- Vortragstitel:
- Versehrt durch Krieg, Kampf, Turnier – Körperlich beeinträchtigte Adelige im Spannungsfeld von Ehr..
- Tag:
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01.10.2008
- Epoche:
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Geschichte des Mittelalters
- Sektion:
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Versehrt durch Arbeit, Krieg und Strafe. Ursachen und Folgen körperlicher Beeinträchtigung im MA
Abstract:
Versehrt durch Krieg, Kampf, Turnier – Körperlich beeinträchtigte Adelige im Spannungsfeld von Ehrpostulat und eigener Leistungsfähigkeit
Referent/in: Oliver Auge, Greifswald / Dresden
Die Befähigung zum Kampf und zur Teilnahme am Turnier war eine Qualität, welche den Adel von anderen gesellschaftlichen Gruppen und Schichten unterschied. Hier konnte der einzelne Adelige Ehre und Ruhm erlangen, worauf wiederum seine sozialständische Handlungsfähigkeit beruhte.
Zwangsläufig unvermeidbar war es, dass die ehrentscheidenden Kriege, Kämpfe und Turniere ihre Opfer unter den Adeligen forderten. Zahlreiche Tote und Verwundete blieben stets auf Schlachtfeldern oder Turnierplätzen zurück. Nicht selten handelte es sich bei den Verwundungen um solche, die nicht im Rahmen eines Genesungsprozesses wieder behoben werden konnten, etwa wenn Gliedmaßen amputiert werden mussten oder das Augenlicht verloren ging.
Den toten Kriegs- und Turnieropfern hat sich die Forschung schon verschiedentlich gewidmet, während die Frage, wie es sich denn mit den durch Krieg, Kampf und Turnier körperlich versehrten Adeligen verhielt, bislang unbeantwortet blieb bzw. überhaupt nicht gestellt wurde. Hier will der Beitrag ansetzen und darauf eingehen, inwieweit eine solche körperliche Versehrtheit zur Untermauerung und Vergrößerung der Adelsehre beitragen konnte, ob und inwieweit andererseits die Beeinträchtigung der körperlichen Leistungsfähigkeit und/oder des Aussehens auch soziale Beeinträchtigungen nach sich zog, indem nun dem versehrten Adeligen eine uneingeschränkte Beteiligung am fortgesetzten adeligen Agon versagt blieb. Zu fragen ist, ob derartig körperlich behinderte Adelige ihre Leistungsfähigkeit im Kampf und beim Turnier fortan nicht besonders unter Beweis zu stellen hatten, um als vollwertiges Glied der Adelsgesellschaft anerkannt zu bleiben, und wie sie dem vermeintlichen Postulat körperlicher Unversehrtheit entsprechen konnten. Der Schwerpunkt liegt quellenbedingt auf dem späten Mittelalter.