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SUMMARY:[Historikertag 2025] Macht in der Moderne. Perspektiven der Forschung auf Geschichte und Gegenwart
DESCRIPTION:Seit dem 19. Jahrhundert veränderten sich Machtkonstellationen rasant. Ebenso verschoben sich die Begriffe und Vorstellungen von Macht – und dies prägte auch die historische Forschung, die stets nicht nur Beobachterin, sondern selbst in Machtgefüge eingebunden war und ist. Eine Debatte über die Machtkonzepte, mit denen unterschiedliche Konstellationen, Phasen und Regionen analysiert werden, findet jedoch in der Geschichtswissenschaft selten statt. Machttheorien wirken oft subkutan in Forschungen hinein, ihre politische Dimension wird selten artikuliert. Zudem gelten das Streben nach oder die Anwendung von Macht vielfach per se als illegitim. Eine bewusste Historisierung auch dieser selbstverständlich gewordenen Machtkritik kann dazu beitragen, klarer über die Legitimität von Entscheidungen und Herrschaft in der Gegenwart nachzudenken.
Die Podiumsdiskussion möchte eine disziplinäre Selbstverständigung anregen. Sie diskutiert erstens theoretische und methodische Zugänge zum Verständnis von Macht in der Moderne – etwa zu Mechanismen des Entscheidens oder zu Techniken des Regierens – und dies auch in Abgrenzung zu Formen reiner Gewalt. Zweitens richtet sich das Erkenntnisinteresse auf Praktiken der Konstituierung und Legitimierung von Macht. Neben typologischen Fragen zu Formen der Machtgenerierung (Ideologie, Patronage, Partizipation, Reputation, Ressourcen etc.) wird die Veränderung institutioneller und kommunikativer Grundlagen angesichts der Diversifizierung von Gesellschaften thematisiert. Drittens soll die Differenz zwischen demokratischer/liberaler und diktatorischer/illiberaler Machtausübung betrachtet werden, die als zunehmend verwischt erscheint. Viertens wird die normative Engführung von Macht problematisiert, die in der Gegenwart meist negativ bewertet wird, für das Verständnis historischen Wandels und der Konstituierung des Sozialen aber grundlegend ist.
Das Panel vereint Expertisen für differente staatliche Machtkonstellationen, Regionen sowie soziale Formen der Macht. Die Beteiligten werden Impulse zu politischen, institutionellen, medialen und psychologischen Dimensionen von Macht in der Moderne geben und anschließend in ein Podiumsgespräch übergehen. Nationale, internationale und globale Strukturen werden ebenso berücksichtigt wie die Verflechtung europäischer und außereuropäischer Perspektiven auf Macht in Geschichte und Gegenwart.
Der Beitrag Macht in der Moderne. Perspektiven der Forschung auf Geschichte und Gegenwart erschien zuerst auf Historikertag 2025.
LOCATION:LVR-Landesmuseum
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