“ hervorruft, die in anderen (nichtbiologischen) Disziplinen nicht entstehen können. In Fachpublikationen, Lehrbüchern und Populärschriften veröffentlichten  Biowissenschaftler – darunter berühmte Vertreter der modernen Genetik – ausserdem ihre als wissenschaftlich gekennzeichneten Ansichten über die reale wie auch die wünschenswerte Entwicklung der menschlichen Weltbevölkerung. Ohne Zweifel sahen sie sich als Pioniere einer neuartigen Expertise aus dem Ressort der Biologie. Der Beitrag verdeutlicht Beispiele für solche Visualisierungsstrategien auf der Grundlage deutschsprachiger Fachpublikationen und Lehrbücher aus den 1960er bis 1980er Jahren. Er fragt nach dem Verhältnis zu entsprechenden Visualisierungen in anderen Disziplinen, aber auch nach spezifisch biowissenschaftlichen Visualisierungsformen und deren wissenschaftsinternen wie auch gesellschaftspolitischen Zwecken und Konsequenzen. Zudem wird nach den Kontinuitätslinien von Rassenkunde und Eugenik hin zur Populationsbiologie des Homo sapiens gefragt.