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SUMMARY:[Historikertag 2025] Von der Konjunktur zur Machtkritik. Historisches Lernen und Denken im Anthropozän
DESCRIPTION:Das Anthropozän hat Konjunktur. Geschichtswissenschaft und Geschichtsdidaktik stellen hierbei keine Ausnahme dar. Abgesehen von Impulsgeber:innen wie Paul Crutzen und Eugene Stoermer sowie Dipesh Chakrabarty befassen sich mittlerweile eine Reihe von Historiker:innen und Geschichtsdidaktiker:innen mit „dem“ Anthropozän. Dabei wird der Begriff des Anthropozäns nicht selten auf ein „altbewährtes“ wie konsensfähiges Diktum reduziert: „der Mensch [trete] nunmehr“, so ist in Anschluss an Crutzen und Stroemer zu lesen, „als geologische Einflussgröße und damit als globaler, erdgeschichtlicher wie auch existenzbedrohender (Risiko-)Faktor [auf]“ (Hübner/Nitsche/Barsch 2023, 85). Das Anthropozän wird auf diesem Wege einerseits auf den kleinsten gemeinsamen Nenner reduziert, mutiert andererseits jedoch zu einem Containerbegriff. So gerät nicht nur aus dem Blick, dass das Anthropozän als geologischer Epochenbegriff den umfassenden Wandel der Geosphäre erfasst (Antweiler 2021), sondern auch, dass der Begriff durchaus machtkritisch zu hinterfragen ist und die Diskussionen um den Terminus gewissen Machtdynamiken unterliegen.
In der Podiumsdiskussion werden wir uns dem Begriff des Anthropozäns aus geschichtsdidaktischer Perspektiven machtkritisch nähern und dadurch die Potentiale sowie Fallstricke des Anthropozänbegriffs für das historische Lernen und Denken schärfer konturieren. Wir widmen uns damit einer Herausforderung für das historische Lernen und Denken, die derzeit nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auch international von Geschichtsdidaktik und History Education sowie darüber hinaus in der (internationalen) Geschichtswissenschaft virulent diskutiert wird. Dabei haben wir nach einer Einführung drei Diskussionsbereiche identifiziert, die mit Bezug auf das Anthropozän den Umgang und die Wirkung von Macht und Machtverhältnissen historisieren und dabei vor allem die Felder (Einführung) Anthropozentrismen, Eurozentrismen und globale Ungleichheiten, (1) menschliche und nichtmenschliche Agency, (2) Diversität und Inklusion sowie (3) Macht, Wissen und Wissensproduktion fokussieren werden.
Der Beitrag Von der Konjunktur zur Machtkritik. Historisches Lernen und Denken im Anthropozän erschien zuerst auf Historikertag 2025.
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